Das Vaterunser in Jesu eigener Sprache

Das galiläische Vaterunser, das auf dieser Seite stand, ist nicht der Original-Wortlaut, sondern eine Rekonstruktion von Gustav Dalman, Worte und Wege Jesu. Sie ist nach den ausgezeichneten Kenntnissen dieses Forschers mehr oder weniger begründet. Aber wir wissen nicht, was Jesus wirklich gesagt hat. Ich habe den Text gelöscht, weil ein falscher Eindruck entstanden ist. Es ist jedem erlaubt, das Gebet des Herrn in seiner eigenen Sprache zu beten. Gott hat keine "Muttersprache", sondern kennt unsre Gedanken, weiß was wir meinen und was wir nötig haben. Es ist auch nichts so, dass irgendeine Fassung dieses Gebetes heiliger ist als andere. Es gibt überhaupt nichts, was aus sich selbst heraus heilig wäre. Heilig wird etwas nur durch den Kontakt mit Gott, indem wir  mit gläubigem Herzen das Vaterunser sprechen, die Sakramente empfangen, uns mit der Bibel beschäftigen, Liebe üben. Ohne diese innere Verbindung bleiben nur leere Worte, Geplapper, tote Zeremonien, Selbstdarstellung, Routine.

Wir kennen nur die beiden Vaterunser-Texte Mt 6,9-15 und Lk 11,2-4 in griechischer Sprache aus der urchristlichen Liturgie in unterschiedlichem Wortlaut. Auch das syrische Vaterunser ist kein Original, sondern wie die gesamte syrische Bibel aus dem Griechischen übersetzt bzw. aus dem liturgischen Gebrauch der syrischen Kirche. Zudem ist das syrische Aramäisch ein anderer und jüngerer Dialekt als der, den Jesus gesprochen hat.

Als Grundbestand dieses Gebetes lässt sich  durch Vergleich der beiden Fassungen erkennen:

Vater, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Gib uns unser Brot für morgen. Und erlass uns unsre Schulden. Und führe uns nicht in Versuchung.

Heinrich Tischner

Fehlheimer Straße 63

64625 Bensheim

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Aktuell: 25.03.2016