Startseite | Religion | Sprachwissenschaft | Geschichte | Humanwissenschaft | Naturwissenschaft | Kulturwissenschaft | Kulturschöpfungen

Sprachen | Wörter | Grammatik | Stilistik | Laut und Schrift | Mundart | Sprachvergleich | Namen | Sprachecke

Heinrich Tischner

Fehlheimer Straße 63

64625 Bensheim

Etymologie

Backfisch

nhd. 'Teenager'

Email:

 

 

Begriffsgeschichte

  1. eigentlich 'gebackener Fisch'

  2. scherzhaft 'Teenager'

    • 1550 Erasmus Alber: 'Bruder Studio' (Röhrich 1,128)

    • 1555 Heinrich Bebel: Backfischlein scherzhaft 'puellae virgunculae = jungfräuliche Mädchen' (GrWb 1,1067; Röhrich 1,128)

    • um 1800 in Niedersachsen 'noch nicht heiratsfähiges Mädchen' (Adelung Wb 1,686)

    • Duden, Gr. Wb 2000: veraltend 'junges Mädchen (von etwa 14-17 Jahren)'

Erklärung

  • Die z.B. von Kluge Et. Wb. 24 vorgetragene Erklärung:
    "Junge Fische, die schon zu groß sind, um wieder ins Wasser geworfen zu werden, eignen sich nur zum Backen oder Braten"
    ist falsch und scheint aus

    • Backfisch 2. 'junger Mensch', also 1. 'junger Fisch'

    erschlossen zu sein.

  • Denn zum Backen verwendet man bevorzugt kleine (nicht junge) Fische wie Hering, Äsche, Barbe, Felchen, Forelle usw., weil sie ganz in die Pfanne passen. Man kann sie aber auch anders zubreiten. (Kiehnle Kochbuch 1951 S. 131 ff.) Der Vergleichpunkt ist also "klein", nicht "jung".

  • Da die älteste Bedeutung 'Student' ist, wird Backfisch verballhornt sein aus baccalaureus 'Student nach Abschluss des Grundstudiums'. (Kluge ebd.)

Das Wormser Backfischfest ist ein Fischerfest und nach den gebratenen Wassertieren benannt.

 

Sonderzeichen

Abkürzungen

Sie benötigen die Schriftarten ARIAL UNICODE MS

nach oben

Übersicht

Systematik

 

Sprachecke 14.09.2010

 

Datum: 2009

Aktuell: 07.04.2016