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Heinrich Tischner

Fehlheimer Straße 63

64625 Bensheim

Etymologie

Biene

Umgangssprache 'Mädchen'

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Wortgeschichte

nach  KüpperU:

  • seit 1870 'Prostituierte'

  • seit 1900 'nettes Mädchen, Tanzpartnerin, Geliebte'

  • seit 1920 als Kosewort

  • 1950/60 Jugendsprache 'Mädchen mit positiven Eigenschaften'

  • Berlinisches Ersatzwort ist Brumme

    • seit 1900 'Mädchen, Tanzpartnerin, Geliebte', seit 1950 Jugendsprache
      wohl Umschreibung von Biene als 'brummendes Insekt'

      • verstärkend: Wuchtbrumme 'beeindruckende junge Frau'

    • neben 'dumme / alte Frau'
      < brummen 'murren'

Erklärung

  • Auch bei Zahn ging die Entwicklung 'Prostituierte > Geliebte > Mädchen'.

  • Benennungsmotiv:

    • Die Biene ist ein kleines Insekt, Ersatz für das ältere Käfer 'kleines / junges Mädchen' (18"), also Umschreibung für "Kleine".

      • Ähnlich Mücke (seit 1950)

    • Die Biene begnügt sich nicht mit einer Blüte, daher 'Prostituierte'.

      • Das bedeutete auch Fliege, Motte (seit 1800), Hummel (seit 1955).

        • Motte war ab 1900 Kosewort für ein kleines Mädchen; auch 'leidenschaftliches Mädchen';  Jugendsprache seit 1955 'lebenslustiges Mädchen'

    Man muss also wohl trennen zwischen

    • dem positiv besetzten Kosewort Käfer > Biene > Brumme, Mücke 'Mädchen, Geliebte'.

    • und der unsteten Fliege, Motte > Biene > Hummel 'Prostituierte', die man ja auch als 'Mädchen' verstehen kann.

 

Schrift: ARIAL UNICODE MS

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Datum: 2009

Aktuell: 07.04.2016