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Heinrich Tischner

Fehlheimer Straße 63

64625 Bensheim

Etymologie

quamen

nhd.-Dialekt 'nicht gedeihen'

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Befund

  • Shess. kwåmən 'nicht gedeihen, dahinsiechen'; rkwåmən 'nicht gedeihen, zugrunde gehen', rkwåmd 'verkümmert, aufgedunsen, sittlich verkommen'
    neben Kʰâm, Kʰân, Kʰǻn 'Schimmel auf dem Wein'; kʰåmən 'im Wachstum zurückbleiben, nicht gedeihen'; rkʰåmən 'im Wachstum zurückbleiben, nicht gedeihen, verkümmern', rkʰåmd 'verkümmert, verkrüppelt, heruntergekommen,  verwahrlost, kränklich'

  • Ohess. verkôme 'modernd verderben'; Alberus ich verkam 'ich verderb, vergehe, verwelk, verkame, verdörr'

  • Pfalz (ver)kaame, verkoome 'sich schlecht entwickeln, nicht gedeihen, verkümmern'

  • Nassau verkâmen, verkâmchen, verkômchen 'kein rechtes Fortkommen, Gedeihen haben'

  • Schwäb. verkame verschimmeln, verfaulen, morsch werden; verhungern, dürsten'

Deutung

Da scheinen sich mehrere Wörter überschnitten zu haben:

  • lat. cānus 'grau' > roman. *cano > frz. Mda. kano, mhd. kân > kâm > nhd. Kahm 'Schimmel auf gegorener Flüssigkeit'

  • ahd. kûmîg, mhd. kûm(e) 'schwach, krank', Adv. 'mit Mühe' (> kaum)

  • nhd. verkümmern hatte ursprünglich die Bedeutung 'Kummer machen' (< Kummer). Die heutige Bedeutung 'sich nicht richtig entwickeln' ist Iterativum zu mhd. kûm(e), also *kûmeren 'kränkeln'

  • nhd. (kaum vor 18" nachweisbar) verkommen 'umkommen, verwahrlosen' (vorher in anderen Bedeutungen)

  • Die q-Lautung nach Analogie von mhd. komen / quam > kam 'ich kam', vgl. bequem < ahd. biquāmi 'passend, schicklich' > bequem

    • mhd. verkomen / verquām u. a. 'zu Ende gehen' Lexer  3,147

 

Schrift: ARIAL UNICODE MS

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Systematik

 

 

 

Datum: 2010

Aktuell: 07.04.2016