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Heinrich Tischner

Fehlheimer Straße 63

64625 Bensheim

Etymologie

Schmiergeld

nhd. 'Bestechungsgeld'

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Schmiergeld kommt in zweierlei Bedeutung vor:

  • Schon im 13er-Jhd. wurde "schmieren" bildlich im  Sinne von 'bestechen' gebraucht:

    • mhd. (Lexer) die hant smirwen 'die Hand schmieren, bestechen'

    • mnd. (Lübbe) smeren 'schmieren, salben, schminken, bestechen, prügeln'

    • Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart (1793-1801) kennt Schmiergeld noch nicht, wohl aber Jemanden die Hände schmieren, einen Richter, einen Advocaten schmieren, sie bestechen (3, 1575)

    • Grimm, Dt. Wörterbuch 15 (1899) S. 1087 kennt Schmiergeld nur aus einem niederdeutschen Wörterbuch um 1700, ohne Satzbeispiele: SCHMIERGELD, n. bestechungsgeld: schmiergeld, schmieralien, smeergeld, smeerpenning, smeering Kramer niederhochd. wb. 2, 187.
      Daran lässt sich erkennen, dass Schmiergeld ein niederdeutscher Ausdruck ist, der im Hochdeutschen 1899 noch nicht üblich war.

  • Die Passagiere der Postkutsche mussten 1812 auf jeder Station ein Schmiergeld von 12 Kreuzern für das Schmieren der Räder bezahlen.[1] Das war kein Bestechungsgeld, sondern eine festgesetzte Gebühr.

 

Schrift: ARIAL UNICODE MS

Sonderzeichen

Abkürzungen

[1] M. Koehler und R. Goldmann, Geschichte des Postwesens im Großherzogtum Hessen (1909) S. 133 f

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Übersicht

Systematik

 

Sprachecke 16.12.2008

 

Datum: 2008

Aktuell: 07.04.2016