Diskussion Takel

Befund

  • wgerm. taklam

    • afries. takel 'Takel' HoltAfr 152

    • mengl. takel 'Takelage; Teil eines Katapults, Bewaffnung; Gerät; Sexualorgan' MED

    • mnl. takel 'Schiffsausrüstung'

      • ndl. takel 'Ausrüstung eines Segelschiffs, Name mehrerer Schiffstaue, bes. dessen, mit denen man Güter an Bord zieht; Flaschenzug' WNT

    • mnd. takel 'Ausrüstung, Zubehör; vom Schiff: // touw // kabel; // ankere // zeghel; verächtlich 'Kram, Gesindel' Lübben 3,505

      • > nhd. Takel 'Art Flaschenzug, Tauwerk eines Schiffes'

Theorien

  • N. van Wijk (1936 [1912]), Franck's Etymologisch woordenboek der Nederlandsche taal

    • zu tak 'Zweig', frz. at-tacher 'befestigen'

      • Meyer-Lübke (1935 / 1992) 8218 attacher zu got. stakka 'Pfahl'

        • zu Takel passende Bedeutungen wie prov. estaca 'Band, Seil'

      • Die älteste Bedeutung von takel war aber 'Schiffsausrüstung', nicht 'Seil'

  • zu germ. *taglam 'Haar' Goedel, Seemannsprache 474

    (Pokorny 191)

    • mit Konsonantenverschärfung vor l

  • Grimm 21,92 (1935)

    • vielleicht mit goth. taujan, ahd. zawjan verwandt...

      • Lautentwicklung wie bei lat. navis 'Schiff' > mlat. naucum, noccum 'Trog' > Nachen

      • dazu das verwandte aengl. tól 'Werkzeug, Gerät, Waffe' > engl. tool 'Gerät, Werkzeug, Hilfsmittel'

  • Pfeifer (1995 / 2005) 1408

    • Herkunft unbekannt

    • zu mnl. taken, mnd. tacken, anord. taka 'nehmen, ergreifen, packen'?

    Benennungsmotiv unerklärt

  • Kluge 2002

    • Takel "Tauwerk und Hebezeug des Schiffs" ... (16. Jh.)... Übernommen aus dem Niederdeutschen: mndd. takel, mndl. takel. Zu me. takken "lose befestigen, heften", das vielleicht weiter zu der Sippe von Zacken gehört.

      • mengl. takke befestige, hefte zusammen' BraZip 389, doch wohl mit Klammern oder Nägeln

    • Benennungsmotiv unerklärt

  • Alternativen

    • germ. staka 'Pfosten' > afrz. estache 'Pfosten, Stütze, Band'; estachier 'anbinden, stützen, durchbohren' Greimas 265

    • afries. tāge 'Zug', tāch 'Band (an einem Schmuckstück)' = aengl. téag, anord. taug 'Band' HoltAfr 108. 176

      • wegen der Lautung kaum wahrscheinlich

    • Vgl. Stag 'Spannseil zwischen Bug, Masten und Heck'

      • Kluge 2002: Stag: starkes Tau zur Befestigung von Masten" ndd. (17. Jh.)... Übernommen aus dem Niederdeutschen: Mndd. stach, wie ae. stæg, anord. stag. Herkunft unklar. Möglicherweise ein sehr altes Wort, wenn nämlich heth. ištagga- "Bogensehne" damit zu vergleichen ist.

      • frz. palan à itague, etague, itacle, itagle, itaque Goedel, Seemannsprache 474

        • Das ist eher 'Flaschenzug des Stags'.

        • zu Beachten ist das Nebeneinander von /k, g/ und Formen mit und ohne l.

    • pgerm. zu Pokorny

      • 1055 tāg- 'an den rechten Platz, ordentlich hinstellen'

      • 2. (s)teg- 'Stange, Pfahl, Stock, Knüttel, Balken'

Diskussion

  • Die Deutung entscheidet sich an der Grundbedeutung:

    • 'Gerät'

      • dann zu germ *taujan 'herstellen zubereiten' P218 f

      • davon Tau und mhd gezauwe 'Gerät', auch 'Netze'

      Die Lautentwicklung *tau- > tak- ist zwar kompliziert, aber nicht unmöglich, wie die Parallele navis > Nachen zeigt. Trotzdem unwahrscheinlich.

    • 'Mittel zum Befestigen'

      • dann zu mengl. takken, germ. *staka, Stag

      • aber eher:

    • 'Mast' oder Rah < 2. (s)teg- 'Stange, Pfahl, Stock, Knüttel, Balken' Pokorny 1014, dazu auch osorb, sćẽžor 'Mast'

      • Dann könnt man Takel verstehen als 'Mast-Zubehör'

Erklärung

  •  

zurück

 

Heinrich Tischner

Fehlheimer Straße 63

64625 Bensheim

Email:

Aktuell: 03.06.2016