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Heinrich Tischner

Fehlheimer Straße 63

64625 Bensheim

Etymologie

vermöbeln

nhd. 'verprügeln'

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  • änhd. vermöbelieren 'Hausrat zu Geld machen'
    Willst du sie (die Lampe) nicht vermöbelieren, wie du die 200 Taler vermöbeliert hast? (Die Frau hatte die Lumpen und den Aschentopf, worin das Geld versteckt war, einem Altwarenhändler verkauft.) Bechstein, Die drei Gaben (1857).
    keine weiteren Belege nachweisbar

    • sächs. vermöbeln 'verkaufen, vertun, verjubeln'
      nach einem Brand: Erst versicherten mer de Mebel un nu vermebeln mer de Versicherung. Karl Müller-Fraureuth, Wörterbuch der Obersächsischen und Erzgebirgischen Mundarten (1911-14) 2,243

      nhd. Umgangssprache vermöbeln 'verhauen'
      wohl aus der Schüler- und Studentensprache

      • die umgekehrte Bedeutungsentwicklung wie bei verkloppen 'verhauen > unter den Hammer bringen > versteigern > unterm Wert verkaufen'

      • oder < 'Möbel zu Kleinholz machen'
        Meine Eltern haben in der 50-er-Jahren sehr viele Möbel verstorbener Verwandter geerbt. Ich musste sie als Brennholz zerkleinern.
        Vgl. sächs. zermöbeln '(Spielzeug) zerbrechen' (ebd.)

  • < frz. dé-meubler 'die Möbel wegschaffen, die Wohnung ausräumen', se démeubler 'sich der Möbel entäußern'

    • < das Gegenteil von meubler 'mit Möbeln versehen', reflexiv: 'sich Möbel anschaffen'

 

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Datum: 2010

Aktuell: 07.04.2016