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Heinrich Tischner

Fehlheimer Straße 63

64625 Bensheim

Etymologie

veräppeln

nhd. 'nicht ernst nehmen, veralbern'

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  • Shess. rʔæppələn 'mit Schneebällen bewerfen' ShWb 2,436, ursprünglich wohl von Äpfeln.

Herumliegende Äpfel reizen auch heute noch, sie als Wurfgeschosse zu benutzen.

Davon unabhängig scheint "das Apfelwerffen in den Stuben" gewesen zu sein, das 1613 in der Grafschaft Erbach verboten wurde. ShWb 1,316 Es hatte wohl mehr erotischen Charakter.

Von meinem Großvater (geb. 1882) wird erzählt, er habe dem Mädchen, das er liebte, Äpfel übers Tor geworfen.

Dieses Apfelwerfen muss man wohl unterscheiden von

Vergleichspunkt sind die Beulen, die durch die Schläge entstehen.


 

Das hochdeutsche

  • veräppeln 'veralbern' (vor 1900 Küpper U 872)

scheint einen anderen Ursprung zu haben:

  • ndt. (Hamburg 1755) Appeldwaljes 'alberner Tölpel'

  • ndt. (Südheide) appeltwattsch 'albern, dumm'

    • < twattsch 'benommen; übel gelaunt, albern, unsinnig'; vgl. hd. Dial. zwatzeln 'unruhig zappeln'

lassen vermuten, dass diese Wörter auf ndt. Ape 'Affe', apen 'äffen' zurückgehen. Veräppeln wäre also 'wie einen Affen behandeln'.

Wie die abweichende Lautung zeigt, ist ăppel- nicht von āpen- abgeleitet. Es handelt sich wohl um eine Missdeutung, die zu einer Veränderung der Schreibung führte.

 

Schrift: ARIAL UNICODE MS

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Datum: 2008

Aktuell: 16.06.2016