Quellen: alcis

  • Polybios 34.10.8 f (bei Strabo 34,10)

    • Φησὶ δὲ Πολύβιος καὶ ἰδιόμορφόν τι γεννᾶσθαι ζῷον ἐν αὐταῖς, ἐλαφοειδὲς τὸ σχῆμα πλὴν αὐχένος καὶ τριχώματος, ταῦταδ᾽ ἐοικέναι κάπρῳ· ὑπὸ δὲτῷ γενείῳ πυρῆν αἴσχειν ὅσον σπιθαμιαῖον ἀκρόκομον, πωλικῆς κέρκουτὸ πάχος.

    • = Polybios aber sagt, dass es (in den Alpen) ein eigenartiges Tier gibt, von hirschähnlicher Gestalt, abgesehen von Nacken und Behaarung, die sähen eher aus wie bei einem Eber. Unter seinem gebündelten Bart /sei ein hässlicher Kern/, der  spannenlang und an der Spitze behaart (sei), /dick wie ein Fohlenschwanz/.

    Der Text ist im zweiten Teil kaum verständlich, wohl verderbt.

  • Caesar, Bellum Gallicum 6,27

    • (6,27,1) Sunt item, quae appellantur alces. harum est consimilis capris figura et varietas pellium, sed magnitudine paulo antecedunt mutilaeque sunt cornibus et crura sine nodis articulisque habent. (2) neque quietis causa procumbunt neque, si quo adflictae casu conciderunt, erigere sese aut sublevare possunt. (3) his sunt arbores pro cubilibus; ad eas se adplicant atque ita paulum modo reclinatae quietem capiunt. (4) quarum ex vestigiis cum est animadversum a venatoribus, quo se recipere consuerint, omnes eo loco aut ab radicibus subruunt aut accidunt arbores tantum, ut summa species earum stantium relinquatur. (5) huc cum se consuetudine reclinaverunt, infirmas arbores pondere adfligunt atque una ipsae concidunt.

    • = Es gibt auch die sogenannten alces. Sie gleichen an Gestalt und Buntheit der Felle den Ziegen, sind aber etwas größer; ihre Hörner sind verstümmelt, und ihre Beine ohne Knöchel und Gelenke. Zum Ausruhen legen sie sich nicht hin und können nicht aufrichten oder aufstehen, wenn sie zufällig gestürzt sind. Bäume dienen ihnen daher als Lager; an sie lehnen sie sich an und so finden sie, nur ein wenig gestützt, Ruhe. Wenn nun die Jäger an den Spuren bemerken, wo er sich hinzubegeben pflegt, so untergraben sie entweder alle Bäume in der Wurzel oder hauen sie so an, dass sie nur noch dem äußersten Schein nach stehen. Lehnen sie sich dann ihrer Gewohnheit nach daran, so drücken sie den geschwächten Baum durch ihr Gewicht nieder und fallen zusammen mit ihnen hin.

  • Plinius, Historia naturalis 8,39

    • septentrio fert et equorum greges ferorum, sicut asinorum Asia et Africa, praeterea alcen iumento similem, ni proceritas aurium et cervices distinguat; item natam in Scadinavia insula nec umquam visam in hoc orbe, multis tamen narratam achlin haud dissimilem illi, set nullo suffraginum flexu, ideoque non cubantem et adclinem arbori in somno eaque incisa ad insidias capi, alias velocitatis memoratae. labrum ei superius praegrande; ob id retrograditur in pascendo, ne in priora tendens involvatur.

    • = Der Norden  bringt auch Herden von wilden Pferden hervor, wie Asien und Afrikas von Eseln, außerdem die alcis, dem Zugtier ähnlich, wenn sie sich nicht durch schmälere Ohren und Nacken unterscheiden würde. Ebenso die auf der Insel Skandinavien einheimische, aber in dieser Gegend nie gesehene achlis, nur aus Erzählungen bekannt, der alcis nicht unähnlich, aber ohne dass sie die Beine biegen kann. Sie kann sich daher nicht zum Schlafen hinlegen und muss sich an einen Baum lehnen. Sie wird durch eine List gefangen, indem man den Baum fällt. Anders kann man sie wegen ihrer bekannten Schnelligkeit nicht fangen. Da sie eine sehr große Oberlippe haben, müssen sie beim Grasen rückwärts gehen, sonst würde sie sich beim Vorwärtsgehen verwickeln.

  • Pausanias, Graeciae descriptio
    • 5,12,1
      • ὅσοι δὲ ἀνθρώπων τὰ διὰ τοῦ στόματος ἐς τὸ ἐκτὸς ἐλέφασιν ἐξίσχοντα ὀδόντας τῶν θηρίων εἶναι καὶ οὐ κέρατα ἥγηνται, τούτοις ἔστιν ἀπιδεῖν μὲν ἐς τὰς ἄλκας, τὸ ἐν Κελτικῇ θηρίον, ἀπιδεῖν δὲ ἐς τοὺς Αἰθιοπικοὺς ταύρους: ἄλκαι μὲν γὰρ κέρατα ἐπὶ ταῖς ὀφρύσιν ἔχουσιν οἱ ἄρρενες, τὸ δὲ θῆλυ οὐ φύει τὸ παράπαν: οἱ δὲ Αἰθιοπικοὶ ταῦροι τὰ κέρατα φύουσιν ἐπὶ τῇ ῥινί.

      • = Die von den Menschen aber meinen, dass das, was aus dem Maul der Elefanten herausragt, seien Zähne dieser Tiere und nicht Hörner, von denen muss man sich abwenden sowohl im Hinblick auf die Elche, das Tier im Keltenland, als auch auf die afrikanischen Stiere: Denn die Elche haben Hörner über den Augenbrauen, aber nur die Männchen, dem Weibchen wächst überhaupt keins, den afrikanischen Stieren aber wachsen die Hörner auf der Nase.
    • 9,21,3

      • ἔστι δὲ ἄλκη καλούμενον θηρίον, εἶδος μὲν ἐλάφου καὶ καμήλου μεταξύ, γίνεται δὲ ἐν τῇ Κελτῶν γῇ.

      • = Das Elch genannte Tier sieht aus wie ein Zwischending zwischen Hirsch und Kamel, es lebt im Keltenland.

Kommentar

  • Polybios

    • nennt den Namen des Tieres nicht. Holder 1,87 führt die Stelle unter alces an, wohl wegen der hirschähnlichen Gestalt. Der eberähnliche Nacken ist wohl der Elchbuckel. Auch der Bart passt zu dieser Deutung.
  • Caesar beschreibt alcis als ein ziegenähnlichen Tier, das ein bisschen größer ist und "verstümmelte, verkrüppelte" Hörner hat, nicht lange wie Ziege, Rind und Hirsch.

    • Das passt gut auf den arktischen Moschusochsen, der mit den Ziegen verwandt ist, aber nach unten gebogene Hörner hat wie ein Büffel. Die Gelenke seiner kurzen Beine sind unter den langen Haaren kaum zu sehen. Sie waren aber gegen Ende der Eiszeit in Europa ausgestorben. (Web) Oder sollten sie doch im hohen Norden bis in die Römerzeit überlebt haben?

    • Das Rentier, das Caesar im vorigen Abschnitt beschreibt, soll zu seiner Zeit noch in Norddeutschland gelebt haben (Web). Oder beruht diese Information auf dieser Caesar-Stelle?

    • Die Informationen über diese arktischen Tiere könnten von Pytheas stammen, der im -3" Jh. tatsächlich in der Arktis war. (Web)

  • Plinius greift auf dieselben Informationen mit dem gelenklosen Tier zurück wie Caesar, aber er differenziert zwischen der bekannten alcis, die ungefähr die Statur eines "Zugtieres" = Kuh hat und dem skandinavischen (!) Fabelwesen achlis (Schreibvariante), dem er noch die große Oberlippe des Elchs und Rückwärtsgang andichtet.

  • Lateinisch alcis bezeichnet also den in Germanien anzutreffenden Elch, den Caesar aber mit einem ziegenähnlichen Tier verwechselt mit 'verstümmelten' Hörnern, d.h. kurz und krumm und nicht lang wie bei Ziege oder Hirsch.

  • Auch Plutarch meint mit ἄλκη álkē den Elch mit seinem Zwischending zwischen Hirsch und Kamel, dessen Männchen Hörner über den Augenbrauen hat, während die Weibchen hornlos sind.
     

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Heinrich Tischner

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Aktuell: 10.02.2019