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Heinrich Tischner

Fehlheimer Straße 63

64625 Bensheim

Siedlungsnamen zwischen Rhein, Main, Neckar und Itter

Begriffe

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A

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D

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J

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A

Abgleiten: Lautveränderung durch Einfluss der Nachbarlaute, z.B. [ʃiməndə'vo:g] > Schimmeldiwoog

Ablaut: Regelmäßiger Wechsel zwischen Selbstlauten als Mittel der Wortbildung oder Wandlung, vgl. legen / lag / gelegen; lage. Man unterscheidet dabei zwischen Normalstufe, Dehnstufe und Schwundstufe: z. B. ahd. grîffan, greif, gigriffan 'greifen, griff, gegriffen'

Ableger: wie Auerbacher Schloss < Auerbach

Ableitung: Bildung eines neuen Worts durch Veränderungen des Wortstamms, z. B. freuen > freude (Anfügung); liegen > lage (Ablaut)

Abtrennung, falsche: Das Hilfswort wird zum Namen gezogen und die Wortfuge verschoben, z.B. uf Lochum > uf Flochum.

Anfügung = Suffix. Angehängte Silbe als Mittel der Wortbildung, z.B. Bild.ung

Angabewort = Adverb, ergänzt das Aussagewort

Angleichung = Assimilation. Anpassung eines Lauts an den Nachbarlaut, z. B. handvoll > ['hɔmbfəl]: [nd] wird vor [f] zu [mb].

Anlaut: Laut, mit dem ein Wort beginnt, z.B. anlaut mit [a]

Anpassung: Angleichung, Assimilation

Anstalt: gemeinnützige Einrichtung, z.B. Erziehungsheim, Krankenhaus, Schule

Auflösung: 1. Lesung einer Abkürzung (u. zw. = und zwar)
2. Überführung einer Kurzform in die Langform, z.B.
Lampert > Landoberaht / Langobarde

ausgegangen: Nicht mehr bewohnt, von den Bewohnern aufgegeben

Aussagewort = Verbum, dient als Satzaussage (Prädikat)

B

Baumbezeichnung: z.B. birke, erle

Bedeutungsverschiebung: Die ursprüngliche Bedeutung wird auf eine andere Sache ausgeweitet und geht dann mitunter verloren, z.B. lat. discus > ahd. tisch 'runde Scheibe > ein Möbelstück'.

behaucht / unbehaucht: /p, t, k/ werden im Deutschen [ph, th, kh], im Romanischen ohne Hauch [p, t, k] gesprochen.

Beiwort = Adjektiv, ergänzt das Standwort

Beiwortform = Partizip, macht das Aussagewort zum Beiwort, z. B. steh.en > steh.end

Berg: jede Art von Bodenerhebung

Bergname: bezeichnet jede Bodenerhebung

Besitzername: bezeichnet den Besitzer oder Bewohner

Bestimmungsglied: Erster Teil einer Zusammensetzung, die den zweiten näher bestimmt, z.B. bohnenstange 'eine Stange, nämlich für Bohnen'

Bestimmungswort: Artikel, bestimmt Fall und Geschlecht des Standworts

Betonung = Akzent. In einem mehrsilbigen Wort wird eine Silbe mit mehr Nachdruck gesprochen (lauter oder höher), z.B. nachdruck ['na:xdrukh].

Bezeichnung = Apellativum, Gattungsbegriff :: Name einzelner Dinge oder Personen

Bindefall = Genitiv, ver"bindet" zwei Standwörter

Bindefall, erstarrter: Trotz Verlust des Grundglieds bleibt der Bindefall des Bestimmungsglieds erhalten, z. B. Wetzels (Wohnung) > Wetzels.

Brechung: Zwielautung. Ein langer Einlaut wird in zwei Laute gebrochen, z. B. mhd. [u:] > nhd. [au].

Burg: befestigter Wohnsitz

Burglehen: Lehen, zu dem eine Burg gehört

C

D

Doppellaut = Gemination. Doppelschreibung eines Buchstaben, z.B. doppelt (drückt hier Kürze des /o/ aus)

doppelte Namen: z.B. Ladenburg = Lopodunum

dunkel sind die Selbstlaute /a, o, u/

E

Eindeutschung: Anpassung eines fremden Namens ans Deutsche, z.B. Siemina (Fluss) > Semede = mhd. semede 'Binse'

eingegliederte Gemeinde: ehemals selbständige Gemeinde, die durch die Gebietsreform nach 1970 ihre Selbständigkeit verloren hat.

Einheitshaus: Bauernhaus, bei dem Wohnung, Ställe und Scheune unter einem Dach sind

Einlaut = Monophthong. Eine Lauteinheit, die aus einem einzigen Selbstlaut besteht; <ie> z.B. bezeichnet keinen Zwielaut, sondern den Einlaut [i:].

Einzahl = Singular

Endung: Anfügung als Mittel der Wandlung, z.B. hund.e

Entrundung: [ø, y, ɔi] werden mda. nicht mit Lippenrundung, sondern wie [e, i, ai] gesprochen, z.B. mäuse [mais].

Erbhof: Regelung, die verhindern sollte, dass ein Bauernhof durch Erbteilung zersplittert wurde

Erbteilung: Der Vater teilt das Grundvermögen. Der eine Sohn bekommt den alten Hof, der andere baut neu auf einem Teil des Feldes.

Erbwort: von den Einheimischen aus vorgerm. Zeit ins Deutsche übernommen, z. B. muck 'Schwein' :: Lehnwort

Ersatzlängung: Fällt ein Mitlaut aus, wird der vorhergehende Selbstlaut gelängt, z.B. mhd. befelhen [-fɛlħ-] > nhd. befehlen [-fɛ:l-].

Ersatzwort = Pronomen, steht ersatzweise für ein Standwort

Erweiterung: Anfügung weiterer Laute an die Wurzel, z.B. ri- 'fließen' > rê.nos 'Fluss'

F

Fall = Kasus

Falltorhaus: Gebäude mit einem durch Falltor versehenem Durchlass, das eine Grenzeinfriedigung absicherte.

Familienname im heutigen Sinne :: Sippenname

Fasanerie: Gehege zur Aufzucht von Jagdfasanen

Fliehburg: Befestigung, die nicht Herrensitz war, sondern nur zum Schutz der Bevölkerung diente

Fließlaut: stimmhafter Mitlaut, bei dem die Luft an einem Hindernis vorbei entweichen muss, so bei [l] und den Nasenlauten

Flughafen: Stelle, wo Flugzeuge abgefertigt werden

Flur: abgegrenzter Teil der Gemarkung

Flurname: bezeichnet Gemarkungsteil

Flussname: bezeichnet jedes fließende Gewässer

Forsthaus: Wohnung und Amtssitz des Försters

Fremdbezeichnung: z.B. engl. German (Fremdbezeichnung) :: deutsch (Selbstbezeichnung)

Fuge: Stelle, wo Wörter zusammengesetzt sind:
fugenlos (
Alt.heim)
mit Fugenlaut (
Erle.bach)
mit starkem (
Ebers.bach)
oder schwachem Bindefall (
Heppen.heim)

G

Gaumenlautung = Palatalisierung. Der Zungenrücken nähert sich statt dem hinteren dem vorderen Gaumen, daher wird z. B. Hexpach [ks] > Hetschbach > [tʃ].

gegenständig = transitiv, ist auf einen Satzgegenstand bezogen, z. B. stellen

Gegenstandsfall = Akkusativ, kennzeichnet den "Gegenstand" des Handelns und den Satzgegenstand

gegenweisend = passiv: Die Handlung geht vom Satzgegenstand aus, der nicht genannt werden muss, z. B. Er wird (von ihr) geliebt.

Geländename: Sammelbezeichnung für Berg-, Fluss-, Flurnamen usw.

Geschlecht = Genus

Gewann: Teil der Gemarkung, Flur

gleichbedeutend = synonym, z.B. sonnabend = samstag

Gleitlaut: Zur Erleichterung der Aussprache eingeschobener Selbstlaut, z. B. Orbruch > Urberach

Glied: Teil einer Zusammensetzung. Darmstadt besteht z.B. aus dem Bestimmungsglied Darm- und dem Grundglied -stadt.

Gründernamen: Ort nach dem Gründer benannt

Gründerzeit: Zeit des Wirtschaftswachstums 1870-90

Grundglied: Zweiter Teil einer Zusammensetzung, wird durch den 1. Teil näher bestimmt, z.B. bohnen-, teppichstange

Gruppenname: Sammelbezeichnung für Familien- und Völkernamen

H

Habsburger: Deutsch-Österreichisches Herrscherhaus 1273-1806

hart, weich: Aussprache als Verschluss- oder Reibelaut

Hauptglied: zusammenfassende Bezeichnung für das Grundglied (z.B. "-weiler") und das einzige Glied (z.B. "Weiler).

Hauptwörter: bilden die wichtigsten Teile im Satz

Haus: einzelnes Wohnhaus

Hebung: Durch Anheben des Zungenrückens werden [a, e, o, u] > [ɛ, i, ø, y].

hell sind die Selbstlaute /e, i, ä, ö, ü/

Hilfswörter: helfen, die Wörter ins Satzgefüge einzuordnen:

Hof: landwirtschaftliches Anwesen mit Wohn- und Wirtschaftsgebäuden

Hofreite: Bauernhof mit Wirtschaftsgebäuden. Bei einer fränkischen Hofreite bilden die Gebäude ein geschlossenes Viereck; die Zufahrt ist durch ein hohes, überbautes Tor verschlossen.

Hube: Ackerland einer festgelegten Größe, das zu einem Hof gehört

Hütte: Nebengebäude, kleines Wohnhaus, Schutzhütte, Wohnung für vorübergehenden Aufenthalt

I

J

Jagdhaus: Gebäude, das der Jagd dient, Wohnung des Jägers, Schutzhütte

K

Karolinger: Fränkisches Herrscherhaus 751-911

Kastell: befestigte römische Kaserne

Kirche: jede Art von Gotteshaus

Klammerform: Ein dreigliedriges Wort wird dadurch vereinfacht, dass das Mittelglied herausgenommen wird, z. B. reiß.zwecke statt reiß.brett.zwecke, Darm.bach statt Darm.städter Bach

Klangfarbe: Der besondere Klang eines Selbstlauts. Durch Öffnen oder Schließen der Lippen wechseln [a, ɔ, o, u]; durch Heben oder Senken des Zungenrückens [a, ɛ, e, i]; durch Rundung oder Entrundung der Lippen [e, ø] und [i, y]. In Folge der scharfen Anfangsbetonung gingen alle Selbstlaute der Endsilbe in [ə] über.

Kleinburg: Festung, die nur aus einem eingefriedeten Wohnturm bestand

Kloster: gemeinsame Wohnung von Mönchen oder Nonnen mit allen Nebengebäuden; auch Einsiedlerzelle

Koseform: verkleinernde Kurzform eines Namens, z.B. Hänsel < Johannes

Kreisstadt: Stadt, in der die Verwaltung eines Landkreises ihren Sitz hat

Kurzform: Neben dem üblichen zweigliedrigen Namen (z.B. Bodegisil) gab's schon früh eingliedrige Namen, z.B. Bodo (1. Glied) oder Bobo (verdoppelnd).

Kürzung: Vereinfachung eines Namens durch Weglassen eines Glieds, z.B. Zullestein > Stein oder Reibach + Breitenbach > Rei-Breitenbach (vgl. Alt- und Neubürger)

Kürzung eines Selbstlauts: verändert die Dauer des Lauts, z.B. mhd. Oytsberg [o:ts-] wird gekürzt zu Otsberg [ots-].

L

Lagebezeichnung: Angabe, wo ein Ort liegt, z.B. Wald-Amorbach (im Wald), Nordheim (im Norden)

Längenzeichen: kennzeichnet die Länge eines Lauts, z.B. <h> in bahn, <e> in viel..

Längung eines Selbstlauts: verändert die Dauer des Lauts, z.B. mhd. vil [φil] wird nhd. gelängt zu viel [fi:l]

Lautbildung: Die verschiedenen Laute werden durch unterschiedliche Zungen- und Lippenstellung im Mund hervorgebracht.

Lauteinheit = Phonem. Durch die sprachliche Entwicklung werden Laute verändert, z. B. wurde aus germ. [t] hd. [ts], das verschieden geschrieben wird, aber als /z/ eine Lauteinheit bildet, die von /t/ + /s/ (z. B. bootsmann) oder roman. /c/ (z.B. cella) unterschieden werden muss.

Lautverschiebung: Regelmäßige Veränderungen bei den Verschlusslauten im Übergang zum Germanischen und Althochdeutschen, z.B. eur. /d/ > germ. /t/ > ahd. /z/.

Lehen: Land, das ein Herrscher an seinen Dienstmann als Entgelt für seine Dienste verlieh

Lehnübersetzung: Der Name wird in die neue Sprache übersetzt, z.B. lat. vetus > alt

Lehnwort: Mit der neuen Sache wird die fremde Bezeichnung übernommen und den eigenen Sprech- und Schreibgewohnheiten angepasst, z.B. lat. Caesar > kaiser, Zäsar.

leicht :: scharf, nicht so stark behaucht: [φ, s, h]

Lippenlaut: gebildet zwischen Unter- und Oberlippe oder Zähnen: [v, f]

M

männlich = Masculinum

Mark: 1. Land, das zu einer Siedlung gehört

2. genossenschaftlich genutztes Waldgebiet

Mehrzahl = Plural

Merowinger: Fränkisches Herrscherhaus 500-751

Missdeutung = Volksetymologie, oberflächlich falsche Deutung, z.B. wird Everdelle (delle 'Vertiefung') missdeutet als Ebertil (tülle 'Dornzaun')

Mitlaut = Konsonant

Mühle: Werkstatt mit ehemals wassergetriebener Maschine; meist zur Herstellung von Mehl

Muttersiedlung: Ort, von dem aus eine Tochtersiedlung gegründet wurde

N

Nachbildung = Analogiebildung, nimmt sich ältere Namen oder Bezeichnungen zum Vorbild, so wohl bei den weiher-Orten bei Weinheim.

nachgerieben = affrikat: bei /pf/, /z/, schweiz. /kx/ und roman. /c/ folgt dem Verschlusslaut ein Reibelaut.

Name: kennzeichnet ein einzelnes Wesen :: Bezeichnung (für viele gleichartige Wesen)

Nasenlaut = Nasal: Bei [m, n, ŋ] wird der Mundraum durch Lippen oder Zunge fest verschlossen, so dass die Luft durch die Nase entweichen muss.

Nasenlautung = Nasalierung: Nach Verlust des Nasenlauts wird der vorhergehende Selbstlaut mit hängendem Gaumensegel gesprochen, so dass ein Teil der Luft durch die Nase, ein Teil durch den Mund entweicht. Im SHess. nur als Übergang zu einer anderen Klangfarbe, z.B. Main > früher [mã:] > heute [mɔ:].

Nebenwörter: ergänzen den Sinn der Hauptwörter:

Nennfall = Nominativ, wie man das Wort im Wörterbuch "nennt"

Nest: Gruppe von Siedlungen mit demselben Namenglied, wie die weiler-Orte bei Weinheim

Neufassung = Modernisierung. Das unverständlich gewordene Namenglied wird durch ein Wort der Alltagssprache ersetzt, z.B. *Wituhusen > Holzhausen.

O

Öffnung: Durch Öffnung der Lippen wird [u > o > ɔ > a] und [i > e > ɛ > æ].

Ortsnamen: Sammelbezeichnung für Siedlungs- und Geländenamen

Ortsneckname: Name, den die Nachbarn einer Siedlung oder ihren Einwohnern beilegen, z.T. spöttisch, z.B. Heiner (Darmstadt), Lapping (Bessungen)

Ortsteil: abgegrenzter, nicht selbständiger Teil einer Siedlung

Ottonen: Deutsches Herrscherhaus 919-1024

P

Patron: Heiliger, dem eine Kirche geweiht ist

Personenbezeichnung: Bezeichnung für einen Menschen (z.B. Übername, Beruf) :: Personenname :: Sachbezeichnung

Personenname: Eigenname eines Menschen (heute = Vorname) :: Personenbezeichnung

Q

R

Rachenlaut: gebildet mit dem Zungenrücken am hinteren Gaumen: [g, k, x, ɣ, ŋ]

Reibelaut: Mitlaut, der an einer Engstelle vorbei streicht :: Verschlusslaut: [v, f, s, z, ʃ, ʒ, ʅ, j, x, ɣ, h, ħ]

Renaissance: Kunstrichtung im 16. Jh.

Ringwall: Rest einer vorgeschichtlichen Befestigung

Rodungsname: Siedlungsname, der auf -rod endet

Romanik: Kunstrichtung um 950-1250

Rückübertragung: Versuch, einen nur gehörten unbekannten Namen zu deuten und richtig zu schreiben, z.B. Räuelbach ['railbax] > <Raidelbach>

Rundung: Durch Einfluss benachbarter Lippenlaute werden [ɛ, i] zu [ø, y] :: Umlaut aus [o, u] durch Einfluss von folgendem [i, j].

S

Sachbezeichnung: Personenbezeichnung :: Name

sächlich = Neutrum

Schallname, -wort: bezeichnet ein Geräusch, z.T. durch Schallnachahmung.

scharf, Verschärfung: [f, ś, ħ] Die Reibelaute können mit mehr oder weniger scharfen Luftstrom gesprochen werden.

Schloss: prächtiges Wohnhaus eines Fürsten

schwache Wandlung: Im Nhd. enden alle Fälle außer dem Nennfall auf -en, z.B. name / namen.

Schwächung: Verlust der Klangfarbe: [a, ɛ, i, o, u > ə]

Schwestersiedlung: etwa gleichzeitig von derselben Gruppe gegründet

Schwinglautung = Rhotazismus, Übergang von /s/ zwischen Selbstlauten > /er/, z.B. ahd. kiosan > küren.

Selbstlaut = Vokal

selbständig = intransitiv, ruht in sich "selbst" und hat keinen Satzgegenstand, z. B. stehen

selbständige Gemeinde = Siedlung mit eigener Verwaltung

Senkung: fälschlich Brechung: Unter bestimmten Umständen wird bei [i] die Zunge gesenkt, so dass [e] gesprochen wird.

Siedlung: 1. Ort, an dem Menschen wohnen, unabhängig von der Größe
2. Gründung eines Ortes durch Auswanderer (Kolonisation)
3.Ortsteil, der innerhalb von kurzer Zeit entstanden ist

Sippenname: Name einer Großfamilie, die sich auf einen Stammvater zurückführte, z.B. Bessungen 'Nachkommen des Besso'

Sprachschicht: allgemein verbreitete Umgangssprache, die der Schriftsprache entspricht.

Stamm: erweiterte Wurzel, z.B. ahd. habên 'haben: Wurzel hab-, Stamm habê-

Standardsprache: allgemein verbreitete gesprochene Umgangssprache, die der gedruckten Schriftsprache entspricht

Standwort = Nomen, Substantiv; dient als Satzvorstand, -Umstand und -Gegenstand (Subjekt und Objekt)

Standwortform = Infinitiv, macht das Aussagewort zum Standwort, z. B. das stehen

starke Wandlung: Im Nhd. haben die Fälle unterschiedliche Endungen, z.B. tag / tages, tage, tagen.

Sueben: Germanischer Stamm, lebt in den Schwaben weiter

T

Tierbezeichnung: z.B. eber, otter

Tochtersiedlung: jüngere oder kleinere Siedlung neben einer größeren, wohl von Abwanderern gegründet

Turm: jedes hohe Gebäude, das nicht zu Wohnzwecken dient, z.B. Wachtturm, Aussichtsturm

Turmburg: Festung, die nur aus einem eingefriedeten Wohnturm bestand

U

überfeinert = hyperkorrekt. Falsche Rückübertragung in die "feine" Schriftsprache, z.B. Dohssen- statt richtig Dossenheim.

Überfüllung, überfüllt = Pleonasmus, pleonastisch: z.B. Thomashäuserhütte statt einfach Thomashütte)

Übername: Name, den jemand aufgrund besonderer Eigenschaften erwirbt und den er statt des bei der Geburt verliehenen Namens (Spitzname) oder zusätzlich dazu trägt (Beiname), z. B. Rüssel 'der mit der langen Nase'; Sprendel 'der Hochmütige'.

Umdeutung: Der Name wird anders verstanden und darum anders geschrieben, z.B. Escenebruche 'Sumpf mit Eschen' > Eschollbrücken 'Brücke aus Eschenholz'.

Umkippen = Metathese, Lautumstellung, z.B. germ. hros > engl. horse 'Pferd'.

Umlaut: Vor /i.j/ wurden /a,o.u/ zu /ä,ö,ü/; dabei gingen /i,j/ verloren, z.B. ahd. fulljan > füllen. Heute teils Mittel der Wandlung (apfel / apfel), teils zur Bezeichnung der Aussprache (ahd. bero > bär).

Umstandsfall = Dativ, kennzeichnet die "Umstände" der Handlung und den Satzumstand

unselbständige Siedlung: kleine Siedlung ohne eigenen Verwaltungssitz

V

Verbandsgemeinde: nach 1970 geschaffener größerer Verband, in dem bisher selbständige Gemeinden aufgegangen sind

Verengung: Durch Schließen der Lippen wird [a > ɔ > o > u] und [æ > ɛ > e > i].

Verhältniswort = Präposition, stellt Verhältnis zu den anderen Satzgliedern her

Verhärtung: wenn ein Reibelaut zum Verschlusslaut wird, z.B. ahd. hring 'Ring' > kringen

Verkleinerung: Deminutivum, drückt aus, dass es sich im etwas Kleines handelt, z.B. Hähnlein 'kleiner Hahn'

verklungen: ist ein Laut, der so flüchtig ausgesprochen wird, dass man ihn kaum noch hört, z.B. /r/ in hart.

Verschleifung: Durch nachlässige Aussprache wird eine Lautgruppe vereinfacht, z.B. mhd. -ouwe > -au, -a, -e.

Verschlusslaut: wird durch Verschließen und plötzliches Öffnen des Mundraums gebildet :: Reibe- und Fließlaut: [p, t, k, b, d, g].

Verwandtschaftsbezeichnung: Bezeichnung für Verwandte, z.B. vater, onkel

Vogelbezeichnung: z.B. amsel, fink

vorweisend = aktiv. Die Handlung geht vom Satzvorstand aus; der Satzgegenstand muss nicht genannt werden, z. B. Er liebt (sie).

W

Waldhufensiedlung: Planmäßig angelegte Siedlung im gerodeten Wald, bei der jeder Hof von seinem Grundbesitz umgeben war

Wandlung = Flexion

weiblich = Femininum

Weiler: Streusiedlung; kleines Dorf mit weit auseinander stehenden Anwesen

Werkstatt: Gebäude, in dem gearbeitet wird (außer Mühlen)

Wiederholbildung, wiederholend = Iterativum, iterativ, deutet Wiederholung des Vorgangs an, z.B. klappen (einmal) > klappern (mehrmals).

Wildhube: mittelalterlicher Bauernhof, deren Inhaber die Aufgabe hatte, die königlichen Jagdrechte zu wahren und zu ermöglichen.

Wirtshaus: ein Haus, in dem man essen oder übernachten kann

Wurzel: bedeutungstragende Silbe :: Stamm, z.B. ahd. habên 'haben: Wurzel hab-, Stamm habê-

Wüstung: 1. nicht mehr bewohnte Siedlung, wegen Zerstörung oder schlechter Lage aufgegeben
2. in Quellen genannte Siedlung, die sich nicht mehr genau bestimmen lässt

X

Y

Z

Zahl = Numerus

Zahlwort = Numerale, gibt die Menge oder Reihenfolge an

Zahnlaut = Dental, gebildet mit der Zunge am Zahndamm: [d, t, s, n, l]

Zentraler Ort: Verwaltungssitz eines Bezirks, Marktort (nicht unbedingt städtisch)

Zerdehnung. In eine einfache Silbe wird ein Mitlaut eingeschoben, dadurch entsteht eine zusätzliche Silbe, z.B. quallen > quattel(e)n.

Zischlaut: alle /s/-ähnlichen Laute: [s, ś, z, ʃ, ʒ, ʅ]

Zugehörigkeit: Der neu gebildete Begriff drückt eine Zugehörigkeit zum ursprünglichen aus, z.B. erl.ehe 'zu Erlen gehöriges, Erlenhain'.

Zusammensetzung: Aus zwei Wörtern wird ein neues gebildet, z. B. haus+tür = haustür

Zusammensetzung, verdeutlichende: Der zweite Teil der Zusammensetzung erklärt den ersten, z. B. ren=tier, Ross=berg

Zusammenziehung = Kontraktion. Durch nachlässige Aussprache wird aus mehreren Lauten ein einziger, z.B. ragin > rein.

Zusatz: vor den Siedlungsnamen gesetztes Namensglied, das die Siedlung von anderen gleichnamigen unterscheidet, z.B. Groß-, Klein-Bieberau.

Zweckbezeichnung: gibt an, zu welchem Zweck das Gebäude dient (z.B. papiermühle).

Zwielaut = Diphthong. Selbstlaut, der aus zwei Lauten besteht, z.B. [au].

Zwielautung: siehe Brechung.

Zwischenlippenlaut: wird nicht zwischen Lippen und Oberzähnen, sondern zwischen beiden Lippen gebildet: [φ, w, m, b, p].

 

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Datum: 1995 / 2005

Aktuell: 26.05.2017