Diskussion: Löcher am Rhein

Befund | Diskussion | Erklärung

Befund

  • St.-Anna-Loch

    • tiefste Stelle, 32 m, Grenze D/CH

  • Roxheimer Loch

    • s. Worms, linkes Rheinufer

    • Auskunft von Herrn Klaus Graber, Kreisverwaltung Rhein-Pfalz-Kreis 13.05.2016:

      • Das „Roxheimer Loch“ ist unmittelbar dem Zufluss des „Roxheimer Kandels“ vorgelagert, einer künstlichen Verbindung des Vorderen Roxheimer Altrheins (der nicht auf Tulla, sondern bereits auf eine Hochwasserkatastrophe des Jahres 886 zurückgeht) mit dem Rheinstrom. In diesen „Kandel“ mündet gleich hinter dem Altrhein auch der Mörschbach, d. i. die hier bereits mit dem Oggersheimer Altrheingraben vereinigte Isenach. Wahrscheinlicher geht das „Roxheimer Loch“ auf einen mittelalterlichen/frühneuzeitlichen Strudel im einstigen Strombett zurück. Als temporäre Wassertümpel finden sich in den benachbarten Gemarkungen Bobenheim und Mörsch auf heute längst verlandeten Flächen eine Reihe von Rheinaugen, also Relikte solcher Strudel. Diese Rheinaugen stützen unsere Vermutung.

  • Welsche Loch (Karte 1823-50, ganz unten)

  • Lochheim

    • ausgegangener Ort nördlich Biebesheim (Karte)

  • Neujahrsloch

    • See nw. Erfelden (Bild)

    • nach dem Deichbruch von 1882/83 zurückgebliebener Kolk

  • Binger Loch

    • Zedler (1731-54):

      • Volksglaube: Stelle, wo Wasser unterirdisch abfließt

      • tatsächlich: künstlicher Durchbruch durch eine natürliche Barriere quer zum Strom.

Diskussion und Erklärung

 

Heinrich Tischner

Fehlheimer Straße 63

64625 Bensheim

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Aktuell: 13.05.2016