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Heinrich Tischner

Fehlheimer Straße 63

64625 Bensheim

Weihnachtliches

Sprachecke in den Echo-Zeitungen

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Es weihnachtet sehr

Advent

Weihnachten

 

Es weihnachtet sehr

Von manchen Ausdrücken, die einen Zeitabschnitt bezeichnen, haben unsere Dichter Verben gebildet. Aus Liedern kennen wir die Wendungen Es tagt, es fängt schon an zu tagen. Weniger geläufig ist das Gegenteil Es nachtet. So sagen wir auch: Es weihnachtet, wenn wir mit unseren Weihnachtsvorbereitungen anfangen.
Ein bemerkenswertes Wort! Denn es zeigt, wie wichtig uns dieses Fest ist. Denn es sagt ja niemand Es ostert, pfingstet. geburtstagt.

Advent

Die Vorweihnachtszeit heißt im kirchlichen Sprachgebrauch Advent oder Adventszeit, benannt nach dem Thema dieser Wochen, die Vorbereitung auf die ‚Ankunft Jesu Christi (lateinisch adventus ‚Ankunft’). Die heutigen Christen denken dabei an die Ankunft Jesu in dieser Welt vor 2000 Jahren und bereiten sich auf seinen Geburtstag, das Weihnachtsfest vor mit Plätzchen backen und Geschenke kaufen.

Ursprünglich war aber die Ankunft Christi am Jüngsten Tag gemeint, an dem er mit unserem Leben und der bisherigen Welt abrechnet und den Beginn einer neuen Ära ansagt. Entsprechend ernst war der Charakter der Adventszeit, verbunden mit Fasten und Bußübungen und weniger mit Vorfreude.

Die Adventszeit beginnt mit dem vierten Sonntag vor dem 25. Dezember. Die Sonntage werden einfach durchnummeriert, vom 1. bis 4. Advent. Dementsprechend hat es sich seit 1850 eingebürgert, an den Adventssonntagen entsprechend viele Kerzen am Adventskranz anzuzünden.

Weihnachten

Das Fest der Geburt Christi hat in Deutschland einen Namen, der überhaupt nicht an seinen Anlass erinnert. Er wurde gebildet in der Zeit, als unsere Vorfahren Christen wurden, also zwischen 500 und 850. Die Missionare waren so klug, den Südgermanen nicht Latein beizubringen, sondern sie übersetzten die wichtigsten Begriffe in die Volkssprache: Weih-nacht ist die ‚heilige Nacht’ der Geburt Jesu vom 24. auf 25. Dezember (vgl. weihen ‚heiligen’).

Wir gebrauchen die Namen der drei großen Feste im Plural, weil sie mehrere Tage dauern: Weihnachten, Ostern, Pfingsten.

Nach alter Sitte beginnen die kirchlichen Feiertage nicht um Mitternacht, sondern am Vorabend mit Sonnenuntergang. Daher beginnt Weihnachten am Abend des 24.Dezember, den wir den heiligen Abend nennen. Dieser Ausdruck bezeichnete ursprünglich allgemein den Vorabend eines kirchlichen Festes oder das Fest selbst, vgl. englisch Halloween = All Hallows' evening ‚(Vorabend von) Allerheiligen’.

Bis etwa 1700 begann das neue Jahr nicht am 1. Januar, sondern am 25. Dezember. In alten Kirchenregistern lesen wir daher: Nicolaus Mayer geboren den 24ten December 1694; Catharine Müller geboren den 25ten December 1695.

Entsprechend müssen wir uns das angebliche Datum von Christi Geburt vorstellen: nicht im Jahr Null, sondern zum Zeitpunkt Null, in der Nacht vom 24. Dezember 1 vor Christi Geburt auf 25. Dezember 1 nach Christi Geburt. Genauer: beim Tages- und Jahreswechsel, am 24. Dezember in dem Augenblick, als die Sonne unterm Horizont verschwand.

Die Bibel gibt uns keine Hinweise, wann Jesus wirklich geboren wurde. Der Festtermin ist willkürlich gewählt, das Geburtsjahr nur ungefähr bekannt: zwischen 6 v. und 6 n. Chr.

   

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Übersicht

 

Begriffe: Feiertage | heilig | Weihnachten

Sprachecke 20.12.2005

 

 

Datum: 23.12.2003

Aktuell: 27.05.2017