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Heinrich Tischner

Fehlheimer Straße 63

64625 Bensheim

Ehrfurcht vor dem Leben

Sprachecke in den Echo-Zeitungen

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Albert Schweitzer (1875-1965) handelte nach seinem moralischen Grundsatz "Ehrfurcht  vor dem Leben":[1] Ich bin nicht allein auf der Welt, jeder Mensch, ja alles was lebt, hat dasselbe Daseinsrecht wie ich. Wer Ehrfurcht hat, ordnet sich einem Größeren unter (dem Leben, dem Guten, Gott) und handelt danach.

Früher sagte man Gottesfurcht[2] im Sinne  von 'Respekt vor Gott' und damit auch vor seinem Willen, den Jesus im Liebesgebot[3] zusammengefasst hat. Religionsstifter und Philosophen dachten nicht an Angst vor Strafe, sondern forderten: Gutes tun und Böses meiden soll man freiwillig.
Der biblischen Gottesfurcht entspricht im Islam taqwâ 'wenn man sich hütet, Gott zu missfallen' mit Tugenden wie Treue, Pflichterfüllung, Ausdauer.[4] Auch der Name Islam drückt eine Art 'Respekt vor Gott' aus, nämlich 'völlige Hingabe, mit Gott eins werden', verwandt mit Wörtern für 'Frieden, versöhnen'.[5]
Für Selbstliebe, Selbstverliebtheit, Egoismus, Ehrgeiz, Karrieredenken ist in Bibel, Koran und bei Schweitzer kein Platz.

Mündige Erwachsene müssten sich eigentlich die Spielregeln der Moral zu eigen gemacht haben. Dies nennen wir Gewissen, ein Begriff, der übers Lateinische aus dem Griechischen kommt. Gemeint war 'Wissen um etwas, Kenntnis von dem, was andere getan haben.' Aber auch von unsern eigenen Taten, bei denen sich die Selbstkontrolle einschaltet und sagt: "Das war nicht richtig".[6]
Artikel 4 des Grundgesetzes garantiert die Gewissensfreiheit.[7] Verantwortungsbewusste "Gesinnungstäter" nehmen in Kauf, dass sie trotzdem bestraft werden, wenn sie gegen Gesetze verstoßen. Denn Konflikte zwischen Gesetz und Gewissen sind nicht immer zu vermeiden.

 
 

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Echo Online

Begriffe: Gewissen | Sprachecke 03.01.2017

 

Datum:

Aktuell: 05.01.2017