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Heinrich Tischner

Fehlheimer Straße 63

64625 Bensheim

Ablass

Sprachecke in den Echo-Zeitungen

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Der perfekte Deal: Der Papst hatte kein Geld und der Erzbischof[1] auch nicht. Und hatten doch Großes vor: Der Erzbischof brauchte unbedingt noch einen zweiten Sprengel. Sagen Sie nicht, das geht nicht. Ämterhäufung und Ämterkauf waren streng verboten. Doch "Schmieren und Salben hilft allenthalben." Der Papst brauchte Geld, um den größten Dom der Welt zu bauen und drückte ein Auge zu. Finanziert wurde beides durch den Verkauf von Ablassbriefen in Deutschland.[2] Luther wusste nichts von diesem Kuhhandel, ihn störte der Verkauf von "Eintrittskarten in den Himmel". Er protestierte nicht, sondern lud ein zu einer akademischen "Disputation über den Wert der Ablässe".[3]

Ablass[4] ist wie Nachlass, Erlass die gänzliche oder teilweise Aufhebung von Kirchenstrafen wie des Ausschlusses von den Sakramenten. Wenn der Sünder bereut und sich bessert, kann die Strafe erlassen werden. Genauso dachte man, geht es im Jenseits weiter, erst Sünden abbüßen und die Seele reinigen, dann in den Himmel. Die Hinterbliebenen können den Toten helfen durch Gebete, gute Taten und Spenden.
Ablass, Nachlass sind übersetzt aus lateinisch remíssio 'Straferlass, Strafmilderung', wie im lateinischen Glaubensbekenntnis: "remissiônem peccatôrum"
[5], deutsch "Vergebung der Sünden". Oder dimíssio 'Schulderlass, Verzicht auf Forderungen, im Vaterunser "Et dimítte nôbis débita nóstra[6], Und vergib uns unsere Schuld".

Ver-geben ist wörtliche Übersetzung von lateinisch per-dônare 'einem Übeltäter das Leben schenken', daher wie schon beim einfachen dônare 'schenken' auch 'begnadigen'[7]. Es wird heute noch vor allem im religiösen Sinn gebraucht - im Unterschied zum profanen verzeihen 'auf Anklage verzichten'.[8]

 

 

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Echo Online

Ablass – Wikipedia | Begriffe: Schuld und Sühne | Vergebung | Sprachecke 18.07.2017

 

Datum: 11.07.2017

Aktuell: 13.07.2017