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Heinrich Tischner

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Pluralismus

Sprachecke in den Echo-Zeitungen

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Martin Luther verdanken wir - je nach Sichtweise - die Kirchenspaltung mit all ihren schrecklichen Folgen, aber auch den Pluralismus, das bis dahin undenkbare Neben- und Miteinander mehrerer Weltanschauungen.

Pluralismus[1] ist eine Weiterbildung aus lateinisch plûrális 'mehrfach; grammatische Mehrzahl', aus plûres 'mehr', Adverb plûs, das uns aus der Addition bekannt ist. In vielen Sprachen gibt es auch einen grammatischen Dual, der ausdrückt, dass es sich um zwei (lateinisch duo) Elemente handelt.[2]

Pluralismus ist also die Überzeugung, dass es mehrere berechtigte Möglichkeiten, Erklärungen, Sichtweisen, Auffassungen gibt. Sogar in der Mathematik: Man kann eine Rechenaufgabe oft auf verschiedene Weisen lösen. Aber wehe, Sie übertragen das auf die Rechtschreibung![3] Denn da gibt's viele Arten falsch zu schreiben und nur eine richtige. Nein, stimmt nicht: Foto ist richtig, Photo auch erlaubt.[4] Ebenso Spaß / Spass.[5]

Dualismus[6] ist grundsätzlich etwas Anderes: Das ist ein Denken in Gegensätzen: gut / böse, richtig / falsch, Freund / Feind, Gott / Teufel, 0 / I beim Computer. Aber zwischen Tag und Nacht liegt die Dämmerung, und wir können nicht nur Graustufen, sondern auch Farben sehen. Die Welt lässt sich nicht als entweder - oder verstehen.

Das Gegenteil von beidem ist der Monismus[7], von griechisch mónos 'allein'. Da sucht man hinter den vielen verwirrenden Erscheinungen nach dem Einen, das "die Welt in ihrem Innersten zusammenhält".[8]

Luther war ein sturer Rechthaber und in dieser Hinsicht kein Vorbild. Er musste so handeln, weil er für seine Überzeugung kämpfte und für seine Anhänger. Was hat er erreicht? Der Kaiser musste den Protestanten Religionsfreiheit gewähren.

 

 

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Echo Online

Begriffe: Glaube. Unglaube, Andersglaube | Sprachecke 07.11.2017

 

Datum: 07.11.2017

Aktuell: 16.02.2018