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Heinrich Tischner

Fehlheimer Straße 63

64625 Bensheim

Nichts für Unbefugte

Sprachecke in den Echo-Zeitungen

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Nicht jeder muss und darf alles wissen; es kann auch nicht jeder alles begreifen. Wenn auf einem Rezept lauter unverständliche Wörter stehen, ist das keine Geheimniskrämerei, denn das sind die Namen der verordneten Medikamente. Wenn Spezialisten fachsimpeln, verstehen wir sie nicht, weil wir uns auf diesem Gebiet nicht auskennen, und können deshalb auch nicht mitreden.

Das war immer so. Die griechischen Philosophen lehrten öffentlich, verrieten aber ihre tiefsten Erkenntnisse nur den Besten ihrer Schüler, die ihnen folgen konnten. Ihre Lehre war "esoterisch", griechisch esôterikós 'innerlich, nur für diesen inneren Kreis bestimmt', Philosophie für Fortgeschrittene. In diesem Sinn wurde im 17. Jahrhundert esoterisch ins Englische und 1787 ins Deutsche übernommen. Im 20. Jahrhundert übertrug man Esoterik auf moderne "Lehren vom Leben" und grenzte sie ab gegen Aberglauben und traditionelle Religion, später auch gegen "Schulwissenschaft".[1]

Nicht nur bei der Esoterik geht's um "Geheimnisse"[2], die man sich langsam erarbeiten muss und die sich nicht auf Anhieb erschließen. Bei Berufskenntnissen und "Schulwissenschaften" ist es genauso. Es gab und gibt aber auch heute noch Geheimlehren, die Unbefugte nicht erfahren dürfen, wie im Altertum die Mysterien, geheim gehaltene Riten, durch die man Unsterblichkeit erlangen sollte. Nur "Eingeweihte" erhielten Zugang und mussten darüber schweigen.[3]

Katholiken feiern das unergründliche Geheimnis des Glaubens und der Erlösung[4], das jedem, der guten Willen hat, zugänglich ist, aber nicht mit dem Verstand. Protestanten neigen eher dazu, alles erklären zu wollen oder sich ums Unerforschliche nicht zu kümmern.

 

 

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Echo Online

 

Datum: 21.11.2017

Aktuell: 16.02.2018