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Heinrich Tischner

Fehlheimer Straße 63

64625 Bensheim

Wer zur Quelle will

Sprachecke in den Echo-Zeitungen

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"Willst zur Quelle du, muss die Richtung stimmen: Musst nur immerzu dem Strom entgegen schwimmen." Oft empfiehlt es sich, nicht dem "Mainstream"[1] zu folgen und seinen eigenen Weg zu gehen. Aber aus Prinzip gegen alles sein und den Kopf durchsetzen um jeden Preis ist auch nicht gut.

Aus der Quelle kommt Wasser heraus, es quillt und sprudelt.[2] Quellkartoffel[3] lassen kein Wasser, sondern nehmen Wasser auf, schwellen, werden gequellt 'gekocht' und weich. Auf Hochdeutsch heißen sie Pellkartoffeln, weil sie mit Pelle 'Schale' gesotten werden. Bei der Hausschlachtung gab's Quellfleisch[4], Fleischstückchen in der Wurstsuppe gegart. Auf Hochdeutsch sagt man Wellfleisch, nach dem wallenden, siedenden Wasser. K-wellen, sch-wellen, Welle / wallen bezeichnen die Bewegungen des Wassers. Solche Bewegungswörter lassen sich nicht exakt definieren, sowenig man die Wellen und Strudel des Wassers punktgenau eingrenzen kann. Kommen die Wörter mit qu-, schw- und w- alle aus einer "Quelle"? Lassen sie sich in verschiedene Stämme aufteilen? Oder entstehen sie spontan und beeinflussen sie einander? Hier versagen die Methoden der Etymologie.

Die Quelle quillt und das Brünnlein brinnt und schwillt dann an zu einem großen Schwall wie die Brandung an der See. Das wogende Wasser ist wie die flackernde Flamme in steter Bewegung.

Auch der große Strom entspringt als kleines Rinnsal seinem Ursprung und hat sich eine Rinne in den Untergrund gegraben. Oben an der Quelle hat das Wasser ein starkes Gefälle, es "rennt" bergab und erst unten im Tal verliert es seine Gewalt und fließt träge dahin, hat aber immer noch so viel Kraft, dass die Modau auch am Unterlauf Mühlen antreiben konnte.

 

 

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Echo Online

Begriffe: Wasserlauf

 

Datum: 14.08.2018

Aktuell: 24.07.2018