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Heinrich Tischner

Fehlheimer Straße 63

64625 Bensheim

Sprachecke in den Echo-Zeitungen

Fragen und Antworten

Redensarten vom Licht

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Frage:

Dürft ich Sie wohl fragen, ob Sie mir Hinweise oder Informationen über die Herkunft mancher Redensarten geben?
Da wären zum Beispiel die Redewendungen: "Das Licht unter den Scheffel stellen" oder "Hinters Licht führen". Was bedeuten sie und wo kommen sie her?

   

   

Meine Antwort:

"Das Licht unter den Scheffel stellen" stammt von Jesus (Matthäus 5,15+16). Gedacht ist an eine Öllampe, mit der man damals die Häuser beleuchtet hat. Normalerweise stellte man sie auf einen Leuchter. Wenn man dagegen einen Scheffel (Art Eimer) darüber stülpte, wurde es dunkel; wahrscheinlich ging so gar das Licht aus. Daher Jesus: "Niemand stellt eine Lampe unter den Scheffel, sondern auf einen Leuchter, dann sehen es alle im Haus. So lasst auch ihr euer Licht leuchten", d.h. versteckt euch nicht mit euren Fähigheiten, sondern tut damit Gutes.
"Jemand hinters Licht führen" bedeutet "jemand betrügen, täuschen, hintergehen". Ich stelle mir eine unbeleuchtete Ecke eines Zimmers vor. Alles, was im Hellen besprochen wird, können die anderen mitbekommen. Wenn man jemand betrügen will, ist es besser, man hat keine Zeugen und führt das Opfer "hinters Licht" . Dahinter steckt auch der allgemeine Gedanke, dass solche Geschäfte "dunkel" sind, dass Diebe und Einbrecher die Nacht lieben und ein ordentliches Gericht immer am Tag gehalten wurde.

 

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Datum: 2004

Aktuell: 16.02.2018