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Heinrich Tischner

Fehlheimer Straße 63

64625 Bensheim

Sprachecke in den Echo-Zeitungen

Fragen und Antworten

Sack und Asche

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Frage:

Dieser Tage begegnete ich dem Ausspruch: "In Sack und Asche gehen".
Können Sie mir bitte sagen, woher dieser Redensart kommt?

   

   

Meine Antwort:

"In Sack und Asche gehen" war Ausdruck des mittelalterlichen Bußritus. Man zog einen Kittel aus Sackleinen an und streute sich Asche auf den Kopf. In der Bibel sind "Sack und Asche" allgemein ein Zeichen der Trauer, so wie man bei uns früher Schwarz getragen hat. Buße tun kann man nur, wenn man traurig ist, dass man diese Dummheiten begangen hat. Von daher die Übertragung von Trauer auf Buße.
Ursprünglicher Sinn dieses Ritus: Man zeigte durch sein Äußeres an, wie man sich innerlich fühlte, verstört, aufgewühlt, kaputt, und verzichtete nicht nur auf Körperpflege, sondern verunstaltete sein Äußeres durch Raufen der Haare, Dreck auf dem Kopf, allerbilligste Fetzen.
Der "Sack" (das Wort stammt aus der Bibel) war ursprünglich kein großer Stoffbeutel, sondern ein Lendenschurz, gewebt aus Ziegenhaaren, aus denen man auch Zeltplanen webte, also etwas, was man normalerweise nicht anzog, und nicht mehr als das Allernotwendigste.
Da man aus dem billigen Stoff auch Stoffbeutel machte, wurde "Sack" vom 'Stoff' auf den 'Beutel' übertragen.
Die Asche als Zeichen der Buße verwenden die Katholiken auch am Aschermittwoch.

 

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Datum: 2004

Aktuell: 16.02.2018