Startseite | Religion  | Sprachwissenschaft | Geschichte | Humanwissenschaft | Naturwissenschaft | Kulturwissenschaft | Kulturschöpfungen

Sprachen | Wörter | Grammatik | Stilistik | Laut und Schrift | Mundart | Sprachvergleich | Namen | Sprachecke

Heinrich Tischner

Fehlheimer Straße 63

64625 Bensheim

Sprachecke in den Echo-Zeitungen

Fragen und Antworten

aus dem Schneider sein

Email:

   

Frage:

Woher kommt der Ausdruck "aus dem Schneider sein"?

 

 

   

 

Meine Antwort:
Die Redenstart "aus dem Schneider sein" kommt wohl daher, dass man den Schneider für extrem mager und leicht hielt; angeblich wog er nicht mehr als 30 Lot (à ca. 16 g; für den Suppenkaspar war 1/2 Lot tödlich). Wenn jemand älter als 30 war, sagte man, er sei aus dem Schneider, also über der "magischen Zahl" und aus dem gröbsten heraus. Vielleicht ist auch daran gedacht, dass man mit 30 oft nicht mehr aussieht wie ein Schneider und nicht mehr ganz vollschlank ist. Bei einem Kartenspiel nannte man den einen Schneider, der nicht mindestens 30 Augen hatte; wer darüber kam, war "aus dem Schneider". Beim Tischtennis genügen 11 Punkte pro Satz.

Wie kam der Schneider zu diesem Ruf, nicht unter Übergewicht zu leiden? Für die starken Buben hatte man andere Verwendung, als Holzfäller, Schmiede, Steinbrucharbeiter oder Bauernknechte. Den schmächtigen blieb nichts übrig als einen Beruf zu lernen, bei dem man nicht viel Kraft brauchte, also je nach Intelligenz Schulmeister, Schreiber oder Schneider.

 

nach oben

Übersicht

 

 

 

Datum: 2009

Aktuell: 16.02.2018