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Heinrich Tischner

Fehlheimer Straße 63

64625 Bensheim

Sprachecke in den Echo-Zeitungen

Fragen und Antworten

"in" oder "auf Kuba"?

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Frage:

Ich war vor 6 Wochen in Cuba, meine Freundin sagt jedoch, dass ich nicht in Cuba sondern auf Cuba gewesen sei. Aber: ich war doch auch schon einmal in England und vor zwei Jahren in Australien und in Neuseeland, OK., zugegeben, ich war auch schon mal auf Hallig Hooge. Was sagen Sie dazu?

 

 

   

 

Meine Antwort:

Es ist offensichtlich ein Unterschied, ob man bei Kuba an das Land ("in") oder an die Insel ("auf") denkt. Da Insel und Land identisch sind, kann man beides sagen. Der Wikipedia-Artikel gebraucht beide Konstruktionen, zum Beispiel "Sport in Kuba" und ein paar Zeilen weiter "Kinos auf Kuba". Eine Regel ist nicht zu erkennen (vermutlich von mehreren Autoren geschrieben).

  • Google fand 270.000 "auf Kuba" und 783.000 "in", 27.600 "auf Grönland" und 102.000 "in", 102.000 "auf Island", 2.760.000 "in".

  • 552.000 "auf Föhr", 5.860 "in"; 103.000 "auf Helgoland", 20.600 "in"; 84.700 "auf Norderney, 51.700 "in". Bei den kleinen Inseln neigt man also eher zu "auf".

  • England ist keine Insel, daher heißt es immer "in". Die Insel heißt Großbritannien (19.600 "auf", 2.690.000 "in"), wobei zu berücksichtigen ist, dass zum Staatsgebiet auch Nordirland und ein paar kleine Inseln gehören.

  • Neuseeland besteht aus zwei großen und mehreren kleinen Inseln: 30.200 "auf", 741.000 "in".

  • Australien ist ein Erdteil, daher sagt man 1.720.000 x "in", aber auch 18.500 "auf".

Bei den "auf"-Nennungen befinden sich aber auch andere Konstruktionen wie "Eisberge treiben auf Neuseeland zu" oder "freue mich auf Australien". Die Tendenz ist aber klar: Größere Inseln werden vor allem als Land verstanden ("in"), kleinere als Berge im Meer ("auf").

  • Bei Inselgruppen gibt "in" nicht viel Sinn: "auf den Philippinen 643.000, trotzdem 145.000 "in" (da stellt man sich wohl ein geschlossenes Staatsgebiet vor oder hat überhaupt keine Ahnung).

 

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Datum: 2009

Aktuell: 16.02.2018