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Heinrich Tischner

Fehlheimer Straße 63

64625 Bensheim

Sprachecke in den Echo-Zeitungen

Fragen und Antworten

Verteidigung

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Frage:

Eine Studentin bat mich um die Herkunft von Verteidigung. Meinem kleinen etymologischen Wörterbuch soll es vom altsächsischen dagathing ('Tagesgericht' oder so etwas) abgeleitet sein. Selbst kann ich mir keine andere Erklärung vorstellen. Hätten Sie eine andere?

 

 

   

 

Meine Antwort:

Verteidigung kommt tatsächlich von Tag 'Termin' + Ding 'Gerichtsversammlung': Altnordisch dagthing 'Versammlung, Beratung', schwedisch dagtinga '+verhandeln, +kapitulieren, Zugeständnisse machen', altsächsisch dagathingi 'Termin', altfriesisch deithing 'Gerichtsfrist, Termin', mittelniederländisch dâghedinc 'Gerichtstermin', Übereinkunft, Auseinandersetzung'.

Althochdeutsch tagading 'Termin, Frist, Übereinkunft, festgesetzter Tag, Gericht, Volksversammlung' wurde im Mittelhochdeutschen teilweise zu teiding (wie Hagen zu Hain). Mittelhochdeutsch vertagedingen 'vor Gericht vorladen, verhandeln, dort sich rechtfertigen'. Vom Wortgefecht vor Gericht wurde der Ausdruck im 14. Jahrhundert auf die bewaffnete Abwehr und schließlich auf den Fußball übertragen. Zu Beginn der Neuzeit bekam teiding auch die Bedeutung 'Geschwätz', daher narre-teiding 'Narrengeschwätz, dummes Zeug'.

 

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Datum: 2009

Aktuell: 26.03.2016