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Heinrich Tischner

Fehlheimer Straße 63

64625 Bensheim

Sprachecke in den Echo-Zeitungen

Fragen und Antworten

Schäckel

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Frage:

Heute in der Früh spülten die kleinen grauen Zellen den Ausdruck áld Schäckel wieder ins Bewusstsein. Die Bedeutung ist mir klar, aber woher kommt das Wort?

 

 

   

 

Meine Antwort:

Da gibt es eine Menge ähnlicher Wörter, die sich teilweise überscheiden:

  • Schäckel 'alte Frau mit schlechten Eigenschaften, nervöse Frau'

  • Schackel 'nervöse Frau, flatterhaftes Mädchen'

  • schackelig 'flatterhaft, leichtsinnig'

  • schäckelig 'nervös'

  • schäckern 'mit kurzen Schritten gehen, trippeln'

  • schackern 'schwatzen'

  • schäken 'ein Schwätzchen halten'

  • schäken 'naschen'

  • schäken 'unbeholfen gehen, rennen, mit den Absätzen schlurfen'

  • Schäker 'Feinschmecker'

  • Schäkerer 'wer unbeholfen geht)'

  • Schäkerin 'schlampige Frau'

  • schakern 'fleißig arbeiten'

  • schäkern 'mit kurzen Schritten schnell gehen, unbeholfen gehen, die Absätze schief treten, jem. auf den Fuß treten, ihm alle Klicker abgewinnen, Alkohol trinken'

  • schäkern 'mit jemand scherzen, flirten'

  • schäkig 'schief, krummbeinig'

  • Schäkse 'alte, hässliche Frau, altes Pferd'

  • schäksen 'unbeholfen gehen, geziert gehen, die Schuhe schief treten'

  • scheckig 'ausgelassen, nervös, mannstoll, betrunken'

  • scheker lügnerisch'

  • scheker, schicker 'betrunken, mannstoll

  • Schicker 'Alkoholrausch'

  • schickerig 'nervös, fahrig'

  • Schickse(l) 'Judenmädchen, Liebchen, unzüchtige, mannstolle Frau'

Ich versuche zu sortieren:

  • Ein paar Wörter sind jiddisch:

    • schēketz (eigentlich 'Scheusal') 'nichtjüdischer Bauernbursche, Lümmel', weiblich schikße 'nichtjüdisches Mädchen'
      dazu Schäkse 'alte hässliche Frau'

    • schikker 'betrunken, Trinker'
      dazu scheker, schickerig, scheckig, teilweise wohl auch Schäckel, Schackel, schäckelig 'nervös'

    • schēker 'Lüge, lügnerisch'

  • Alles andere ist schwierig:

    • schäkern 'flirten', schackern, schäken 'schwatzen'

    • schäken 'naschen', vgl. schnäkeln, schnächen

    Beides gehört wohl zusammen wie plattdeutsch snacken 'plaudern' und engl. snack 'Imbiss'

    • schäckern, schäken, schäkern, schäksen 'schief gehen', schäkig 'schief, krummbeinig', dazu schakern 'fleißig arbeiten = sich krumm arbeiten'

      mit Sicherheit deutsch bzw. germanisch: altnordisch skakkr 'schief, lahm' (eher = skankr als skakr, deutsch Schenkel, hinken, bairisch schiach 'schief'), da ist teils das sc-, teils das -n- ausgefallen.

    • Schäckel, Schackel, Schäkern 'Frau mit schlechten Eigenschaften'. Kann man die auch als "schief, nicht richtig" (hessisch äbsch) ansehen?

 

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Datum: 2011

Aktuell: 16.02.2018