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Heinrich Tischner

Fehlheimer Straße 63

64625 Bensheim

Sprachecke in den Echo-Zeitungen

Fragen und Antworten

Himmel, Arsch und Zwirn

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Frage:
Wenn ich fluchen muss, sage ich "Himmel, Arsch und Zwirn". Meine Frau, sie kommt aus Hamburg, kennt das nicht. Es scheint also "hiesig" zu sein. Im Röhrich habe ich unter Zwirn gefunden, dass der Ausdruck auch was Negatives und Sexuelles bedeuten kann:

 

 

 

   

Zwirn (war) früher als Tabuwort für Sexuelles und in obszönem Sinne gebraucht. Im 57. Fastnachtsspiel (Keller) heißt es: Si ist sicher ain guote Dirn Und spint dar zu gar guoten zwirn (Sie ist sicher ein gutes Mädchen und spinnt dazu gar guten Zwirn)

Röhrich Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten 5, 1784)

 
   

 

Meine Antwort:

Was Röhrich schreibt, erinnert mich ans "Dornröschen": Die Spindel ist ein Bild für den Penis. Spinnen war eine weibliche Tätigkeit. Dass sich eine Jungfrau einmal an einer "Spindel" verletzt, ist von der Natur so vorgesehen. Das passende Gegenstück zur männlichen "Spindel" ist der "Zwirn".

"… und Wolkenbruch" scheint mir ein Versuch zu sein, das an dieser Stelle unverständliche Zwirn durch etwas anderes zu ersetzen. Beim Wolkenbruch regnet's ja angeblich Bindfäden. Und ein Unwetter, das mit dem Gesäß zu tun hat, habe ich auch schon erlebt.

 

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Datum: 2011

Aktuell: 02.08.2016