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Heinrich Tischner

Fehlheimer Straße 63

64625 Bensheim

Sprachecke in den Echo-Zeitungen

Fragen und Antworten

Bellschuh

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Frage:
Auf der Speisenkarte eines durchaus gehobenen Restaurants in Wiesbaden habe ich ein Gericht namens Bellschuh gefunden. Rückfrage ergab: es handelt sich um eine Frikadelle von ca. 250 g, also von respektablem Gewicht.
Meine Frage ist: können Sie mir irgendetwas erläutern über die Herkunft des Begriffes, der Bezeichnung und des Zusammenhangs mit einem Hackedotz, wie diese Zubereitung im Rheingau auch heißt ?

 

 

   

 

Meine Antwort:

Bellschuh
Ich habe mehrere Möglichkeiten durchgespielt. Am meisten leuchtet mir ein:
Bellschuh = Bettelschuh (Bellmann 'Bettler'), das gibt insgesamt einen Sinn, erklärt aber nicht, warum der Klops so heißt. Das ist aber bei Namen von Gerichten oft so ("Armer Ritter", weil der Reiter 'Schnitte' sich keine eiserne Rüstung leisten kann und mit Teig vorlieb nehmen muss?)
In einem Kochbuch fand ich einen Apfelauflauf namens Bettelmann, das ist vielleicht ähnlich gemeint: ein armseliges Essen, von dem man nicht satt wird, nur ein Nachtisch. Der Bettler konnte sich auch kein anständiges Steak leisten, sondern musste mit einer Frikadelle vorlieb nehmen, an welcher der Bäcker am meisten verdient hatte. (Ich will ja hoffen, dass das heute anders ist!) Schuh könnte sich auf eine ursprünglich längliche Form bezogen haben.

Hackedotz
Hacke ist 'Hackfleisch', Dotz 'Stoß' bedeutet in Nassau 'Beule, Klicker', südhessisch auch 'Gesäß, Brustwarze, Euter, Ausbuchtung', also irgend was Rundliches.

 

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Datum: 2013

Aktuell: 26.03.2016