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Heinrich Tischner

Fehlheimer Straße 63

64625 Bensheim

Sprachecke in den Echo-Zeitungen

Fragen und Antworten

Brett vorm Kopf

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Frage:
Wir diskutierten unlängst im Freundeskreis und stolperten über die Redensart "ein Brett vor dem Kopf haben". Letzteres glaube ich schon mal in Zusammenhang mit "wie vernagelt sein" gehört zu haben, bringe es aber nicht mehr richtig zusammen.

 

 

   

 

Meine Antwort:

Ein Brett vor den Kopf hat man störrischen Ochsen gebunden, die ließen sich dann nicht irritieren von dem was um sie geschah und trotteten stur geradeaus mit dem Pflug oder Wagen hinter sich. Bei den Pferden hat man heute noch die Scheuklappen am Halfter, die ihnen den Blick zur Seite verwehren. Im übertragen Sinn meinen wir: keinen Weitblick haben, nur das Naheliegende sehen, oder noch nicht mal das. Es wird kaum ein Bauer seinem Rindvieh das Brett an den Kopf genagelt haben. Diese Vorstellung haben wir aber, wenn jemand wie vernagelt", begriffsstutzig ist. Vielleicht ist er ja auch nur in eine Kiste gesperrt, die zugenagelt wurde. Das geht wiederum über in das Bild, dass jemand ans Ende der Welt kommt, wo er nicht mehr weiterkann, weil die "Welt mit Brettern zugenagelt" ist, wohl eine Schutzmaßnahme, damit keiner über den Rand der Erdscheibe tritt und ins Bodenlose fällt.

 

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Datum: 2014

Aktuell: 16.02.2018