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Heinrich Tischner

Fehlheimer Straße 63

64625 Bensheim

Sprachecke in den Echo-Zeitungen

Fragen und Antworten

dünken

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Frage:
Kommt dünken von denken? Manchmal hört man auch „mich deucht“. Woher kommt das?

 

 

   

 

Meine Antwort:

Dünken ist eine Nebenform von denken (germ. thunkjan / thankjan), Stamm *thanch-. Vor j wurde der Konsonant verschärft, also ch > k. Das alte ch ist erhalten in dachte / deuchte. Die Germanen hatten die Angewohnheit, n vor ch nicht auszusprechen und stattdessen den Vokal zu dehnen, also danchta > dâchta 'dachte', ähnlich bringen / brachte. Das wurde später bei den Nordseesprachen auch auf andere Reibelaute übertragen, wie Vergleich mit dem Englischen zeigt: Gans / goose, sanft / soft, (ahd.) zand / tooth 'Zahn'.

Vom selteneren dünken / deuchte wurde schon im Mittelalter eine neue Vergangenheit dünkte gebildet. Deuchte ist also die ältere, dünkte die jüngere Form.

 

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Datum: 2014

Aktuell: 16.02.2018