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Heinrich Tischner

Fehlheimer Straße 63

64625 Bensheim

Sprachecke in den Echo-Zeitungen

Fragen und Antworten

Griesgram

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Frage:
Was hat der Griesgram mit dem Gries zu tun? Ist es nur wegen des Sprachspieles, weil's gut klingt?

 

 

   

 

Meine Antwort:

Mhd. grisgram war 'Zähneknirschen', wie der von Ihnen erwähnt Grieß und Griesheim 'Sandheim' zu einem Wort für 'zerreiben'. Nicht zu verwechseln mit grīs 'grau' (wie der 'gräuliche' und greuliche Grizzlybär und der Greis, beide oft auch mürrisch.

Grim / gram / grum ist ein ablautendes Schallwort: 'krachen, poltern, donnern' (slaw. grom 'Donner', grummeln). Jähzornige Menschen geraten rasch in Wut und poltern los, daher Grimm 'Zorn' und gram 'zornig'. Ein zivilisierter Mensch versucht sich zu beherrschen und ist nur grimmig, verärgert und frisst seinen Gram in sich hinein und wird vergrämt.

Ein Griesgram war also ein zähneknirschender Wüterich, hat sich aber gemausert zu einem mürrisch grummelnden und brummelnden Greis, der keiner Fliege auch nur ein Haar krümmt.

Im Bauch grummelt's manchmal auch, wenn man vornehmes Leibgrimmen oder hundsgemeines Bauchweh hat. Wahrscheinlich grummelt's auch bei Herrn Duden im Grab, weil er sich seit 103 Jahren Vorwürfe macht, dass er das Bauchweh mit g zugelassen hat, denn richtig wäre Krimmen, verwandt mit krumm (wehtun = machen, dass sich jemand krümmt). Dabei kam die falsche Schreibung schon vor 500 Jahren auf. Herr Duden ist unschuldig.

 

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Übersicht

 

 Etymologie Grimm | greis | Grieß

 

Datum: 2014

Aktuell: 26.03.2016