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Heinrich Tischner

Fehlheimer Straße 63

64625 Bensheim

Sprachecke in den Echo-Zeitungen

Fragen und Antworten

Schorle

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Frage:
Woher kommt Schorle '(Apfel-) Wein mit Sprudel'?

 

 

   

 

Meine Antwort:

Schorle ist Kurzform von Schorlemorle, eine reimende Verdopplung, d.h. die Grundsilbe wurde verdoppelt mit einem abweichenden Anlaut. -le- ist eine Zwischensilbe. Ähnlich hopp-la-hopp, holter-di-polter und ähnlich gebildet: Schicki-micki. Man nimmt an, dass bei Schorlemorle die Grundsilbe schor- ist, aber bei holter-di-polter ist es -polter.

Älteste Belege (1238)

  • 1271 FaN Niedersachsen Scorlemorle, Schorlemurle

  • 1513 Scormorrium 'Münstersches Bier'

  • 1673 Carlemorlepuff 'Mischung aus Bier und Wein'

  • 1740 Franken Schurlemurle (wie heute).

Eine einleuchtende Erklärung habe ich nicht gefunden.

Kluge 2002 versucht es mit pers. šôr 'Gemisch', aber das kann ich nicht nachvollziehen und habe nur folgendes gefunden: pers. (765f )

  • šor u mor شور و مور 'schwach, gemein, verächtlich; unglücklich; Lärm, Durcheinander, Verwirrung'

  • šorīdan شورىدن 'verstört / verblüfft / durcheinander / verwirrt sein; verrückt werden, sich verrückt stellen; waschen; gut hinkriegen'

Pfeifer 1238 knüpft an an schurren 'geräuschvoll bewegen, schlurfen rutschen', Schurrmurr 'altes Gerümpel'.

Aber was hat das alles mit gespritztem Apfelwein zu tun?

 

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Datum: 2015

Aktuell: 26.03.2016