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Heinrich Tischner

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Das Urchristentum

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Gottesdienst

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Urchristlicher Gottesdienst

Gottesdienstzeit

Täglicher Gottesdienst im Tempel

Nach Apg. 2,46; 3,1 nahmen die Christen der Urgemeinde in Jerusalem an den täglichen Tempelgottesdiensten teil. Nach 3,1 handelte es sich um das Abendopfer zwischen 15 und 16 Uhr. Das zeigt, dass sich die Christen noch zur jüdischen Religion zugehörig fühlten.

Teilnahme an den Synagogengottesdiensten am Sabbat

Für Paulus ist es nach der Darstellung der Apg. (er selbst schweigt sich darüber aus) selbstverständlich, dass er an den jüdischen Synagogengottesdiensten teilnimmt, solange er dort geduldet wird. Noch auf seiner 3. Reise hat er in Ephesus Gelegenheit, 3 Monate lang ungehindert in der Synagoge zu predigen (Apg. 19,8). Er betrachtet sich also als Mitglied des jüdischen Volkes und wird auch zeitweise als solches anerkannt.

Christlicher Gottesdienst am Sonntagabend

Auf der Reise nach Jerusalem besucht Paulus die Gemeinde in Troas. Dort ist erstmals von einer Zusammenkunft "am ersten Tag der Woche" die Rede, bei der Paulus eine überlange Predigt hält, die bis Mitternacht dauert (Apg. 20,7). Hier haben wir den ältesten Beleg für die christliche Sonntagsfeier [1], wenn wir von den Ostergeschichten absehen.

Da nach jüdischer Berechnung der Tag nicht mit Mitternacht, sondern mit Sonnenuntergang beginnt, wäre zu fragen, ob dieser Gottesdienst nach unserem Verständnis wirklich am Sonntag oder nicht vielmehr am Samstagabend gefeiert wurde. Der jüdische Sabbat wird ebenfalls eingeleitet mit einem Abendgottesdienst und einer häuslichen Feier am Vorabend, in diesem Falle also am Freitag. Das letzte Mahl, das Jesus mit den Jüngern einnahm, fand nicht am Abend des Gründonnerstags, sondern am Vorabend des Karfreitags statt; auf dem religiösen Kalender war's also schon Freitag. Auch wenn wir unseren Heiligen Abend feiern, ist es auf dem kirchlichen Kalender schon der 25. Dezember.

Bereits in den Ostergeschichten ist von einer gottesdienstlichen Versammlung der Christen die Rede:

Lk 24: Die Emmausjünger feiern mit dem unerkannten Jesus gegen Abend in Emmaus eine Art Abendmahl und gehen dann nach Jerusalem zurück, wo die übrigen Christen "versammelt" waren. Dort erscheint ihnen Jesus noch einmal.

Jh 20: Am Abend des 1. Tages der Woche erscheint Jesus den Jüngern. Da Thomas nicht dabei war, offenbart sich Jesus extra für Thomas noch einmal, u.zw. "nach achten Tagen", d.h. wie in unserem Sprachgebrauch, nach einer Woche, ebenfalls am Sonntag.

Die Ostergeschichten lesen sich allerdings so, als hätten diese Versammlungen am Sonntagabend stattgefunden: Bei Sonnenaufgang entdecken die Frauen, dass das Grab leer ist ‑ am Abend desselben Tages erscheint der Auferstandene den versammelten Jüngern. Dies ist eine logische Reihenfolge: Der Grabbericht spielt an der Stelle, an der sich die Auferstehung ereignet haben muss, und steht an der Stelle des Auferstehungsberichtes, für den es keine Zeugen gibt. Der Erscheinungsbericht vor den Jüngern kann also nur nach der Auferstehung und dem Grabesbericht kommen.

Ist das wirklich auch die "historische" Reihenfolge? Nach 1. Kor. 15,5 (vgl. Lk 24,34) war Petrus der erste Auferstehungszeuge, noch vor den anderen aus dem Zwölferkreis. Nach Mk 16,8 haben die Frauen von ihrem Erlebnis (zunächst) keinem etwas erzählt. Beide Geschichten, die vom leeren Grab und die Erscheinungen, sind also unabhängig voneinander und auch bei Lukas und Johannes nur lose aneinander angefügt. Lassen wir nun einmal die Grabgeschichte außer acht, so gibt es keine Bedenken, die Datierung so zu verstehen, dass die Jünger sich am Abend des 1. Tages, d.h. am Samstagabend getroffen hätten. Durch die jetzige Anordnung der Geschichten musste aus dem Samstagabend ein Sonntagabend werden.

Wann ist Jesus überhaupt auferstanden? Die Angabe "am dritten Tag" führt Paulus in 1. Kor. 15,4 auf eine Schriftstelle (Hos 6,2) zurück. Die Auferstehung am Sonntag beruht also nicht auf Zeugenaussagen oder dem Datum der Grabesgeschichte, sondern ist aus dem AT erschlossen. Die voneinander unabhängigen Osterüberlieferungen hat man dementsprechend alle auf den Sonntag nach Karfreitag datiert und versucht, sie in eine "logisch richtige" Reihenfolge zu bringen. Dabei hat man vielleicht in Kauf genommen, dass die Jünger sich gegen den (noch bekannten?) Brauch nicht am Samstagabend, sondern am Sonntagabend versammelten.

Es gibt sogar Hinweise, dass Jesus den Zwölfen nicht am dritten Tag nach der Kreuzigung, sondern später erschienen ist:

  • Die Mk 14,28; 16,7 angedeutete Erscheinung vor Petrus und den Zwölfen in Galiläa setzt voraus, dass die Jünger, die am Ostersonntag noch in Jerusalem waren, erst einmal nach Galiläa gehen mussten, eine Strecke von über 100 km, also erst in 3-4 Tagen zu erreichen.

  • Dies wird von Mt 28,16 ausdrücklich berichtet: Die Jünger gehen nach Galiläa, wo ihnen Jesus auf einem Berg erscheint. Von einer anderen Erscheinung ist vorher nicht Rede. Auch hier wird an einen längeren Zeitraum zwischen Karfreitag und diesem Erlebnis gedacht.

  • Auf einem Berg in Galiläa spielt auch die Verklärungsgeschichte, die Mk 9,2; Mk 17,1 mit der merkwürdigen Zeitangabe "nach 6 Tagen" eingeleitet wird, welche auf keinen bestimmten Wochentag deutet. (Lk 9,28 "nach etwa 8 Tagen".) Viele Ausleger nehmen an, dass die Verklärungsgeschichte eigentlich eine Ostergeschichte ist und von Markus fälschlicherweise ins Leben Jesu verlegt wurde. Das ist natürlich nur eine Vermutung und beweist nichts über einen längeren Zeitraum zwischen Karfreitag und der Vision der Zwölf. Diese Erklärung passt aber gut zu dem Bild, das wir bisher gewonnen haben.

  • Lk 24,50 verlegt aus dogmatischen Gründen die Bergvision von Galiläa auf den Ölberg bei Jerusalem und schiebt zwischen der Ostererscheinung und dieser Himmelfahrtserscheinung einen Zeitraum von 40 Tagen ein (Apg. 1,3). Auch er scheint also etwas gewusst zu haben, dass die älteste Visionsgeschichte einige Zeit nach Ostern gespielt hat.

Das ursprüngliche Johannesevangelium (1‑20) weiß zwar nur von Erscheinungen in Jerusalem, bringt aber im Nachtrag (21) noch eine Erscheinung in Galiläa. Auch hier wird mit einem größeren zeitlichen Abstand seit dem Karfreitag gerechnet.

Zusammenfassung: Von einem Sonntagsgottesdienst hören wir erstmals Ende der fünfziger Jahre aus Troas. [1] Die Gemeinde versammelt sich abends, d.h. wohl am Samstagabend. Man feiert den 1. Tag in der Woche im Gedenken daran, dass Jesus "am 3. Tag" auferstanden ist, und datiert dementsprechend die Ostergeschichten auf den 3. Tag nach Karfreitag. Die Erscheinungsberichte vor den Zwölfen spielen in einer Art gottesdienstlichen Versammlung, d.h. man erfuhr die Gegenwart des Auferstandenen in den regelmäßigen gottesdienstlichen Zusammenkünften.

Christlicher Gottesdienst am Sonntagmorgen

Erst aus nachbiblischer Zeit ist überliefert, dass die Christen Sonntagmorgens vor Sonnenaufgang zu gottesdienstlichen Veranstaltungen zusammengekommen seien.

Der Ort des Sonntagsgottesdienstes

Die abendliche Zusammenkunft in Troas (Apg. 20) fand in einem Raum im 3. Stock eines Hauses statt. Da es darin viele Lampen gab, werden wir annehmen müssen, dass es sich um einen größeren Saal gehandelt hat.

Von einem Obergemach als dem gewöhnlichen Treffpunkt der Christen ist auch Apg. 1,13 die Rede. In beiden Fällen scheint es sich um ein Privathaus zu handeln.

Später traf sich die Urgemeinde in einem Nebengebäude des Tempels, u.zw. in der sog. Halle Salomos (Apg 3,11; 5,12), wo auch schon Jesus gepredigt hatte (Jh 10,23). Diese Örtlichkeit wird kein abgeschlossener Raum, sondern eine offene Säulenhalle gewesen sein, zu der jedermann Zutritt hatte und die sich für missionarische Aktionen geradezu anbot.

In der Geschichte von der Befreiung des Petrus (Apg 12) meldet sich Petrus mitten in der Nacht im Haus der Mutter von Johannes Markus, "wo viele beieinander waren und beteten" (V. 12). Auch hier wird ein Privathaus (in Jerusalem?) als Treffpunkt der Christen genannt.

Paulus hatte die Angewohnheit, zuerst in der Synagoge zu predigen, bis eine weitere Wirksamkeit dort nicht mehr möglich war. Nach Apg. 18,7 bietet ihm in Korinth daraufhin ein Privatmann sein Haus als Treffpunkt an, nach Apg. 19,9 zieht er in Ephesus um in eine "Schule", wo er zwei Jahre lang täglich predigen darf.

Wir werden also wohl unterscheiden müssen zwischen den internen gottesdienstlichen Zusammenkünften der Christen in Privathäusern und den öffentlichen Missionsveranstaltungen in geeigneten Räumen. Dieses Nebeneinander wird schon Apg. 2,46 angedeutet: Tägliche Zusammenkünfte im Tempel und Brotbrechen in den Häusern.

Urchristlicher Gottesdienst

Der christliche Gottesdienst hat seine Vorbilder nicht im Tempelkult, sondern im jüdischen öffentlichen Synagogengottesdienst und vielleicht auch im häuslichen Sabbatmahl am Freitagabend.

Die ältesten Hinweise auf urchristliche Gepflogenheiten finden wir bei Paulus, besonders in 1. Kor. In Korinth scheint es, wie wir gesehen haben, ziemlich chaotisch zugegangen zu sein. Es meldeten sich Redner verschiedener Qualifikation zu Wort (gebildete Lehrer, inspirierte Propheten), immer wieder unterbrochen von den spontanen Äußerungen der Zungenredner. Selbstverständlich gehörten auch Gebete, Lieder und Lesungen zum Programm. Aus Kol. 4,16 geht hervor, dass man die Apostelbriefe bei diesen Zusammenkünften verlesen und auch mit anderen Gemeinden ausgetauscht hat. Zu diesen Wortgottesdiensten konnten auch Nichtchristen kommen.

Einen besonderen Abschnitt widmet Paulus den Frauen (1. Kor. 11,1-16): Der Streit geht nicht um die Rechte, die die Frau im Gottesdienst hat oder nicht hat, sondern um eine Kleiderfrage: Paulus ordnet an, dass die Frau beim Beten oder prophetischen Reden eine Kopfbedeckung zu tragen hat, während der Mann im Gegensatz zur jüdischen Sitte nichts auf dem Kopf trägt. Paulus gestattet also der Frau das öffentliche Reden in Gebet und Prophetie; in Kap. 14,34 dagegen verbietet er ihr ganz das Wort: "Wie in allen Gemeinden der Heiligen sollen die Frauen schweigen in der Gemeindeversammlung." Wie das gemeint ist, zeigt 1. Tim 2,11.12: Es geht nur um das "Lehren" und die Diskussion über Lehrvorträge; Beten und Prophezeien ist also nach wie vor erlaubt.

Nicht ganz klar ist das Verhältnis zwischen Wortgottesdienst und Sakrament. Wahrscheinlich war jede Zusammenkunft mit einem Liebesmahl verbunden, von dem aber die Ungetauften ausgeschlossen waren; siehe unten.

Trotz des in 1. Kor. angedeuteten Durcheinanders scheint es doch schon so etwas wie eine Gottesdienstordnung gegeben zu haben:

Urchristliche Lieder und liturgische Stücke

Nicht alles, was Paulus in seinen Briefen schreibt, ist selbst formuliert. Er zitiert außer Bibelversen und Schlagworten der Gemeinden auch Stücke aus dem entstehenden NT und dem urchristlichen Gesangbuch und Katechismus:

Jesusüberlieferung sind nicht nur die Abendmahlsworte (1. Kor. 11,23‑25) und die Auferstehunsgworte (1. Kor. 15,3‑5); Paulus zitiert auch bekannte und unbekannte Jesusworte (1. Kor. 7,10 von der Scheidung; 9,14 von der Besoldung der Prediger; 1. Thess. 4,15 von der Wiederkunft Jesu).

Stücke aus dem Gesangbuch:

Paulus zitiert öfter alttestamentliche Stellen, die wir so nicht im AT finden; er wird sie daher aus dem urchristlichen Gesangbuch entnommen haben, z.B.:

  1. Kor. 2,9 Jes 64,3
  "Was kein Auge gesehen hat und kein Ohr gehört hat, und in keines Menschen Herz gekommen ist, was Gott bereitet hat denen, die Ihn lieben." "Kein Ohr hat gehört, kein Auge hat gesehen einen Gott außer Dir, der so wohl tut denen, die auf Ihn harren."
  1. Kor. 16,54.55 Jes 25,8; Hos 13,14
  "Der Tod ist verschlungen in den Sieg. Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo ist Stachel?" "Er wir den Tod verschlingen auf ewig. Tod, Ich will dir ein Gift sein; Toten reich, Ich will dir eine Pest sein."

Hier hat also die Urgemeinde alttestamentliche Texte selbständig verarbeitet, umgeformt und zusammengestellt. Sie waren wohl nicht schriftlich festgehalten, sondern mündlich im Umlauf. Hätte man ein schriftliches AT zur Hand gehabt und nachgeschlagen, so hätte man sicher die Texte genauer wiedergegeben.

In anderen Fällen zitiert Paulus eigene urchristliche Lieder, so ausdrücklich Eph. 5,14:

"Wach auf, der du schläfst, stehe auf von den Toten, so wird dich Christus erleuchten."

Dies ist vielleicht nur ein Vers aus einem längeren Lied; es sind aber auch längere Auszüge aus Liedern erhalten:

Phil. 2,6-11, ein Lied von der Erniedrigung und Erhöhung Christi in einer Sprache und mit Gedanken, die sonst Paulus fremd sind.

Kol. 1,15-18, ein Lied über die Majestät Christi, der bereits an der Erschaffung der Welt beteiligt war.

Stücke aus der Liturgie:

Paulus leitet den 1. Kor. mit dem erweiterten Friedensgruß ein:

"Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus."

(1,3); ähnlich leitet er auch andere Briefe ein. Ähnlich steht am Schluss der Gruß:

"Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des heiligen Geistes sei mit euch allen."

(2. Kor. 13,13). Dies klingt wie Worte, die man auch im Gottesdienst gebraucht hat. Dass es sich nicht nur um den Sprachgebrauch von Paulus handelt, sehen wir an Ofb 1,4; 22,21.

Am Schluss von 1. Kor. steht vor dem Friedensgruß eine weitere liturgische Formel, die wir ähnlich auch am Schluss der Off. finden:

  1. Kor. 16,22 Off. 22,20
 

"Wenn jemand den Herrn nicht liebhat,

der sei verflucht.

 

Maranatha ("Unser Herr, komm!")

Die Gnade des Herrn Jesus sei mit euch."

"(Wenn jemand am Text des Buches was verändert,

dem füge Gott die beschriebenen Plagen zu)

Amen, ja komm, Herr Jesus!

Die Gnade des Herrn Jesus sei mit allen."

Dass es sich dabei tatsächlich um einen Teil der Gottesdienstordnung handelt, sehen wir in der Apostellehre (folgende Seite). Dort steht 10,6:

"Es komme der Herr [2] und es vergehe die Welt! Hosianna dem Gotte Davids. Wenn jemand heilig ist, komme er; wenn er es nicht ist, tue er Buße! Maranatha. Amen."

Dieses Stück steht am Ende der Ausführungen über die Abendmahlsfeier, nach dem "Dankgebet nach der Sättigung". Auch hier finden wir hintereinander eine Aussage über die Ungläubigen und die Bitte "Maranatha, Unser Herr komm!" [3] Wie bei Paulus und der Ofb steht die Formulierung am Schluss.

Wir haben es also mit einer liturgischen Formel zu tun, die am Ende eines Briefes oder einer gottesdienstlichen Handlung steht, wobei das Briefformular wohl aus dem Gottesdienst übernommen ist. Das erweckt fast den Anschein, als sollten die beiden Briefe an der entsprechenden Stelle im Gottesdienst, also nach dem 3. Dankgebet und vor dem Maranatha, verlesen werden. Kam hier normalerweise die "Predigt"?

Interessanterweise beginnen die Paulusbriefe nach den üblichen einleitenden Bemerkungen fast immer mit einem Dankgebet. Das würde dafür sprechen, dass sie tatsächlich nach dem Sättigungsmahl im Gottesdienst verlesen werden sollten. Paulus hätte also gleich die entsprechenden Teile der Liturgie mitgeliefert.

Rekonstruktion einer Gottesdienstordnung

Die Apostellehre übermittelt uns zwar keine vollständige Gottesdienstordnung, aber doch wichtige Teile daraus:

  • 8.2 Vater unser

  • 9.2 Dankgebet über dem Becher

  • 9.3 Dankgebet über dem Brot

  • 9.4 Ausschluss der Ungetauften

  • 10.1‑4 Dankgebet nach der Sättigung

  • 10.6 Maranatha.

Abschließend wird noch bemerkt, dass zum Dankgebet über das Brot noch ein Sündenbekenntnis gehört.

Das Maranatha wird im Unterschied zu den drei Gebeten nicht eingeleitet, liest sich also so, als käme es unmittelbar nach dem dritten Gebet. Wir hätten also drei bzw. vier Teile:

1. Dank für den Becher

2. und 3. Dank für das Brot mit Sündenbekenntnis

4. Dank nach der Sättigung mit Maranatha, dazwischen evtl. Predigt oder Lesung der Briefe.

Zwischen Teil 3 und 4 liegt eine ganze Mahlzeit, die satt machen soll. Zu dieser Mahlzeit durften die Ungetauften nicht anwesend sein, wie aus der Zwischenbemerkung 9,5 hervorgeht.

Es wäre allerdings die Frage zu stellen, ob die Apostellehre nicht nur Gebete überliefert, sondern auch eine Reihenfolge angibt. Denn nach 8,3 soll das Vaterunser dreimal am Tag gebetet werden, ist also nicht unbedingt Bestandteil des Sonntagsgottesdienstes; oder die Nennung vor den Danksagungen sagt wenigstens nichts über den Platz in der Gottesdienstordnung aus.

Der Ausschluss der Ungläubigen (9.5) nach dem Dank für das Brot und der Sättigung scheint nicht an der richtigen Stelle zu stehen. Warum werden sie nicht vor Beginn der Mahlzeit, also vor dem 1. Dankgebet weggeschickt?

Und schließlich enthält das Maranatha (10,6) auch eine Art Ausschließungsformel (bei Paulus ganz deutlich) und in der Apostellehre eine Einladung. Kann mit der Einladung und der Bitte "unser Herr, komm" der Gottesdienst zu Ende sein, oder erwartet man da nicht die Hauptsache, eine sakramentale Feier? Und schließlich, wenn das Maranatha am Ende einer Predigt steht, wäre es dann nicht angebracht, dass auch die Ungetauften die Predigt gehört hätten?

Es ist also anzunehmen, dass die Apostellehre nur Gebete und Anweisungen überliefert, aber keine Reihenfolge der einzelnen Stücke.

Das hat nichts damit zu tun, dass das Dankgebet für den Becher vor und nicht nach dem für das Brot steht, wie wir es beim Abendmahl gewöhnt sind. Denn die Reihenfolge 1. Kelch ‑ 2. Brot finden wir auch bei Paulus (l. Kor. 10,16):

"Der Kelche des Dankes, über dem wir das Dankgebet sprechen, ist er nicht die Teilhabe am Blut Christi? Das Brot, das wir brechen, ist es nicht die Teilhabe am Leib Christi?"

Hier hilft uns der Abendmahlsbericht bei Lukas weiter (22,14‑20):

1. Dank über dem Kelch, der herumgegeben wird mit Hinweis, dass Jesus nicht mehr vom "Gewächs des Weinstocks" trinken wird.
2. Dank über dem Brot, das gebrochen und herumgegeben wird mit dem Wort "das ist mein Leib".
3. Mahlzeit
4. Kelch nach dem Mahl (ohne Dankgebet) mit dem Wort vom neuen Bund.

Diese "Abendmahlsordnung" hat Lukas nicht irgendwo abgeschrieben, sondern es wird die Art sein, wie er selbst das Abendmahl feiert.

Versuchen wir nun die Angaben von Lukas und der Apostellehre zu kombinieren, so ergäbe sich folgende Gottesdienstordnung:

I. öffentliches Sättigungsmahl

1. Dank über dem Kelch und gemeinsames Trinken

2. Dank über dem Brot und Eröffnung der Mahlzeit

3. Sättigungsmahl

4. Schlussgebet

5. Predigt bzw. Gelegenheit für Redner

6. Maranatha und Ausschluss der Ungetauften, Einladung der Getauften

II. Sakrament

mit dem "Kelch des neuen Bundes"

Gegen diese Rekonstruktion spricht allerdings, dass nach Apostellehre 9,5 die Ungetauften von der gesamten "Eucharistie" (eigentlich 'Dankgebet') ausgeschlossen sind. Dies geht auch aus dem Pauluswort hervor, das bereits den 1. Becher mit dem Blut Christi verbindet, also nicht für Ungläubige bestimmt sein kann. Wir werden uns also damit zufrieden geben müssen, dass uns nur Elemente des urchristlichen Gottesdienstes, aber keine vollständige Gottesdienstordnung überliefert ist. Außerdem werden wir annehmen müssen, dass der Gottesdienst in den verschiedenen Gemeinden verschieden gefeiert wurde.

Gottesdienst in der Offenbarung

Johannes beschreibt in der Offenbarung an mehreren Stellen so etwas wie einen himmlischen Gottesdienst, der in Einzelheiten wohl im irdischen Gottesdienst sein Vorbild hat:

Alle sieben Tage Gottesdienst

Bei der Gliederung seiner Buchs bedient sich Johannes eines Siebener‑Schemas: 7 Sendschreiben, 7 Siegel, 7 Posaunen, 7 Zornesschalen usw. Die Sendschreiben fallen insofern aus dem Rahmen, als sie nur persönliche Begleitschreiben für die einzelnen Gemeinden sind; das eigentliche Buch beginnt erst mit Kap. 4. Ab Kap. 6 wird dann die Weltgeschichte als eine Abfolge von Katastrophen geschildert, die dadurch entstehen, dass das Gotteslamm nach und nach die 7 Siegel des Buchs öffnet. Beim 7. Siegel (8,1‑7) passiert gar nichts; da findet ein himmlischer Gottesdienst statt, bei dem die 7 Posaunenengel antreten. Wie diese nun einer nach dem anderen zu blasen anfangen, gibt's jedesmal eine Katastrophe; während beim Schall der 7. Posaune (11,15‑19) wieder Gottesdienst ist. Ab Kap 12 ist die Ordnung des Buches durch Einschübe gestört (12‑14); aber bevor dann die Engel mit den Zornesschalen auftreten, findet wieder ein Gottesdienst statt (15,1‑4). Bei der 7. Schale wird nun freilich kein Gottesdienst mehr gefeiert, stattdessen kommt ein Abschnitt über die den Aufstieg und Untergang von "Babylon" = Rom (17‑19), der dann das Jüngste Gericht einleitet.

Wir haben also wenigstens in der ersten Hälfte des Buchs eine Art Wochenschema mit einem himmlischen Gottesdienst nach je 6 Katastrophen. Das beweist nichts für eine christliche Sonntagsfeier, denn es könnte sich auch um den Sabbat handeln. Klar ist jedenfalls, dass alle 7 Tage Gottesdienst gefeiert wird.

Lieder und Gebete

Die Offenbarung überliefert auch Lieder und Gebete, die bei diesen Gottesdienste vorgetragen wurden, wie sie ähnlich auch in irdischen Gottesdiensten gebetet und gesungen wurden. Es sind keine Bitten und Klagen, sondern Preislieder, die da angestimmt werden, z.B. 5,9‑14. Bei diesem "neuen Lied" singen die 24 Ältesten sozusagen die Strophen (9‑11), und die himmlische Gemeinde singt den Refrain (V.12), danach stimmen alle Lebewesen mit ein in den Schlusslobpreis (V. 13). Das Lied schließt mit "Amen", das die 4 Gestalten sprechen. Wir haben es hier mit einer ziemlich komplizierten Art von Psalmengesang zu tun, bei dem verschiedene hierarchisch geordnete Gruppen verschiedene Aufgaben erfüllen: die 4 Gestalten (vielleicht als "Priester" gedacht), die 24 Ältesten als "Chor, die himmlische Gemeinde, die den Refrain singt, und schließlich alle Lebewesen, die wohl die Gäste (Taufbewerber, interessierte Heiden) repräsentieren.

Äußerer Rahmen

Im selben Abschnitt erfahren wir auch etwas über den äußeren Rahmen eines Gottesdienstes: Der Refrain wird nicht gesungen, sondern gesprochen; vor und nach dem Lied werfen sich die 4 Gestalten und die Ältesten auf dem Boden; gesungen wird wohl im Stehen. Aus Jak 2,3 geht hervor, dass es Sitzplätze gab; falls sie nicht reichten, musste man mit Stehplätzen vorlieb nehmen oder sich auf den Boden setzen. Das Lied wird mit der Harfe begleitet; außerdem wird Weihrauch benutzt, der gedeutet wird als "die Gebete der Heiligen" (= der Christen); vgl. ausführlich 8,3.4 Dort ist auch von einem Altar die Rede, auf dem der Weihrauch dargebracht wird. Daneben gibt es Räucherschalen (5,8) und Rauchfässer (8,3).

Man muss sich an dieser Stelle fragen, ob Johannes wirklich den christlichen Gottesdienst zum Vorbild genommen hat, oder nicht vielmehr den Kaiserkult, dem sich die Christen verweigerten, weswegen sie verfolgt wurden.

Eine Antwort gibt vielleicht 6,9. Dort ist von einem Altar die Rede, unter dem sich die Seelen der Märtyrer befinden. Dies erinnert an den alten Brauch, die Überreste der Märtyrer in Kirchen bzw. unter dem Altar beizusetzen. Also doch christliches, kein heidnisches Brauchtum? Es wäre ja auch verwunderlich, wenn im Himmel heidnische Gebräuche gepflegt würden. Wir müssen also annehmen, dass in der Offenbarung so etwas wie ein "katholischer" Gottesdienst mit Altar, Weihrauch und Reliquien beschrieben wird.

Sprachgebrauch

Paulus verwendet im Römerbrief zweimal das Wort "Gottesdienst": Röm 9,4 von den "Israeliten, denen die Kindschaft gehört und die Herrlichkeit und der Bund und das Gesetz und der Gottesdienst und die Verheißungen." Hier ist wohl an den Tempelgottesdienst gedacht, vgl. Hebräer 9,1.6.9.21, was auch unserem Sprachgebrauch entspricht: Gottesdienst: 'Veranstaltung zur Ehre Gottes'.

Röm 12,1 redet vom christlichen "Gottesdienst". Die Stelle setzt zwar dieses Verständnis voraus (mit Opfern verbunden), meint aber etwas ganz anderes, nämlich die Hingabe des ganzen Menschen an Gott. Gottesdienst im christlichen Sinn ist also keine Sonderveranstaltung, sondern das ganze Leben. Ähnlich Jak 1,26.27.

Die christliche Veranstaltung am Sonntag wird nicht "Gottesdienst" genannt, sondern "Versammlung" (Hbr. 10,25; Jak. 2,2). Paulus und Lukas haben dafür noch keinen Begriff, sondern sie reden verbal von "beieinander sein" (Apg. 1,14; 2,26; 12,12) oder "zusammenkommen" (1. Kor. 11,17). Dagegen hat das Wort "Gemeinde" (griech. ekklēsía) an einigen Stellen die Bedeutung 'gottesdienstliche Veranstaltung' (wörtlich: 'einberufene Versammlung'), so z.B. 1. Kor. 14,19.

Brotbrechen, Dankgebet, Abendmahl, Liebesmahl

Das Abendmahl hat im Urchristentum verschiedene Namen:

Brotbrechen (Lk 24,35; Apg 2,42 als Substantiv; verbal Lk 24,30; Apg. 2,46; 20,7.11; 27,35; 1. Kor. 10,16), dazu im Abendmahlsbericht Mt 26,26; Mk 14,22; Lk 22,19; 1. Kor. 11,24, ferner bezeichnenderweise in den Geschichten von der Speisung der 5000 (Mt 14,19; Mk 6,41; Lk 9,16, nicht in Jh 6) und der 4000 (Mt 15,36; Mk 8,6) sowie Apostellehre 14,1.

Man wird nicht aus dem Ausdruck "Brotbrechen" herauslesen dürfen, dass es schon in der Urgemeinde eine "katholische" Abendmahlsfeier ohne Kelch gegeben hätte. Wie beim Ausdruck 'Dankgebet' steht hier der Teil für das Ganze. Umgekehrt scheint aus den Speisungsgeschichten der Evangelien und dem Bericht über das Frühstück von Joh. 21 hervorzugehen, dass es zum Brot auch Beilagen (Fisch) gegeben hat.

Das Dankgebet (die Eucharistie), das zum Brotbrechen gehört, ist im NT noch nicht zum Fachausdruck für 'Abendmahl' geworden. Bei Paulus bezeichnet es allgemein eine Art von Gebet oder die Dankbarkeit; als Tischgebet: 1. Tim. 4,3.4. Erst in nachbiblischer Zeit bedeutet Eucharistie soviel wie 'Abendmahl' (Apostellehre: 9,1; 9,5 "von der Eucharistie essen").

Das Dankgebet geht auf jüdische Gepflogenheiten zurück. Die in der Apostellehre überlieferten Gebete scheinen direkt aus dem Judentum übernommen zu sein. Die jüdischen Gebete lauten:

"Gepriesen seist Du, HERR, unser Gott, du König der Welt, der du das Brot von der Erde hast aufgehen lassen."

"Gepriesen seist Du, HERR, unser Gott, du König der Welt, der du das Gewächs des Weinstocks geschaffen hast" (vgl.  dazu Luk. 22,18).

Abendmahl ist in den Evangelien allgemein das 'Abendessen' (im Unterschied zum 'Frühstück' Joh 21,12.15), speziell das festliche Gastmahl; 1. Kor. 11,20 "Mahl des Herrn" vom Abendmahl, daneben V. 21 von der mitgebrachten Vesper. Das Abendmahl dient als Bild für das Reich Gottes (Lk 14,15‑24; Off. 19,9). Daneben als Verb in den Abendmahlsworten Lk 22,20; 1. Kor. 11,25; vgl. Off. 3,20.

Von einem Liebesmahl (griech. agápē) redet Jud 12, wo den Gegnern vorgeworfen wird, sie würden dabei schlemmen, das Liebesmahl also allzu üppig ausgestalten.

Es gibt also keinen einheitlichen Begriff für das, was wir 'Abendmahl' nennen. Falls es überhaupt im NT zu einer Begriffsbildung kommt, werden diese Begriffe sehr sparsam gebraucht: 'Brotbrechen' bei Lukas, 'Mahl des Herrn' bei Paulus, "Liebesmahl" bei Judas.

Dass es nicht bloß eine Andeutung einer Mahlzeit gewesen ist wie in unseren Gottesdiensten, sondern dass man dabei satt wurde, geht aus 1. Kor. 11,17‑22, Jud. 12 und Apostellehre eindeutig hervor.

Die Abendmahlsberichte bei Lk und Paulus deuten an, das zwischen der Austeilung des Brots und des Kelchs eine Mahlzeit war ("desgleichen nach dem Mahl nahm Er den Kelch ... "). Diese Mahlzeiten hat man schließlich wegen der in 1. Kor. und Jud. angeprangerten Missbräuchen fallen gelassen und sich mit dem symbolischen Essen und Trinken, wie wir es kennen, begnügt.

"Opfer" wird das Abendmahl im NT nirgends genannt. Der Ausdruck wird von den heiligen Handlungen der Juden gebraucht. Im christlichen Sinn von Christus (Eph. 5,2; Hbr. 9,26), der Hingabe der Gläubigen (Röm 12,1) und Spenden zugunsten anderer (Phil. 4,18).

Dagegen bezeichnet Apostellehre 14,1 das Abendmahl als "Opfer". Sie greift dabei auf Mt 5,23.24 zurück: erst versöhnen, dann opfern. Das Wort ist also hier nicht im speziellen Sinn von 'Hingabe einer Sache an Gott', sondern im allgemeinen Sinn von 'heiliger Handlung, Sakrament' gemeint.

Sakrament (lat. sacramentum, griech. mystḗrion) wird das Abendmahl im NT nirgends genannt. Das Wort mystḗrion bezeichnet in allen Fällen ein 'Geheimnis', also etwas, was schwer zu erkennen und zu verstehen ist, aber keine Geheimlehre, die nicht jeder wissen darf. Das Christentum kennt keine Geheimlehren (Mt. 10,26.27).

Das Wort Sakrament bezeichnete im Lateinischen ursprünglich den 'Fahneneid'. In der römischen Kaiserzeit gab es sog. Mysterien, also Geheimreligionen, die ihre religiösen Lehren streng geheim hielten und nur denen mitteilten, die sich bestimmter Weihen unterzogen und sich damit selbst zu strengster Geheimhaltung verpflichtet hatten. In einigen dieser Religionen verstanden sich die Gläubigen als "Soldaten" ihrer Gottheit, die wie richtige Soldaten einen "Fahneneid" (lat. sacramentum) abgelegt hatten. "Fahneneid" wurde so zu einem Begriff für die geheimen Lehren (griech. mystḗria) und heiligen Handlungen, auch des Christentums.

Mit dem Abendmahl hat man immer ein bisschen Geheimniskrämerei betrieben. Wie aus Apostellehre 9,5 hervorgeht, durften nur Getaufte am Abendmahl teilnehmen. Dies deutet schon Paulus mit seiner Ausschlussformel 1. Kor. 16,22 an.

Die Apostellehre begründet den Ausschluss der Ungetauften mit Mt. 7,6 "Ihr sollt das Heilige nicht den Hunden geben". "Das Heilige" wäre also ebenfalls ein Wort für "Sakrament" oder "Abendmahl". Manche Ausleger nehmen an, dass die Formel "Gemeinschaft der Heiligen" im Glaubensbekenntnis nicht die "Kirche" meint, von der kurz vorher die Rede ist, sondern die "Teilhabe an den heiligen Dingen, Sakrament".

Taufe und Konfirmation

Rituelle Waschungen gibt es in vielen Religionen, auch im Judentum. Vielleicht ist die Fußwaschung (Jh 13) nicht als ein einmaliger Akt gemeint, sondern es ist an eine Wiederholung gedacht. Sie wird in V. 10 anscheinend mit der Taufe verbunden: "Wer gewaschen (= getauft?) ist, ist ganz rein"; er muss nur noch (immer wieder?) seine Füße waschen (zur grundsätzlichen Sündenvergebung durch die Taufe muss die Vergebung der einzelnen Sünden kommen, die nach der Taufe begangen wurden? Der Sinn ist unklar). Das Händewaschen vor dem Essen übten die Christen jedenfalls nicht, wie Mk 7,2 zeigt.

Es bleibt also die Taufe als einzige in der ganzen Christenheit praktizierte Waschung. Sie geht zurück auf Johannes den Täufer, der nach Mk 1,8 seine Taufe aber als etwas Vorläufiges hinstellt; die Wassertaufe des Johannes soll durch die Geisttaufe abgelöst werden. Dies dürfte im Sinne des NT auf die mit der christlichen Taufe verbundene Geistverleihung deuten, die die Täuferjünger nach Apg 19,1‑7 nicht kannten. Was der Täufer wirklich gemeint hat, wissen wir nicht: Dass seine Taufe nur ein Symbol für etwas ist, was ein Anderer bewirken muss (z.B. Sündenvergebung beim Jüngsten Gericht)?

Wie die Johannestaufe von der Kirche übernommen wurde, entzieht sich ebenfalls unsrer Kenntnis. Das Jh‑Evg. gibt uns widersprüchliche Angaben: Nach 3,22‑30 hat Jesus selbst zu taufen angefangen, als Johannes noch auf freiem Fuß war. Ähnliches wird 4,1 auch gesagt und 4,2 sogleich verbessert: Jesus hätte nicht selbst getauft, sondern nur seine Jünger.

Mt 28,19; Mk 16,16 führt die christliche Taufe nicht auf einen vorösterlichen Brauch, sondern auf einen "Taufbefehl" des Auferstandenen zurück, obwohl beide Evangelisten die Johannestaufe kennen. Die entsprechenden Abschnitte bei Lk 24,47 und Jh 20,23 reden nur von der Sündenvergebung, nicht von der Taufe. Apg. 1,5 wird die Taufe zwar erwähnt, aber im Sinne einer Vollendung der Johannestaufe, nicht mit Wasser, sondern mit dem Geist. Erstmals ist von der christlichen Taufe bei Lukas in der Pfingstpredigt des Petrus die Rede: "Tut Buße und lasse sich ein jeder taufen" und zwar 1. "auf den Namen Jesu Christi" und 2. "zur Vergebung eurer Sünden, so werdet ihr" 3. "empfangen die Gabe des Heiligen Geistes." (Apg. 2,38).

Hier sind also die für Lukas wichtigen Merkmale der christlichen Taufe zusammengestellt:

1. die Taufe auf den Namen Jesu Christi, während die Täuferjünger von Apg 19 "auf die Taufe des Johannes" getauft waren. Von der Taufe auf den Namen Jesu Christi lesen wir auch 8,16; 10,48; 19,5 (auch bei Paulus: Röm 6,3; Gal 3,27). Mt 28,19 dagegen kennt schon die Taufe auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes". Kam der Geist wegen der mit der Taufe verbundenen Geistverleihung in die Formel?

Die Formel "auf den Namen Jesu" sollte wohl ursprünglich die christliche Taufe von der Johannestaufe unterscheiden. Paulus gebraucht sogar eine noch einfachere Formel: "auf Christus" (was auch als "in Christus hinein" verstanden werden kann). Dass der Name Christi zunächst wohl wirklich weiter nichts als ein Etikett gewesen ist, zeigt Paulus in 1. Kor. 10,2, wo er den Durchzug durchs Schilfmeer als eine "Taufe auf Mose" interpretiert.

Und doch ist der Name mehr als nur ein Etikett. Dies sehen wir Röm 6,3: "Die in Christus hinein getauft worden sind, die sind in seinen Tod hinein getauft", wobei zu bedenken ist, dass das Wort "taufen" (griech baptízein) eigentlich 'hinein tauchen' bedeutet: Wer auf Christus getauft hat, hat Anteil an seinem Leiden und Sterben, der ist selbst gestorben. Ähnlich Gal. 3,27: "der hat Christus (wie ein Taufkleid) angezogen."

2. Die Taufe zur Sündenvergebung" hatte schon Johannes gepredigt, wie aus allen einschlägigen Stellen hervorgeht. Johannes wird das wohl nicht so gemeint haben, dass durch die Taufe die Sünden wirklich vergeben werden, sondern sie war wohl mehr ein Zeichen der Umkehr: Wer sich taufen lässt, zeigt damit an, dass er ein neues Leben anfangen will. Gott wird einem solchen Umkehrwilligen die Sünden vergeben.

Das Tauchbad der Taufe (nicht bloß das Übergießen mit Wasser, wie es in der christlichen Taufe üblich geworden ist, sondern das regelrechte Untertauchen) ist also ein Sinnbild der Reinigung, u.zw. der gänzlichen Reinigung. Ähnliche Reinigungsbäder haben die Juden von denen verlangt, die zum Judentum übertreten wollten (die sogenannte Proselytentaufe, die aber wohl nicht das Vorbild für Johannes gewesen ist); ähnliche Vollbäder haben die Leute von Qumran immer wieder genommen, um sich von ihrer Unreinheit zu befreien. Bei der Johannestaufe ging's aber nicht um kultische Unreinheit (z.B. wegen der Berührung von Toten), sondern um "Sünden", d.h. um Verfehlungen in der Lebensführung und massive Verstöße gegen die Gebote.

Im Unterschied zu sonstigen rituellen Waschungen wird die Johannestaufe ein einmaliger Akt gewesen sein, wie es bei der späteren christlichen Taufe auch der Fall war. Vergeben werden konnten in diesem Falle nur einmal im Leben alle vorher begangenen Sünden; man war lange Zeit in der Kirche der Meinung, eine zweite Buße sei nicht mehr möglich (Hbr 6,4‑6). Später schuf man mit der lebenslangen Kirchenbuße und noch später mit der Beichte doch noch eine Möglichkeit, wie man auch die Sünden nach der Taufe vergeben bekommen konnte.

Vielleicht ergibt sich beim Verständnis der Taufe als Zeichen der Buße doch noch eine Möglichkeit, den Übergang von der Johannes‑ zur Jesustaufe zu erklären: Jesus hatte ja nach Mt 4,17 die Bußpredigt des Täufers aufgenommen. Es ist daher vorstellbar, wie auch Jh andeutet, dass Jesus oder die Jünger diejenigen, die dem Ruf Jesu Gehör schenkten und Buße tun wollten, auch weiterhin getauft haben. So wäre es dann zur Regel geworden, dass es ohne Taufe, d.h. ohne sichtbar erkennbare Umkehr, niemand in die Jesusgemeinde aufgenommen wurde, wie auch der Täufer niemand ungetauft in seine Gemeinde aufgenommen haben wird. So wurde aus dem Zeichen der Umkehr ganz von selbst ein Akt des Übertritts in eine Religionsgemeinschaft.

Nach Jh 1,35‑42 waren drei der Jünger Jesu, u.a. Petrus und Andreas, vorher Johannesjünger gewesen. Wir können uns also gut vorstellen, dass wenigstens die ehemaligen Johannesjünger bei ihrer späteren Missionstätigkeit zu Lebzeiten Jesu wie bisher auch weiterhin Wert auf die Taufe gelegt hätten, während andere, die nichts mit Johannes zu tun hatten, diesen Brauch vielleicht gar nicht kannten. Nach Apg. 2 soll es auch Petrus gewesen sein, der die Taufe in der Urgemeinde eingeführt hatte.

Selbstverständlich sind es Erwachsene gewesen, die sich taufen haben lassen. Nur bei Erwachsenen hat eine Verbindung von Taufe, Sündenvergebung und Kircheneintritt Sinn. Und doch lesen wir schon Apg 10,48 (Kornelius); 16,15 (Lydia); 16,33 (Kerkermeister), dass sich nicht nur Einzelpersonen, sondern ganze Familien taufen ließen, zu denen wohl auch Kleinkinder gehörten. Paulus selbst vertritt 1. Kor. 7,14 die Überzeugung, dass der ungläubige Ehepartner durch den Glauben des anderen "geheiligt" wird, und setzt als selbstverständlich voraus, dass die Kinder der Getauften ebenfalls "heilig" sind: Durch den Glauben von Vater oder Mutter wird also die ganze Familie "christlich".

Die Kindertaufe, die im NT noch nicht ausdrücklich erwähnt wird, ist im NT doch schon vorgezeichnet.

Mit der Kindertaufe ergibt sich aber ein Problem: Wie kann einem neugeborenen Kind, das noch gar nichts getan haben kann, mit der Taufe die Sünden vergeben werden? Und was ist mit den Sünden, die es nach der Taufe gar nicht vermeiden kann? Die Antwort, die man im Laufe der Zeit gefunden hat, lautet: Die Taufe befreit von der Erbsünde, d.h. sie hebt die grundsätzliche Geschiedenheit des Menschen von Gott auf, die Paulus schon in Röm darstellt. Für die aktuellen Versündigungen nach der Taufe hat man dagegen die Beichte und Lossprechung eingeführt. So wurde aus dem sichtbaren Zeichen der Umkehr und der Vergebung für begangene Sünden das Zeichen der vorausgehenden Liebe Gottes, die wir uns nicht verdienen können, und von der uns auch keine spätere Sünde trennen kann.

3. Das Besondere der Jesustaufe war nicht die Sündenvergebung, sondern die Geistverleihung. Unabhängig von der Frage, ob Jesus oder seine Jünger schon vor Ostern getauft hatten, scheint die Geisttaufe eine nachösterliche Angelegenheit zu sein.

Lukas verbindet in Apg. 2 die Geistverleihung mit einem besonderen Ereignis am jüdischen Pfingstfest, Johannes dagegen mit der Erscheinung des Auferstandenen vor den Zwölfen (20,22; Markus und Matthäus schweigen zu diesem Thema).

Nach Jh 14,15‑21; 15,26; 16,5‑15 vertritt der "Tröster" (eigentlich der 'Anwalt, Fürsprecher'), der Heilige Geist, den zum Vater erhöhten Christus: So wie Jesus vor Oster bei den Jüngern gewesen ist, so wird nach Ostern der Geist bei ihnen sein.

Matthäus redet zwar nicht vom Geistempfang im Zusammenhang mit Ostern, aber er kennt die Taufe u.a. auf den Namen des Geistes, d.h. doch wohl die Geistverleihung bei der Taufe (28,19).

Auch Paulus verbindet anscheinend den Geistesempfang, von dem er öfter redet, mit der Taufe (l. Kor. 12,13: "Wir sind durch einen Geist alle zu einem Leib getauft"). Dagegen redet er weder im Zusammenhang mit seinem Osterbericht (1. Kor. 15,3‑10) noch mit seinem Berufungsbericht (Gal. 1,15.16) von einer Geistverleihung (anders Lukas in Apg 9,18 bei der Taufe des Saulus).

In der Apg ist der Geistempfang in der Regel mit der Taufe verbunden. Die Pfingstgeschichte soll also wohl erklären, wie die ersten Christen, die schon vor Ostern getauft wurden, den heiligen Geist bekommen haben: durch ein wunderbares Ereignis. Seitdem ist der Geistesempfang an die Taufe gebunden.

Freilich kennt Lukas zwei Ausnahmen: Kornelius (Apg 10) bekam den Geist schon vor der Taufe, unabhängig vom Wirken des Petrus. Dies soll die letzten Bedenken des Apostels gegen die Taufe eines Heiden endgültig beseitigen: Man kann einem nicht die Taufe verwehren, der den Geist hat. (V.47).

Die andere Ausnahme ist die Philippusgeschichte Apg. 8,14‑17, wo Philippus zwar auf den Namen Jesu taufen, aber keinen Geist verleihen kann. Man könnte die Geschichte so verstehen, als habe es eine urchristliche Jesustaufe ohne Geistesempfang gegeben, so wie auch die Johannestaufe nicht mit dem Geistesempfang verbunden war. Lukas deutet diese Geschichte aber anders, wie der folgende Abschnitt über Simon Magus zeigt: Die Geistverleihung ist an das Apostelamt gebunden. Philippus ist kein Apostel, sondern nur "Evangelist", hat also die Befugnis der Geistverleihung nicht, und Simon kann sie nicht kaufen. Auffallenderweise ist bei der Taufe des Kämmerers durch Philippus (Apg 8,38) nicht vom Geistesempfang die Rede. Der Kämmerer "zog seine Straße" zwar "fröhlich", aber ohne den Geist. Der Geist zog nicht mit dem Kämmerer, sondern entrückte den Philippus aus der Wüste nach Aschdod.

Ich habe diesen Akt der separaten Geistverleihung oben Konfirmation genannt. Ist von ihr im NT sonst noch die Rede?

Nach Apg 9,17 (Hananias tauft Saulus); 19,6 (Paulus tauft die Johannesjünger) war der Geistesempfang ähnlich wie 8,17.18 mit der Handauflegung verbunden; diese war allerdings kein eigenes "Sakrament", sondern sie erscheint auch bei in Heilungsgeschichten (z.B. Apg. 28,8) und bei der Ordination (z.B. Apg. 696).

2. Kor 1,21‑23 gebraucht Paulus eine interessante Zusammenstellung von Ausdrücken, die sich auf die "Konfirmation" beziehen könnten:

"Gott ist's aber, der uns fest macht (lat. confirmat) samt euch in Christus und uns gesalbt und versiegelt und uns in unsre Herzen als Unterpfand den Geist gegeben hat."

Hier scheint also tatsächlich von einer "Konfirmation" die Rede zu sein, die mit der Geistverleihung verbunden ist. Wir dürfen allerdings die Stelle nicht überbewerten, denn das Wort 'befestigen' (lat. confirmare) ist im NT kein festgeprägter Begriff und wird in den verschiedensten Zusammenhängen verwendet.

Dagegen werden die Wörter "Salbung, Versiegelung" an mehreren Stellen in einer Weise gebraucht, die an ein eigenes Sakrament denken lassen:

In der Petruspredigt an Kornelius (Apg 10,38) heißt es, Gott habe Jesus mit heiligem Geist und Kraft gesalbt. Das erinnert an den Messiastitel ('der Gesalbte') und ist sicher bildlich zu verstehen. Auffallend ist auch hier die Verbindung von "Salbung" und Geistverleihung.

1. Joh. 2,20.27 ist ebenfalls von einer Salbung die Rede. V. 27 spricht zwar nicht vom heiligen Geist, verweist aber auf Jh 16,13, wo vom Geist die Rede ist.

Zu einer Salbung gehört Öl. Dies wird freilich nirgends als Mittel der Geistverleihung genannt (dagegen Mk 6,13; Jak 5,14 bei der Krankensalbung). Der Ausdruck "Salbung" scheint also nur ein Bild für die Taufe zu sein; dann aber müsste der Täufer den Täufling nicht nur untergetaucht oder mit Wasser begossen, sondern mit etwas (Wasser, Öl?) bestrichen haben.

In nachbiblischer Zeit ist eine Salbung mit Öl im Rahmen der Taufhandlung von verschiedenen Schriftstellern überliefert; das NT redet noch nicht davon: weil es diesen Brauch im 1. Jahrhundert noch nicht gab? (Auch die Apostellehre weiß nichts davon.) Oder ist das Schweigen nur Zufall? Es gibt im NT ja keine systematische Darstellung der Taufhandlung; wir sind immer nur auf zufällige Notizen angewiesen.

Nicht nur 1. Kor. 1,21‑23, sondern auch Eph 1,13; 4,30 wird die Geistverleihung auch "Versiegelung" genannt, war sicher bildlich gemeint ist. Versiegelt werden sonst Gegenstände, die vor unbefugter Öffnung geschützt werden sollen, wie der Stein am Grab (Mt 27,66) oder die Buchrolle in Off. 5. Das Siegel enthält ein unverwechselbares Zeichen, das den versiegelten Gegenstand als Eigentum des Siegelinhabers ausweist. So ist die "Versiegelung der 144.000" in Off. 7 zu verstehen: Die Auserwählten werden an ihrer Stirn als Eigentum Gottes gekennzeichnet, ein Bild, das aus Hes. 9 stammt.

So dürfte auch die Versiegelung bei Taufe/Konfirmation zu verstehen sein: Den Getauften/Konfirmierten wird bei der heiligen Handlung ein Siegel aufgedrückt, das sie als Eigentum Christi ausweist.

Gleichgültig, ob "Salbung" wörtlich oder bildlich zu verstehen ist, deutet dieser Ausdruck wie "Versieglung" auf eine zusätzliche Handlung bei der Taufe, durch die der Geist verliehen wird.

Da im Normalfall die Geistverleihung immer mit der Taufe verbunden ist, erscheint sie mit Ausnahme von Apg 8 nie als eigenes "Sakrament"; es gab also keine urchristliche Konfirmation, die zeitlich getrennt von der Taufe stattgefunden hätte.

In der Apostellehre wird wie in Mt 28 vorausgesetzt, dass der Täufling über christliche Lehre und christliches Leben Bescheid weiß. Die Taufe erfolgt durch Eintauchen in Wasser im Namen des dreieinigen Gottes. Das Übergießen von Wasser ist nur eine Notlösung, wenn nicht genügend Wasser da ist. Der Täufling soll sich auf die Taufe durch Fasten vorbereiten, u.zw. möglichst mit anderen zusammen. Haben wir hier die Wurzel der Patenschaft? Der Pate soll den Täufling auf seinem Weg ins christliche Leben begleiten.

Krankensalbung

Die Krankensalbung wird schon Mk 6,13 von den Jüngern zu Lebzeiten Jesu berichtet; ausführlicher schreibt darüber Jak 5,14‑16: Die Salbung ist Aufgabe der Ältesten und verbunden mit Sündenbekenntnis, Vergebung und Gebet. Nicht der Salbung, sondern dem Gebet wird die Kraft zugesprochen, gesund zu machen. Ein Dankgebet zur Weihe (?) des Salböls wird Apostellehre 10,8 überliefert.

Die Reformatoren betrachteten die Krankensalbung nicht als Sakrament, weil sie nicht von Jesus eingesetzt wurde. Sie ist darum in der evg. Kirche außer Übung gekommen.

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[1] Der älteste Beleg für den Sonntag steht 1. Kor. 16, 2, wo Paulus die Korinther bittet, "an jedem 1. Tag der Woche" etwas Geld für die geplante Kollekte für Jerusalem zurückzulegen ‑ wahrscheinlich beim Sonntagsgottesdienst.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

[2] Im Text steht statt "der Herr" (kýrios) "Gnade" (cháris), zwei ähnlich klingende Wörter, die offenbar verwechselt wurden.

[3] Die aramäische Wendung (marana tha) bedeutet "Unser Herr, komm!", kann aber auch verstanden werden als maran' atha "unser Herr ist gekommen" oder "kommt". So in der syrischen Übersetzung: máran äthâ.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 







 

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Datum: 1987 / 2007

Aktuell: 26.03.2016