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Heinrich Tischner

Fehlheimer Straße 63

64625 Bensheim

Eigene Gedichte

Jesus und die Ehebrecherin

Joh 8,1-11

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    Im Hause des Herrn saß der Heiland,
belehrte die Leute mit Liebe.
Da fingen viele Pharisäer,
öffentlich an, einem
Weibe die Wahrheit zu beweisen,
dass sie eine Sünderin sei,
die manches Mal, ihrem Manne
immer untreu, die Ehe
gebrochen. Sie brachten die Braut
rachgierig rasend zum Retter.
Es fragten die feigen Feinde
des Guten den Gottessohn: "Gelt,
Meister, Mose hat gemahnt,
dass diese Dirne
am Tag ihrer Tat getötet,
gestürzt und mit Steinen gestraft
werde. Wag es, du Weiser,
rate und richte! So ritze
den Tag des Tods auf die Tafel!"
Nieder neigte sich der Nothelfer,
fing an mit dem Finger zu fahren
unten auf der Erde, einige
gestaltlose Striche in den Staub
zu malen. Das machte der Meister.
Doch fuhren sie fort ihn zu fragen.
Da erhob der Heiland aein Haupt
und guckte die Gegner an voller Güte
und sagte: "Wer sündlos ist, der soll gleich
zuerst die Ahndung eröffnen,
auf der Stelle mit Steinigung strafen",
und bückt' sich bald wieder zu Boden
entzog sich dem Zetern mit Zeichnen.
Stumm standen sie da und stahlen
sich fort, gefangen in ihren Fehlern,
und wagten nicht, Wacker zu werfen.
Da erhob sich der Herr voller Huld:
"Die dich verdammen - sind sie noch da?'
"Nein" sprach sie, "niemand hat mich vernichtet."
"So verurteile i c h dich auch nicht.
Zu retten, nicht zu richten bin ich bereit.
Freu dich, du bist frei, geh in Frieden.
Doch sollst ohne Sünde du sein,
ohne Trug finden den Trost allein in der Treue.
   

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Datum: 1992 / 2008

Aktuell: 26.03.2016