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Heinrich Tischner

FehlheimerStrae63

64625 Bensheim

Eigene Gedichte

Di hessisch Aisəbn I.
Oɛʳ də Gāiəhenkɛʳ

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Die hessische Eisenbahn I.
Oder der Geienhenker

Ih will fərzǣlən, ws ih wāi: Ən ʳmə Mnn, dɛʳ hadd ə Gāi in Golə sih fỳʳ dͽyɛʳ Gɛld gəkāufd, si wʳ schn lng bətelld.

Ich will verzhlen, was ich wei: Ein armer Mann, der hatte eine Gei in Goddelau fr teures Geld gekauft, sie war schon lange bestellt-

Ɛʳ bindd di Gāi jetz nˬə Sāil, nimmd in di Hnd ən tarkə Rāil und drondəld lngsm, tyck fỳʳ tyck də Wɛ̄g nch Ɛʳɟəldə zʊryck.

Er bindet die Gei jetzt an ein Seil, nimmt in die Hand einen starken Reitel und trondelt langsam, Stck fr Stck, den Weg nach Erfelden zurck.

Ɛʳ lāufd d nnən und denkd sō: "Jetz sin ih aƀƀɛʳ tolz und frō. Di Gāi, di soll min Ūnkraud frɛssən d hȧn ih Milh und Kʰǣs zʊ ɛssən."

Et luft da annen und denkt so: "Jetzt sein ich aber stolz und froh. Die Gei, die soll mein Unkraut fressen, da habe ich Milch und Kse zu essen.

Sō kymmd ɛʳ lngsm in Gədnkə bis n də Aisəbn ʳ Schrnkə, di sin schn hundə allə bāid, dem Mnn, dem dŭd dɛs gʳ nt lāid.

So kommt er langsam in Gedanken bis an der Eisenbahn ihre Schranken, die sind schon hunten alle beide. Dem Mann, dem tut das gar nicht  leid.

Dnn ɛʳ ist mȳd, ɛʳ rūd sih aus, hlld aus də Dasch sin Ƈigāʳ raus. Damid di Hndˬɛʳ frai kʰnn hn, binddˬɛʳ di Gāi m Schlāgbum n.

Denn er ist mde, er ruht sich aus, holt aus der Tasche die Zigarre heraus. Damit die Hnde er frei kann haben, bindet er die Gei am Schlagbaum an.

D kymmd də Zŭg əbaigədnnɛʳd. Də Bauɛr guckdˬəm nch fərwundɛʳd. Dnn gn di Schrnkə wiɛr ff und ziġġəs Gǟiċhən mid ənff.

Da kommt der Zug herbei gedonnert. Der Bauer guckt ihm nach verwundert. Dann gehen die Schranken wieder auf und ziehen das Geichen mit hinauf.

Dem Bauɛʳ wȉʳd jetz ngst und bng. Dɛʳ ʳmə Gāi ʳn Hals wȉʳd lng. Si drd di Āə, treckd di Zung und kriggd kʰin Luft mid ʳnə Lung.

Dem Bauer wird jetzt angst und bange. Der armen Gei ihr Hals wird lang, Sie dreht  sie Augen, streckt die Zunge und kriegt keine Luft mit ihrer Lunge.

Aus wʳ də Drum fn Milh und Kʰǣs. Und unsɛrn Mnn, dɛʳ wȉʳd gnz b̄s, wnn inɛʳ sǣgd fn unsɛʳm Denkɛʳ: "Ai guck, d kymmd də Gāiəhenkɛʳ."

Aus war der Traum von Milch und Kse. Und unser Mann, der wird ganz bse, wenn einer sagt von unserm Denker: Ei guck, da kommt der Geienhenker.

   
       
       
       
       
       
       
       

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bersicht

 

 

 

Datum: 1975 /2012

Aktuell: 26.03.2016