Startseite | Religion | Sprachwissenschaft | Geschichte | Humanwissenschaft | Naturwissenschaft | Kulturwissenschaft | Kulturschöpfungen

Heinrich Tischner

Fehlheimer Straße 63

64625 Bensheim

Eigene Gedichte

Das Lied von Gideon

Ri 6-7

Email:

 

 

Kommt, singt das Lied von Gideon

und denkt, was da passiert:

Sein Volk, das wurd seit Jahren schon

von Räubern abkassiert.

Sie kamen mit Kamelen an.

Das war ein großer Schreck

und eh die Bauern sich versahn, war ihre Ernte weg.

 

Sie standen hilflos all herum

und wussten keinen Rat

und flohen in die Berge drum,

wo’s viele Höhlen hat.

Ein jeder dachte nur an sich

und an den Götzen Baal,

vergaßen, ach wie ärgerlich

den Herrn von Mal zu Mal.

 

Doch Gott der Herr sah ihre Not

und all ihr Ungemach,

denn er ist gnädig, unser Gott,

trägt keine Schuld uns nach.

Den Gideon drum rief er her

und gab ihm den Befehl:

„Das Unglück sei euch eine Lehr.

Doch jetzt helf ich euch schnell.

 

So geh nun hin und sei nicht bang,

denn ich will mit dir sein!

Du wirst schon sehen, nicht mehr lang, so will ich euch befrein.

Doch glaube nicht, dass du es bist, der diesen Sieg vollbringt,

denn nicht Gewalt und schlaue List

am End den Sieg erringt.

 

Wer Unrecht tut, der ist zwar groß,

doch nur für kurze Zeit.

Die Wahrheit weicht nicht pausenlos

der Überheblichkeit.

Wird immer wieder sie veracht’ –

ich helf ihr doch ans Licht,

und wer sie voller Hohn verlacht

am End an ihr zerbricht.“

 

Melodie: Should auld acquaintance be forgot / Nehmt Abschied, Brüder

 

 

nach oben

Übersicht

 

 

 

Datum: 1981 / 2008

Aktuell: 26.03.2016