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Heinrich Tischner

Fehlheimer Straße 63

64625 Bensheim

Die Leidensgeschichte Jesu

C Kritische Würdigung der Evangeliendarstellung

Anhänge:

Jesus vor dem Hohen Rat

Email:

1. Messias // Judenkönig

2. Verspottung durch den Rat // durch die Soldaten

a) Purpurmantel und Dornenkrone

b) Gottesknecht angespuckt und geohrfeigt

c) Ratsverspottung < Soldatenverspottung

d) unabhängige Überlieferung?

3. Jesus // Stephanus

a) Auch gegen Stephanus treten falsche Zeugen auf

b) Stephanus hat angeblich Lästerworte geredet

c) Stephanus verteidigt sich

d) "Ich sehe den Menschensohn"

e) Stephanus wird nicht regulär verurteilt, sondern eher gelyncht

f) Jesus und Stephanus beten für die Verfolger

Welche Geschichte hat welche beeinflusst?

4. Zusammenfassung

 

 

(Markus 14,53.55‑65) Und sie führten Jesus ab zum Hohenpriester; und alle Hohenpriester [1] und Ältesten [2] und Schriftgelehrten [3] kamen zusammen. Die Hohenpriester aber und der ganze Rat [4] suchten Zeugnis wider Jesus [5], und sie fanden keins. Denn viele redeten falsches Zeugnis wider ihn [6], und die Zeugnisse waren nicht gleich. [7] Und etliche traten auf und redeten falsches Zeugnis wider ihn, indem sie aussagten: "Wir haben ihn sagen hören: 'Ich werde diesen mit Händen gemachten Tempel zerstören und nach drei Tagen einen anderen aufbauen, der nicht mit Händen gemacht ist."' [8] Und auch so war ihr Zeugnis nicht gleich. [9] Da stand der Hohepriester auf, trat in die Mitte und fragte Jesus: "Antwortest du nichts auf das, was diese wider dich zeugen?" Er aber schwieg und antwortete nichts. [10] Wiederum fragte ihn der Hohepriester: "Bist du der Christus [11], der Sohn des Hochgelobten? [12] Jesus sprach: "Ich bin's [13], und ihr werdet den Sohn des Menschen [14] sitzen sehen zur Rechten der Macht [15] und kommen mit den Wolken des Himmels." [16] Da zerreißt der Hohepriester seine Kleider [17] und sagt: "Was bedürfen wir weiter Zeugen? ihr habt die Lästerung [18] gehört. [19] Was meint ihr?" Sie alle [20] aber sprachen das Urteil über ihn, er sei des Todes schuldig.  [21] Und einige fingen an, ihn anzuspeien und ihm das Angesicht zu verhüllen, ihn auf den Kopf zu schlagen und zu ihm zu sagen: "Offenbare, [wer dich schlägt"] [22] Und die Diener versetzten ihm Schläge ins Gesicht. [23]

   
   

[1] Die Evangelien unterscheiden zwischen dem Hohenpriester, der das monarchische geistliche Oberhaupt der Juden war, und den Hohenpriestern, den Vertretern des sadduzäischen Priesteradels im Hohen Rat.

[2] Laienmitglieder des Hohen Rats aus den führenden Jerusalemer Familien; Art Senatoren.

[3] Juristen, wohl hauptsächlich Pharisäer, auch im Hohen Rat vertreten.

[4] oberste jüdische Behörde, Art Senat

[5] Nach der rabbinischen Prozessordnung war das Gericht verpflichtet, Entlastungszeugen zugunsten des Angeklagten zu suchen. Die Belastungszeugen brauchten nicht gesucht zu werden, sie traten als Kläger auf. Beim Jesusprozess müsste alles anders gelaufen sein. Man suchte Zeugen, die die vermutete Schuld Jesu beweisen konnten.

[6] Das liest sich so, als hätte man die Zeugen bestochen. Das Motiv stammt aus der Nabotgeschichte 1. Könige 21, wo die Königin zwei gekaufte Zeugen gegen den unschuldigen Nabot auftreten lässt, damit er hingerichtet werden kann.

[7] Eine einzelne Zeugenaussage war ungültig; es mussten mindestens zwei Zeugen übereinstimmend aussagen. Wenn es nicht um Taten, sondern um Worte ging, genügte es nicht, wenn zwei Zeugen dasselbe gehört haben wollten; sie mussten das, was sie gehörten hatten, wortwörtlich übereinstimmend wiederholen, sonst wurde die Aussage nicht anerkannt.

[8] Ein Jesuswort, das von Johannes 2,19 im Rahmen der Tempelreinigung überliefert ist und von Johannes als Rätselwort auf Tod und Auferstehung Jesu gedeutet wird. Wir wissen aus verschiedenen Andeutungen, dass Jesus die Zerstörung des Tempels vorausgesagt hat. Wahrscheinlich stand er dem Tempelbetrieb sehr kritisch gegenüber.

Mit dem nicht mit Händen gemachte Tempel könnte der Wortgottesdienst gemeint sein, der längst in den Synagogen üblich geworden und an keine heilige Stätte gebunden war. Der urchristliche Gottesdienst leitet sich wenigstens zum Teil aus dem Synagogengottesdienst ab.

Die Zeugen gegen Stephanus behaupten, Stephanus habe gesagt, Jesus von Nazareth wird diese Stätte zerstören (Apostelgeschichte 6,14), worin dieses Jesuswort nachklingt. Das hört sich an dieser Stelle an, als habe Jesus tatsächlich einen Anschlag gegen den Tempel geplant. Nun ist Jesus ja inzwischen gekreuzigt und auferstanden, so dass wir verstehen müssen: Die Christen erwarteten, dass der wiederkommende Jesus den Tempel zerstören würde. – Die Priester hatten also sicher handfeste Gründe, Jesus wegen seiner tempelfeindlichen Haltung zu verfolgen.

[9] Der genaue Wortlaut ließ sich nicht rekonstruieren und konnte daher nicht gegen Jesus verwendet werden.

[11] der gottgesandte Messias, der Israel zu neuer nationaler Größe empor führen wird

[12] Der Priester vermeidet wie später Jesus, von Gott zu reden.

Dass der Messias Sohn Gottes sei, konnte man zwar aus Psalm 2,7b erschließen, scheint aber eine christliche Vorstellung und im Mund des Hohenpriesters undenkbar zu sein. Beachte: Der Priester will nicht wissen, ob sich Jesus für den Gottessohn, sondern ob er sich für den Messias hält, bei dem selbstverständlich vorausgesetzt wird, dass er Sohn Gottes ist. Der Priester fordert von Jesus also ein Bekenntnis, ob er der Messias nach späterem christlichen Verständnis ist.

[13] = "Ja" (wohl im Unterschied zu "du sagst es" vor Pilatus, Markus 15,2).

Vgl. 1. Könige 13,14 "Bist du der Gottesmann...? – "Ich (bin's)" = hbr. anī 'ich'. Das Hilfsverb "sein" wird im Semitischen in der Regel nicht ausgedrückt. Es entspricht auch antiken Gepflogenheiten, an Stelle von "ja" die Frage als Aussage zu wiederholen.

Man hat vermutet, dass die Gotteslästerung in dieser Antwort Jesu "Ich bin's" bestanden habe. Denn in 2. Mose 3,14 wird der Gottesname umschrieben mit Ich bin der ich bin. Jesus hätte sich also mit seinem Ich bin's zum Gott erklärt.

Der Hebräer hat mehrere Möglichkeiten, unser "ich bin(s)" zum Ausdruck zu bringen, die sich grammatisch gut voneinander unterscheiden lassen:

1. Was tust du?" – "Ich bin" = hbr. anî hū' oder ähjäh "Ich existiere" – (beides von Gott)

2. Was bist du?" –  "Ich bin [z. B. der Messias]" = anî [ha-máschîach]

3. Wer tut das?" – "Ich bin derjenige' = anî hû'

4. "Bist du's?" – "Ja, ich bin's" = hinne

5. "Bist du [z.B. der Messias] ? – "Ja, ich bin's" = anî

Ein Hebräer hätte also die Antwort Jesu nicht mit einer Gottesbezeichnung verwechseln und daher als Gotteslästerung verstehen können.

[14] Daniel 7 sieht in einer Vision vier tiergestaltige, unmenschliche Weltreiche, die aus dem Chaosmeer kommen und vor dem Gericht Gottes nicht bestehen können. Gott überträgt daher die Herrschaft einem, der aussieht wie der Sohn eines Menschen (semitisch für 'wie ein Mensch') und mit den Wolken des Himmels kommt. Das 5. Weltreich hat also eine menschliche, humane Gestalt (im Unterschied zu den Tieren), ist aber nicht menschlich im Sinn von "unvollkommen".

Das wird zum Ausdruck gebracht durch den Ausdruck kommt mit den Wolken des Himmels: Die Wolke ist eine Begleiterscheinung Gottes; sie macht sichtbar und unsichtbar zugleich. Man sieht etwas und sieht das Wesentliche doch nicht. Der Menschensohn hat also trotz seines menschlichen Aussehens göttliche Qualität. Im Sinne des Danielbuchs ist der Menschensohn also ein Himmelswesen, das die Herrschaft auf der Erde ausübt.

Zur Zeit Jesu hatte man anscheinend den Menschensohn mit dem himmlischen Richter gleichgesetzt. Wenn Jesus selbst vom Menschensohn redet (z.B. im Gleichnis vom Weltgericht Matthäus 25,31‑46), dann meint er nicht sich selbst, sondern diesen himmlischen Richter.

Andrerseits hat Jesus anscheinend den leidenden Gottesknecht aus Jesaja 53 mit dem Menschensohn gleichgesetzt und aus Jesaja 53 Schlüsse auf sein eigenes Schicksal gezogen. So wurde schließlich bei Johannes "Menschensohn" zu einer Selbstbezeichnung Jesu, was kaum ursprünglich ist.

Beachte: Jesus korrigiert den Priester: Der Priester hat zwar das richtige gemeint, sich aber falsch ausgedrückt. Jesus versteht sich nicht als politischen Messias, sondern als das Himmelswesen Menschensohn, wobei dieser Titel nicht im Gegensatz zum "Gottessohn" verstanden werden darf.

[15] Ersatzwort für 'Gott'. Dass der Menschensohn als Weltenherrscher zur Rechten Gottes sitzt, ist eine Weiterentwicklung des Danielbildes.

[16] Der christliche Leser denkt an Himmelfahrt und Wiederkunft Jesu. Kann ursprünglich etwas anderes gemeint gewesen sein?

[17] das übliche Zeichen das Entsetzens; es bedeutet für den Christen aber mehr: Der Hohepriester macht seine Amtstracht unbrauchbar; er kann sein Amt nicht weiter ausüben.

[18] Die Lästerung kann eigentlich nur in dem Anspruch bestehen, den Jesus mit diesen Worten zum Ausdruck bringt. Das lässt allerdings juristisch nicht fassen. Oder bezog sich dieser Ausdruck ursprünglich auf die tempel‑ (und gesetzes‑?) kritische Haltung Jesu? Vgl. Stephanus!

[19] Jetzt seid ihr selbst Zeugen geworden.

[20] Lukas 23,51 behauptet, Josef von Arimathäa sei dagegen gewesen (wohl erschlossen, nicht überliefert).

[21] Als Lästerer hätte Jesus gesteinigt werden müssen. Wenn er trotzdem gekreuzigt wurde, so hatte der Hohe Rat entweder keine Möglichkeit, das Urteil noch vor dem Fest zu vollstrecken. Denn die Prozessordnung schrieb vor, dass ein Todesurteil erst am folgenden Tag gefällt werden durfte. Der Rat hätte darum Jesus an Pilatus überwiesen.

Wahrscheinlich hat der Prozess gar nicht stattgefunden. Die Darstellung des Markus beruht demnach auf einem Irrtum.

Möglich ist allerdings, wie die anderen Evangelisten andeuten, dass kein regulärer Prozess, sondern nur ein inoffizielles Verhör stattfand, das mit einem Auslieferungsbeschluss endete. Ähnlich scheint der Fall mit Jesus, dem Sohn des Ananus, gelaufen zu sein. Wenn man dem Hohen Rat auch nur eine Spur von Gerechtigkeit zubilligt, dann musste er Jesus wenigstens anhören. Die Priester waren doch keine Killer.

[22] Jesus wird hier als Prophet verspottet, was nicht zu dem Selbstbekenntnis Messias oder Menschensohn passt, wohl aber zur Geschichte von dem Sohn des Ananus. Die Stelle könnte eingefügt sein (oben durch ... gekennzeichnet).

[23] Das Schicksal des leidenden Gottesknechts nach Jesaja 50,6. Dass Jesus geschlagen wurde, weiß auch Johannes 18,22, aber in anderem Zusammenhang

Der letzte Satz hinkt merkwürdig hinterher. Wenn man die Verspottung als Prophet herausnimmt, ergibt sich ein klarer Hinweis auf Jesaja 50,6: "Und einige finden an, ihn anzuspeien.... und die Diener versetzten ihm Schläge ins Gesicht."

 

 

Woher hat Markus seinen Stoff, wenn der Prozess nur erschlossen, nicht authentisch überliefert ist?

1. Messias // Judenkönig

Die Frage, ob Jesus der Messias ist, hat ihre genaue Parallele in der Frage des Pilatus nach dem Judenkönig: In beiden Fällen fragt der Richter unvermittelt, ob Jesus das wäre, und in beiden Fällen sagt Jesus mit mehr oder weniger Vorbehalt "Ja".

Nun ist der Königstitel für Jesus ja aus der Kreuzesinschrift historisch glaubwürdig überliefert. Also muss dieses Thema bei Pilatus zur Sprache gekommen sein (1. Rückschluss).

Und wenn die Priester Jesus an Pilatus ausgeliefert hatten, dann mussten sie Jesus als einen denunziert haben, der nach der Königswürde strebte. Das heißt aber ins Jüdische rückübersetzt: Er muss behauptet haben, der Messias zu sein. Dies müsste beim Verhör oder Prozess vor dem Hohenpriester verhandelt worden sein (2. Rückschluss). Was Messias ist, wird aber nach christlichem Verständnis selbstverständlich als "Sohn Gottes" definiert. Dies ist ein Hinweis, dass das Priesterverhör nicht authentisch überliefert, sondern erschlossen ist.

2. Verspottung durch den Rat // durch die Soldaten

Die Verspottungsszene vor dem Hohen Rat hat ihre Parallele in der Verspottung durch die Soldaten. So wie Jesus hier als König verhöhnt wird, wird er dort als Prophet verspottet. Die Verhältnisse sind aber ein bisschen komplizierter als oben:

a) Purpurmantel und Dornenkrone

Den Purpurmantel hätte man als passendes Requisit für eine Königsverspottung erfinden können, die Dornenkrone aber nicht. Die Dornenkrone, die Jesus nach dem Wortlaut der Evangelien im Gegensatz zum Purpurmantel auch bei der Kreuzigung trug, könnte also historisch sein. Wenn Jesus aber die Dornenkrone trug, dann muss sie ihm zum Spott aufgesetzt worden sein; das können aber nur die Römer gemacht haben, weil es nur bei ihnen um dem Königstitel ging.

b) Gottesknecht angespuckt und geohrfeigt

Aus Jesaja 50,6 ist zu entnehmen, dass der leidende Gottesknecht angespuckt wird und Ohrfeigen bekommt. Dem entspricht in der Soldatenverspottung Markus 15,19.

c) Ratsverspottung < Soldatenverspottung

Die Soldatenverspottung dient als Vorbild für die Verspottung vor dem Hohen Rat, wo beide Motive vorkommen: Schläge und Spucke aus Jesaja und ein inhaltliches Motiv.

d) unabhängige Überlieferung?

Dies ist aber nicht die Verspottung des Messias, sondern des Propheten. Möglicherweise liegt also hier eine Überlieferung vor, die von der Messiasfrage unabhängig ist.

3. Jesus // Stephanus

Der Jesusprozess vor dem Hohen Rat hat einige Ähnlichkeiten mit dem Stephanusprozess Apostelgeschichte 6,11‑7,60:

a) Auch gegen Stephanus treten falsche Zeugen auf.

b) Stephanus hat angeblich Lästerworte geredet,

u.a. gegen den Tempel (vgl. Jesu Wort vom Tempelabbruch und ‑Wiederaufbau).

c) Stephanus verteidigt sich

Im Unterschied zum schweigenden Jesus hält Stephanus eine lange Verteidigungsrede zum Thema "Der Allerhöchste wohnt nicht in Tempeln, die mit Händen gemacht sind" (Apostelgeschichte 7,48; auch hier eine Umschreibung für 'Gott'), wiederum eine Anspielung auf das Jesuswort.

d) "Ich sehe den Menschensohn"

Ehe Stephanus aus dem Ratsgebäude vor die Stadt gezerrt wird, sagt er: Siehe, ich sehe den Himmel offen und den Menschensohn zur Rechten Gottes stehen"– eine genaue Parallele zum Jesusprozess, hier allerdings ganz deutlich nur christlich zu verstehen.

e) Stephanus wird nicht regulär verurteilt, sondern eher gelyncht

Wir entsinnen uns aber, dass die Anklage lautete auf "Lästerworte", und dass die Steinigung die entsprechende Strafe war.

f) Jesus und Stephanus beten für die Verfolger

Schließlich betet Stephanus wie Jesus für seine Verfolger und bittet ähnlich wie Jesus: Herr Jesus, nimm meinen Geist auf. (Apostelgeschichte 7,59.60; beide Jesusworte nur bei Lukas, der also bewusst die Parallelen zwischen beiden Prozessen herausstellt).

Welche Geschichte hat welche beeinflusst?

Diese Beobachtung, dass Lukas unter Punkt f die Jesuspassion nach der Stephanuspassion umgestaltet, erlaubt vielleicht den Schluss, dass das auch bei anderen Punkten geschehen sein könnte: Ist der erschlossene Jesusprozess vor dem Hohen Rat dem vielleicht besser bezeugten Stephanusprozess nachempfunden?

Es wäre nun allerdings denkbar, dass auch die Darstellung des Stephanusprozesses von der des Jesusprozesses beeinflusst sein könnte. Merkwürdig ist freilich, dass bei Stephanus die beiden oben analysierten Motive der unvermittelten Richterfrage mit folgendem Bekenntnis und der Verspottung fehlen. Es wurden also mindestens in einem Fall Motive von Stephanus auf Jesus übertragen, während in mindestens zwei Fällen der umgekehrte Vorgang nicht stattfand.

4. Zusammenfassung:

Die einzelnen Elemente des Jesusprozesses stammen außer aus dem Alten Testament aus folgenden Quellen:

1 Die Messiasfrage durch Rückschluss aus dem Kreuzestitel.

2 Die Verspottung durch Rückschluss aus der Dornenkrone.

3 Die falschen Zeugen, das Tempelwort (original Jesus), das Menschensohnwort und der Vorwurf der Lästerung aus der Stephanusgeschichte.

4 Der Vorwurf der Lästerung zusätzlich aus späterer jüdischer Polemik.

   

 

 

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Datum: 1989 / 2015

Aktuell: 18.10.2019