Diskussion Engerling

Befund | Theorien | Diskussion | Erklärung

Befund

  • Pfeifer (1995 / 2005)

    • Engerling m. Larve des Maikäfers, der Dasselfliege. Neben ahd. angar (11. Jh.), mhd. anger, enger stehen die abgeleiteten Suffixbildungen ahd. engiring (10. Jh.), engirling (11. Jh.), mhd. engerlinc.

Theorien

  • Stieler (1691/ 1968) 380

    • stellt Enger, Engerling 'ein Hautparasit' zu Enger 'Verenger, Ängstiger'

  • Adelung (1793-1801)

    • 1) Eine dicke weiße Made, welche sich in der Haut des Rothwildbretes und des Hornviehes erzeuget

    • 2) Die Magenwürmer der Pferde

    • 3) Die Maden, woraus die May- und andere Käfer entstehen.

    • 4) Auch eine Art des Kornwurmes, welche sich unter der Erde aufhält

    • keine Etymologie

  •  Christ. G. Tschirschnitz, Naturkunde der Sprachlaute (1841) 180

    DWB (1862) 3,480

    • ('ein Hautparasit')

    • keine Etymologie

  • Kluge (1894) 89

  • Pokorny (1959/2002) 44↗

    • angʷ(h)i- 'Schlange, Wurm'

      • In der Bed. 'Wurm, Made' und mit r-Suffix (vgl. oben ἴμβηρις usw.): ahd. angar 'Kornmade' engirinc 'Larve', nhd. Engerling, lit. ankštiraĩ̃ 'Maden, Engerlinge' (und ähnliche Formen, s. Trautmann Apr. 301), lett. anksteri 'Maden, Engerlinge', apr. anxdris (d. i. anxtris) aber 'Natter' (über das -st- dieser balt. Formen vgl. Mühlenbach-Endzelin Lett.-D. Wb. I 71), russ. ug(o)rь 'Hitzblatter, Finne' (auch 'Aal', s. oben), poln. wągry 'Schweinsfinnen' (Bezzenberger GGA. 1874, 1236, BB. 2, 154; nicht besser über angar, úgorь ders. GGA. 1898, 554 f.).

  • Pfeifer (1995 / 2005)

    • Verwandt sind lit. ánkštara, inkstìras ‘Pickel, Mitesser, Trichine’, russ. úgor’ (угорь) ‘Finne, Pickel, Mitesser’, slowen. ógrc ‘Engerling, Mitesser’, die wie die dt. Formen ein r-Suffix aufweisen, so daß Anschluß an ie. *angu̯(h)- bzw. *angu̯(h)i- ‘Schlange’ (wozu auch lat. anguis ‘Schlange’) möglich ist; zur weiteren Verwandtschaft s. ↗Eidechse und ↗Unke. In mittelalterlicher und heutiger landschaftlicher Sprache gilt der Name Engerling, obd. Anger, Inger, oft für jede größere Insektenlarve, für Schädlinge an Getreide und Hülsenfrüchten, teilweise auch für jede Art Wurm in der Erde.

  • TH 2011

    • Engerling, das Baby des Maikäfers, das im "Anger" wühlt

      • Erklärung aus der Erinnerung (woher?)

  • Habermann, Müller, Munske: Historische Wortbildung des Deutschen (2012) 98

    • ENGERLING 'Larve des Maikäfers, der Dasselfliege..., eine Suffixbildung zum Simplex ahd. angar 'Feld'...

  • Kluge (2013)

    • Engerling Sm "Maikäferlarve" erw. fach. (10. Jh., Form 11. Jh.), mhd. enger(l)inc, ahd. engiring "kleiner Wurm, Made, Finne" Stammwort. Verkleinerungsform zu ahd. angar(ī), mhd. anger, enger "Made". Zu einer schwer abgrenzbaren Sippe, bei der Wörter für "Schlange, Aal, Wurm, Made" voneinander geschieden werden müssen. Semantisch am nächsten stehen bei dem germanischen Wort (mit lautlicher Umbildung) lit. inkstìras "Finne, Trichine", lett. anksteri "Maden, Larven, Engerlinge", russ. úgorĭ "Finne". Die weiter hierher gestellten Wörter für "Schlange" und "Aal" sind wohl abzutrennen. Es kann also ig. (oeur.) * (h)angh- vorausgesetzt werden, ein weiterer Anschluß ist unsicher.

  • DEt (2014)

    • Engerling: Die Maikäferlarve teilte früher ihren Namen mit anderen Maden (so bezeichnet weidmännisch Engerling noch die Larve der Dasselfliege). Mhd. enger‹l›inc, ahd. engiring »Made« ist abgeleitet von gleichbed. mhd. anger, enger, ahd. angar, das wie lit. ankštara »Dassellarve«, lett. anksteri »Maden, Engerlinge« wahrscheinlich zur Sippe von ↑ Unke gehört.

Diskussion

Erklärung

  • Unke 'Ringelnatter, Art Kröte'

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Aktuell: 28.08.2021