Diskussion Penne

Befund | Theorien | Diskussion | Erklärung

Befund

  • rotw. 16b" bonne [= bönne?], 17m" benne, 18a" penne 'Herberge, Gasthaus, Nachtquartier, Schlafstätte' 242

    • 1862 Penne machen 'einkehren, logieren'

  • Karl Falkenberg, Versuch einer Darstellung der verschiedenen Classen von Räubern, Dieben und Diebshehlern... 2,418 (1818) Platte penne machen 'unter freiem Himmel liegen' = WolfR (1956) 248 Platt machen 'im Freien schlafen' = 1835 blota Bene machen

Theorien

  • WolfR (1956) 242

    • Penne f kann nach den älteren und frühesten Formen nur gestellt werden zu jidd. binjan Gebäude, bono er hat gebaut.

      • Pennen: schlafen, nächtigen ... 1847 K 147.

      • Pennbruder m verkommener wandernder Handwerksbursche, jetzt für jeden Faulenzer und Schmarotzer üblich: 1885 Bö Ku

      • Penner: ...1906 Ra.

    • Es fällt auf, daß pennen v. erst bedeutend später gebucht ist als Penne f, und daß es in Quellen fehlt, die letzteres anführen.

    • Vermutlich geht pennen v. nicht unmittelbar auf Penne f zurück, sondern auf jidd. pannai adj. müßig, hebr. pendi Zeit, hier im Sinne von »Muße-, Ruhezeit«.

    • Erst die Gauneretymologie wird Penne f als subst. von pennen v. aufgefaßt haben (man pennte ja in der Benne), wodurch die im 19. Jh. eintretende Verdrängung des B durch P erklärt wird.

Diskussion

  • jidd. pannai fehlt bei HarYidd (1891), StrJüdWb (1916), Birnbaum (1918 / 88), DJidd (1992), Klepsch (2004)

  • nicht zu mhbr. פנה pánô 'sich wenden, weggehen, seine Notdurft verrichten' W338,

    • das ebenfalls jidd. nicht nachweisbar ist und doch wohl !ponenen lautet müsste.

  • nicht zu änhd. 16m" Penne 'Schwanzfeder des Falken'

    • fachsprachig, kaum bekannt.

    • Bettfedern sind Daunen.

    • In den Pennen schlief man eher ohne Daunen.

  • eher überfeinert Benne < Penne (wie fnhd. basune > Posaune 23)

Erklärung

zurück

 

Heinrich Tischner

Fehlheimer Straße 63

64625 Bensheim

Email:

Aktuell: 10.02.2019