Quellen: Wegwarte

 
  • Hans Vintler, Pluemen der tugent 7838-40 (14°)

    • vil die jehent, die wegwart sei gewesen ain frawe zart und wart irs puelen noch mit smerzen

    • = Viele sagen, die Wegwarte sei eine zarte Frau gewesen und warte noch mit Schmerzen auf ihren Geliebten.

  • Ovid, Metamorphosen 4,261-70

    • sedit humo nuda nudis incompta capillis, perque novem luces expers undaeque cibique rore mero lacrimisque suis ieiunia pavit nec se movit humo; tantum spectabat euntis ora dei vultusque suos flectebat ad illum. membra ferunt haesisse solo, partemque coloris luridus exsangues pallor convertit in herbas; est in parte rubor violaeque simillimus ora flos tegit. illa suum, quamvis radice tenetur, vertitur ad Solem mutataque servat amorem.

    • = (Clytia) saß auf dem nackten Boden, die Haare unbedeckt und ungekämmt, neun Tage ohne Wasser und Speise. Ihre Fasten nährte sie nur mit Tau und ihren Tränen und rührte sich nicht vom Boden. Sie schaute nur nach dem Antlitz des fahrenden Sonnengottes und wandte ihr Gesicht ihm zu. Ihre Glieder, sagt man, hätten auf dem Boden gehaftet. Sie wird zur Pflanze. Ein Teil ihrer Farbe (weicht) blutleerer fahler Blässe, teils bedeckt ihr Gescht eine Blüte mit Rot  und den Veilchen ähnlich. Obwohl sie von der Wurzel festgehalten wird, wendet sie sich ihrem  Sonnengott zu und bewahrt auch verwandelt ihre Liebe.

  • Wickram (Übersetzung von Ovid, 15a")

    • Clycie bald eyn blům thet werden, die weder braun noch rotfarb ist, doch vil farben mit blaw vermischt und ist solsequium genannt, heiszt wegweisz weit durch alle landt. dann wo nach geht der sonnen schin, do wendet sich die blůmen hin.

    • = Clytia wurde bald eine Blume, die weder violett noch rot ist, doch viele Farben mit rot vermischt. Sie heißt solsequium / Wegweise überall, denn wohin der Sonnenschein geht, da wendet sie sich hin.

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Heinrich Tischner

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Aktuell: 10.02.2019