Diskussion avara

Befund | Deutungen | Diskussion | Erklärung

Befund

  • ahd. avara f. 1,181

    • imago, statua = Bild, Standbild

    • pira, ignis vel flamma = Scheiterhaufen, Feuer oder Flamme

    • in auarum, in titulum = auf den Titel

    • auarun, irminsuli, piramides = große Säulen, Pyramiden

    • mit auarun, titulis = mit Titeln

Deutungen

  • Graff (1834-42) 1,181

    • Sollte dieses Wort zu AVAR [aber] gehören? (cf. goth. afar series)

    • handschr. Randbemerkung: alts. auaron, abharon, aboron Nachkommen

      • and.   

  • Ahd. Wörterbuch (2019)

    • avara hat urspr. einmal das Ahnenmal bezeichnet, vgl. Beitr. 63,136 ff.; es stand also in wesenhafter Beziehung zum Grabhügel. Da der Besitz eines Ahnenmals für eine Sippe Ansehen und Auszeichnung bedeutete, erklärt sich seine Verwendung als Ehrenzeichen, da die Götterbilder sich aus den Ahnenbildern entwickelt haben, die als Götterbild.

      Quellen

Diskussion

  • Ahd._Wörterbuch

    • 'Ahnenmal' ist eine Konstruktion und liegt nicht klar auf der Hand.

    • Näher liegt doch 'Monument, Grabmal'

    • 'Zeichen, Mal' fasst gut alle Bedeutungen zusammen:

      • -mal (Wiederholung), abermals

      • Erinnerungszeichen, Denkmal, Grabmal 'Kennzeichnung eines sonst unsichtbaren Grabs'

      • Auszeichnung, Ehrenmal

      • 'Bildsäulen', nicht 'Götterbilder'

  • Herkunft:

    • ahd. 3

      • afur, afar, avur 'aber, abermals, doch, jedoch, wieder, wiederum, nämlich, dagegen, denn'

      • afara, avara 'Erinnerungszeichen, Auszeichnung, Bild'

      • afarōn 'wiederholen, aufs Neue beginnen, jemands Abbild sein'

        • abbilden, kopieren : ein Vorbild nachahmen

  • Deutung:

    • avara hat urspr. einmal das Ahnenmal bezeichnet; es stand also in wesenhafter Beziehung zum Grabhügel. Da der Besitz eines Ahnenmals für eine Sippe Ansehen und Auszeichnung bedeutete, erklärt sich seine Verwendung als Ehrenzeichen, da die Götterbilder sich aus den Ahnenbildern entwickelt haben, die als Götterbild.

    • Avara 'Wiederholung' findet jedes Mal statt, wenn Erinnerungen geweckt werden,

      • durch aufrecht stehende Steine, die an Ereignisse der Vergangenheit erinnern (Denkmale

      • oder an Verstorbene (Grabmale).

        • Die Grabmale sind zugleich Ausdruck von deren Bedeutung und Ruhm, also 'Ehrenmale',

          • daher die Übertragung auf Statussymbole (Ehrenzeichen).

        • Römische Grabsteine trugen nicht nur

          • eine Inschrift (titulus) ,

          sondern oft auch

          • ein Bild des Verstorbenen (imago) .

          Von daher wurde avara Übersetzugswort für 'Götterbild'

    • Der ahd PN Abar 14f lässt sich deuten als Gedächtnisname:

      • Bei der Vorfahren Karls d. Gr. wechselten die Namen Pippin und Karl , d. h. der Name des Enkels erinnert an den verstorbenen Großvater.

      • Ich weiß auch von Fällen, wo der Name eines verstorbenen Kindes auf ein nachgeborenes vererbt wurde.

      • Unter meinen Vorfahren gab's 8x Johann (als Erstname), darunter 4x Johann Heinrich. Ich selbst bin mit Erstnamen nach meinem Vater Heinrich und und mit Zweitnamen nach meinem Paten genannt, beide damals im Krieg.

    • So lässt sich auch das and. avaro 'Nachkomme' 4 verstehen.

Erklärung

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Heinrich Tischner

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Aktuell: 09.09.2019