Diskussion mst / nst

Befund | Fragen | Diskussion | Erklärung

Befund

  • *nst

    • Brunst < brennen

    • Kunst  < können

  • *mft > nft

    • Brunft < brummen

    • Kunft = got. -qumþ-,  mnd. kumpst, komst, ahd. kumft, kunft < kommen

      • got. -qumþ- ohne Vergleich, < vgerm. *ğëmtis 'Kommen'

    • Ranft = ahd. ramft // Rahmen

    • sanft = ahd. semfti, senfti // kelt. *samis 'ruhig, mild'

    • Vernunft = ahd. firnumft, firnunst < nehmen

    • Zunft = mhd. zumft, zunft < ziemen

Fragen und Diskussion

  • Woher kommt das f?

    • Bei Wampen > *Wampst > Wanst wurde m als n an st assimiliert.

      • nicht > !Wampft.

        • p kann also nicht Stammerweiterung oder Suffix sein.

    • mnd. kumpst, komst, ahd. kumft, kunft

      • Bei kumpst ist p Gleitlaut, vgl. fnhd. Formen wie nimpst 'nimmst'

      • Es stehen offenbar zwei Bildungsweisen nebeneinander:

        • *kum-st > mhd. kunst (// Kunst < können)

        • kum-ft > kunft

      dazu KraheG 3,154f:

Erklärung

  • KraheG 3,154f:

    • vgerm. parasitäres p (= Gleitlaut) zwischen m und t.

  • KraheG 1,84 ff:

    • "Geht der idg. Tenuis eine Spirans voraus, so bleibt die Tenuis unverschoben."

    • also st > st und pt > ft (wie lat. captus 'gefangen' = got. hafts 'behaftet')

  • Kunst neben kumft erklärt sich besser als Analogiebildung zu Gunst, Brunst und Kreuzung beider Formen zu kunft und kumst.

 

Heinrich Tischner

Fehlheimer Straße 63

64625 Bensheim

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Aktuell: 21.02.2018