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Heinrich Tischner

Fehlheimer Straße 63

64625 Bensheim

Südhessisch

Beleg: Aas

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  • Ein oft gebrauchtes Pfungstädter Wort war "Aas", hier Os, Mehrzahl "Eser". Als Leiche oder Tierkadaver ist es eigentlich unbekannt, sondern es erschien als Schimpfwort, dem man dann noch ein treffendes Eigenschaftswort als Beifügung zufügte; um eine Charakterisierung von Leichtlebigkeit, Gewandtheit, Tücke, Bosheit zu geben. Allgemein wurde Os nur für weibliche Personen angewandt, um deren Fehler besonders zu kennzeichnen. So sprach man von einem "Oald, rod, matzelagige, dumme, dabbige, dusselige, dickkeppige hungrige, geizige, dreckige, äbschde, beese, falsche gerewenne, verkreschene, fresche, hitzige, leichtsinnige, närrische, feirige, scheppe, daabe, scheele, dumme, schlächte und verdammte Os. Doch ganz anders klingt: "e kuraschiert Os" oder "Däß ess e Os", da liegt eine Bewunderung drin. Selbst kleine Kinder bezeichnet man mit "däß eß e herzig oder goldig Os". Ja zur Steigerung des Begriffes bildete man Zusammensetzungen, so war "däß Feier-, Gewirre-, Sau-, Schinn-, Werks- und Deiwelsos" eine stärkere Ausgabe des Oses oder der Eser. PfA 23.08.1975

 

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Datum: 1968-2008

Aktuell: 09.02.2019