Diskussion fuff-

Befund | Theorien | Diskussion | Erklärung

Befund

  • fünf

  • aber mda. fuffzehn, fuffzig / fuch-

Theorien

  • TH 2011: unregelmäßige Lautentwicklung bei 15, 50:

    • Zu Beginn der Neuzeit erscheint rückgelautetetes /ÿ/, das von einigen Grammatikern gefördert wurde. (Grimm 4,580)

    • Der Schwund des /n/ vor Reibelaut ist gemeinwestgermanisch, aber nicht hochdeutsch. Bei fÿnff- findet keine Ersatzdehnung statt. Vielleicht liegt fremder, etwa niederdeutscher oder niederländischer Einfluss vor.

      • In einigen Orten spricht man [fuxts-], auch das erinnert an die niederländische Artikulation: gekocht statt gekooft 'gekauft'

Diskussion

  • Bei fremdem Einfluss sollte man annehmen, dass alle Formen mit 5 betroffen wären.

    • Merkwürdig ist u + Nasalschwund.

  • kein Konsonantenschwund nach der Dreikonsonantenregel

    • Da sollte man !fumfts- > !funfs- erwarten

  • keine unregelmäßige Lauterleichterung von /fumfts-/

    • Reguläre Assimilation mf > ff unwahrscheinlich, da m + Labial > mm (kamb > Kamm, Ambt > Amt)

  • unregelmäßiger bzw. ndt. Nasalschwund mit sekundärer Kürzung der Ersatzdehnung vor Doppelkonsonanz.

    • [fuxts-] kann zurückgeführt werden auf *fūnts-, das man wie bei mhd. naht > *nât > Nâcht als *fuhts- > fūts- verstand und als *fūchz- > fuchz- rekonstruierte, bzw, analog zu fünf als *fūfz- > fuffz-.

Erklärung

  • Die Kombination u + Nasalschwund weist auf fremden Einfluss.

  • einheimische Weiterentwicklung > fuchz- / fuffz-

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Heinrich Tischner

Fehlheimer Straße 63

64625 Bensheim

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Aktuell: 28.08.2021