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Heinrich Tischner

Fehlheimer Straße 63

64625 Bensheim

Tabor

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Überlieferung

  • hbr. תבור Tábôr 2,1549

  • griech. Θαβωρ Tʰabōr, Ἰταβύριον Itabýrion 2,1549, Ἀταβύριον Atabýrion 869

    • >lat. Atabyrion

  • arab. جبل طور Ǧebel Ṭūr 869, جبل طابور Ǧabal aṭ-Ṭābūr /جبل الطور Ǧabal aṭ-Ṭūr

Theorien und Diskussion

  • GesB (1959) 869

    • Ri[chter] 8,18, wo dieser Berg nicht gemeint sein kann, verm[utet] Moore: טבור ṭabbūr...

      • טבור ṭabbūr 'Nabel' 270, so ist wohl der arab. Name zu verstehen.

        • Volksetymologie , die nur aus dem Hbr. zu verstehen ist, wo der Bergname aber t, nicht ṭ hat.

      • Databases: ṭabbūr 'Nabel' nur hbr., sonst nur noch Tschad und Kusch

  • KoeBau (1953 / 2004) 1549

    • √ nbr: arab. nabara 'etw. erheben, emporheben... danach ist תבור [Tábôr] 'erhöhtes Gelände, Höhe, Hügel'

      • نبر nabara 'heben, erheben; die Stimme heben, hervorheben, betonen; anschreien, schreien; VIII anschwellen' 835

        • klingt nicht gerade nach 'Bodenerhebung'

        • ta + nabar wäre hbr. tabbar, arab. tanabar.

      geht also nicht.

  • Wibilex (2008)

    • Herkunft und Bedeutung des Ortsnamens Tabor (תָּבוֹר tāvôr) sind unklar.

      • Nicht durchgesetzt hat sich die These von Otto → Eißfeldt, der Name sei angesichts der griechischen Wiedergabe mit Itabyrion auf den Gott Zeus Atabyrios / Itabyrios zurückzuführen, der auf Rhodos bezeugt ist, aber semitische Wurzeln habe.

        • Zirkelschluss: A < B, weil B < A

      • Gaß (251) hält eine Ableitung von dem postulierten Begriff tadbôr (Präfix ta + dbr „sprechen“), der „Orakelstätte“ bedeuten soll, für das wahrscheinlichste.

        • תדבק ti-dbáq 'du hingst fest' 152

          ohne Assimilation db > d (wo man dd erwarten müsste, also * tibbáq, *tabbor).

        • 'Orakelstätte' ist nicht bezeugt.

  • TH 03.2019

    • ta + hbr. בר bar 'freies Feld' 113, arab. بر barr 'Land, Festland; freies, offenes Land' 43 < noach.

      • Der Tabor erhebt sich in einer weiten Ebene.

      • Unwahrscheinlich

    • < *tawr, vgl. arab. Ṭābūr / Ṭūr

      • Ṭūr ist der ursprüngliche Name, = hbr. צור ṣûr 'Felsen', Ṭābūr an Tabor angeglichen.

      • Neben "emphatischen" Lauten" kann t > ṭ übergehen. 270 Das trifft aber bei Tabor nicht zu.

      • ב b wechselt innerhe[bräisch] lautlich oder durch Verschreiben a) mit ו w [siehe] בת־שבע Bat-šäbaʕ 1,99 / בת־שוע Bat-šûaʕ ... 1,160 Das erklärt Ṭābūr > Ṭūr, aber nicht umgekehrt.

    • wie shess. BN Tromm 'Trommel'

      • hbr.

        • תף top 'Tamburin'

        • hbr. שבר šábôr 'zerbrechen, zerschmettern' 804

        • aram. תבר təbar 'zerbrechen, abbrechen, verletzen, zerschmettern' Wb438

        • arab. ثبر ṯabara 'vernichten, zugrunde richten' 90  

        kaum wahrscheinlich, wie auch Tromm 'Trommel' fragwürdig ist.

    • Der Name Tabor haftet nicht nur an dem Berg:

      • 1. Sam. 10,3 Eiche Tabor

      • 1. Chr. 6,62 Levitenstädte Rimmon und Tabor in Sebulon

        • Rimmon 'Granatapfel; Name des Donnergottes'

      • Da könnte die Eiche Tabor eine Art "Donareiche" gewesen sein, nach dem Gott, der Bäume zerschmettert. Oder die zerbrochen Eiche (Ps 29,5), das wäre אלון תבור elôn ṯábûr, echt hbr. שבור šábûr.

Form

  • Ita-, Atabýrion

    • aram. Verbalform *it-ṯabbar? DP403

      • müsste aber Partizip *mit- sein

      • Tut hier nichts zur Sache, da der Beiname des Zeus auch einen anderen Ursprung haben kann.

Erklärung

  • zu sem. *ṯabar- 'zerschmettern'

    • Beiname des gewalttätigen Wettergottes?

    • seine Waffe 'Donnerkeil'?

    • ein vom Blitz getroffener oder sturmgeschädigter Baum  (Ps 29,5)?

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Datum: 2019

Aktuell: 13.03.2019