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Heinrich Tischner

Fehlheimer Straße 63

64625 Bensheim

Siedlungsnamen zwischen Rhein, Main, Neckar und Itter

Lautgeschichte
der südhessischen Ortsnamen

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1. Einleitung

a) Schreibung und Aussprache

b) Frühere Gepflogenheiten

2. Schreibarten

a) Selbstlaute

b) Mitlaute:

Lippenlaute

c) Zahn-  und Gaumenlaute

d) Rachenlaute

3. Rückschlüsse auf die gesprochene Sprache

a) Betonung

b) Selbstlaute

c) Mitlaute:

Verschluss- und Reibelaute

d) Lippenlaute

e) Zahnlaute

/ d, t / ð / z, ß / s

/ r / l / n /
f) Gaumenlaute

g) Rachenlaute

 

3. Rückschlüsse auf die gesprochene Sprache

e) Zahnlaute

i. Verschlusslaute

Immer entspanntes /d, t/

Durch die 2. Lautverschiebung wurden:

[þ] > [d]: and. thorn > hess. [dɔRn] 'Dorn'
[d] = [d]:  and. dag = hess. [dɔːk] 'Tag'
[t] > [tś]: and. tand > hess. [tsoː] 'Zahn'
    > [ś]: and. watar > hess. ['vasɝ] 'Wasser'

Es gibt also im Rhfr. kein ererbtes [th], weil

  • germ. /t/ mit Unterschied zu /p, k/ nicht mit scharfem Hauch als [th], sondern im Anlaut angerieben als [tś], im In- und Auslaut als [tś > ś] gesprochen wird,

und

  • 2. germ /d/ nicht wie oberdt. zu /t/ geworden ist.

In der heutigen Mundart wird anlautendes [th] nur bei Neuwörtern gesprochen, die in 19er-Jahrhundert übernommen wurden:

  • alt: ['dɛlɝ, diʃ, daːfəl] 'Teller, Tisch, Tafel'
    neu: [thas] 'Tasse', die früher kopf, köpfchen hieß.

Inlautend dagegen wird der Verschlusslaut auch bei neusten Entlehnungen unbehaucht und entspannt gesprochen: ['audoː; khom'bjuːdɝ] 'Auto, Computer.

  • germ. /þ/ > Rhfr. [d]

    • 779 Thornheim  [1] > 1184 Dorn-

  • germ. /d/ = Rhfr. [d] = hd. [th]

    • 1254 Tannenberc = 1264 Dan-

    • 1012 Betenkiricha = 1037 Bedden-

ii. Reibelaute

Der aus /d/ entstandene Reibelaut [ŕ]

Im Wortinnern wurde germ. /d/ zum geriebenen [ŕ > ŕ], das als Zungen-/r/ ohne /a/-Vorschlag gesprochen wird. Nhd. hochlautend dagegen blieb es Verschlusslaut

  •  and. brōðar = aRhfr. bruodher [2] > mda. ['bruːŕɝ]

  • :: ahd. bruodar > nhd. ['bruːdɝ]

Wie bei /ƀ, ğ/ wird dies in der Schreibung aber kaum ausgedrückt, in den Ortsnamen überhaupt nicht

  • 1403 Roden = mda. ['roːŕə].

Da aber /d, t/ zwischen Selbstlauten manchmal ausgefallen ist, kann man wenigstens mittelbar auf einen ursprünglichen Reibelaut schließen

  • 1250 Cletestat = 1274 Clestad, also = *['klɛŕə-].

Im Falle von

  • 755 Butthesheim = 791 Bůtres-

zeigt die Schreibunsicherheit, dass der verschärfte Zahnlaut in der Mitte nicht gerieben als [ð], sondern ähnlich /z/ nachgerieben als [dð] gesprochen wurde, was sich anhörte wie /dr/.

Der aus /t/ entstandene Reibelaut /z, ß/

Germ /t/ > ahd. /z/ = [ts] > fnhd. scharfes /ß/ > heute: /s/

Durch die hochdeutsche Lautverschiebung entstand aus dem gespannten Verschlusslaut /t/ der Reibelaut /ß/ bzw. nachgeriebenes /z/, die im Ahd. und Mhd. in der Schrift nicht voneinander unterschieden werden:

<z> = heute [ts-, -ts-]

  • 877 Zozunbach > Zotzen-

= heute [-s-]

  • 877 Rūzondun > Reußen

= heute [-s]

  • 897 Bibiloz > Biblis

In ahd. und mhd. Textausgaben wird künstlich unterschieden zwischen <z> = [tś] und <Ʒ> = [ś], was aber in den Handschriften keinen Anhalt hat.
Man muss sich angesichts des überlieferten Befundes fragen, ob nicht wenigstens im Ahd. diese Lauteinheit an allen Stellen als nachgeriebenes [tś] gesprochen wurde, also auch Rūzondun = ['ruːtśondun] und Bibiloz = ['biviloːtś]. Erst seit etwa dem 12er-Jahrhundert scheint im In- und Auslaut ein Reibelaut gesprochen worden zu sein, wie gelegentliche Verwechslungen von /ß/ und /s/ zeigen:

  • 1276 Bockißheim statt Bockis-

  • 1347 Weidengesesse statt -geseze

  • 1389 Bibles statt Bibleß.

Hier ist allerdings Vorsicht geboten. Ich habe keine Möglichkeit nachzuprüfen, ob das fnhd. <ß> der Drucke in den ursprünglichen Handschriften wirklich als verbundenes <ß> und nicht wie ahd., mhd. als unverbundenes <sz> geschrieben wurde. Möglicherweise handelt es sich in einem oder andern Fall auch gar nicht um die ursprüngliche Schreibung, sondern um die Laune eines späteren Abschreibers oder Herausgebers.
Das aus /t/ entstandene /ß/ und ursprüngliches /s/ haben sich also anscheinend erst im Fnhd. aneinander angeglichen und sind vor 1250 genau unterschieden worden. Das lässt sich am einfachsten damit erklären, dass bis etwa 1200 auch in- und auslautendes /ß/ als nachgeriebenes [tś], /s/ in allen Stellungen dagegen als reiner Reibelaut gesprochen wurde.
Dennoch scheint es auch später einen Unterschied in der Lautbildung gegeben zu haben: /ß/ gilt heute als "scharfer", /s/ als "weicher" Laut, d. h. /ß/ soll mit schärferem Hauch gesprochen werden, während /s/ hochlautend vor und zwischen Selbstlauten stimmhaftes [z] geworden ist, vgl. hase und straße. Das ist jedenfalls der nhd. Lautstand, auch wenn die unterschiedliche Aussprache heute nur noch durch Sprecherziehung aufrecht erhalten wird.

/rz/ > [rʃ]

Wie sehr beide Lauteinheiten zusammen gefallen sind, erkennen wir daran, dass /ß/ in Verbindung mit /r/ den nhd. Wechsel von [rs] > [rʃ] mitgemacht hat: 1391 Hirtzhorn (!) = 1406 Hirß- > 1611 Hirsch-.

Der ursprüngliche Reibelaut /s/

[s, ʃ, z] waren stellungsbedingte Abarten von /s/ und wurden einheitlich <s> geschrieben. Dieser Buchstabe dient im Lateinischen auch zur Bezeichnung des semitschen [ʃ], ist also nicht nur Zeichen für [s], sondern überhaupt für den Zischlaut: lat. sufes 'karthagischer Konsul' = hbr. šofét 'Richter'; lat. sicera 'alkoholisches Getränk' = hbr. šékár.
Daher werden auch im älteren Deutsch [s] und [ʃ] unterschiedslos <s> geschrieben. Nachdem wohl schon im Ahd. /s/ vor /k/ zu [ʃ] geworden ist, hat sich im Nhd. die Buchstabengruppe <sch> als Lautzeichen für [ʃ] eingebürgert.
/s/ wird im Nhd. vor Mitlaut als [ʃ] gesprochen, wobei in den Mundarten ein deutliches Nord-Süd-Gefälle zu beobachten ist:

 

ahd. <...>

> nhd. […]

dagegen [...]

ndl. […]

 

scāf

ʃaːf

nd.

ʃaːp

sxaːp

 

slāf

ʃlaːf

nd.

slaːp

 

 

smal

ʃmaːl

nd.

smal

 

 

snabul

'ʃnaːbəl

nd.

snavəl

 

 

spato

'ʃphaːtən

nd.

spat 'eine Pferdekrankheit'

 

Kaspar

'khasphɝ

obdt.

'khaʃpɝ

 

 

stat

ʃthat

nd.

sthat

 

 

bist

bist

obdt.

biʃt

 

 

swarz

ʃvarts

nd.

svart

 

 

Sonderfall: mhd. bursa

> börse =
'bör

nhd.

> bursche =
'burʃə

 

 

Dagegen

 

 

 

 

 

seil

süddt.

sail

norddt.

zail

zeːl

 

haso

süddt.

'haːsə

norddt.

haːzə

 

Geschrieben wird [ʃ] im Mhd. nur beim alten /sk/ als <sch>, im Nhd. zusätzlich nur vor den Fließlauten, nicht aber vor <p, t>, also: <sch, schl, schm, schn, schr, schw>, aber <sp, st>. Nachdem also im Mhd. <sch> zum eigenen Lautzeichen für [ʃ] geworden war, kam im Fnhd. das Bedürfnis auf, auch in anderen Fällen [ʃ] als eigenen Laut zu kennzeichnen. Wenn man das nicht auch bei /sp, st/ durchgeführt hat, wird der Grund darin bestehen, dass diese Lautverbindung ja auch heute unterschiedlich ausgesprochen wird.

Ergebnis: Ahd., mhd. /s/ hat wohl nie eine einheitliche Aussprache gehabt. Es wird auch heute je nach Landschaft und lautlicher Umgebung unterschiedlich als [s], [z] oder [ʃ] gesprochen. Das müssen wir auch für frühere Sprachzustände annehmen. /s/ hat sich von /ß/ in späterer Zeit wohl darin unterschieden, dass es leichter, /ß/ dagegen schärfer behaucht war.

/s/ = [s]

  • 836 Saligunstat > 1247 Saligin- > 1465 Selgen- > heute: Seligen-

  •  800 Masilla > 1308 Messele > heute: Messel;

  • 148 Lindenveles > heute: -fels

/s/ = [ʃ]

/s+k/ > [ʃ]

  • um 830 Scofheim > 1272 Schaff-

/s+l/ > [ʃl]

  • 770 Slierbach > 1490 Schlier-

/s+m/ > [ʃm]

  • mhd. smal > 1561 Schmalberbach

/s+n/ > [ʃn]

  • 1225 Sneppenhusen > 1840 Schneppen-

/s+p/ > [ʃp]

  • 1255 Aschbach > 1403 missdeutet als Aspach = ['aʃp.ax]

/s+t/ > [ʃt]

  • 733 = 1022 Steinaha > heute: Steichach

/s+w/ > [ʃv]

  • 765 Suainheim > 1557 Schwain-

/r+s/ > [rʃ]

  • 917 Lorsa > 1364 Lorsche

/s/ = [z > r] ist wohl noch voralthochdeutsch mit veralteter Schreibung

  • 767 Birstather = 770 Bisi-

iii. Fließlaute

Der Schwinglaut /r/

Ursprüngliches /r/ wird in der älteren Mundart im An- und Inlaut als Zungen-/r/ [r] geschlagen. Im In- und Auslaut bekommt der Laut einen /a/-Vorschlag, so dass der vorhergehende Selbstlaut zu einem Zwielaut wird. Im Auslaut wird /r/ zu einem kurzen /a/ = [R] verflüchtigt. Es lässt sich also mindestens im Auslaut eine ältere Aussprache als Zäpfchen-r = [r] erschließen:

  • rot = mda. [roːd]

  • hurra = alt-mda. *['huraː] > heute: =  ['huara]

  • Karl = alt-mda. *[kharl] > heute: [khal]
    kerl
    = alt-mda. *[khɝl] > heute: = [khɛ
    al]

  • ohr = alt-mda. *[oːr] > heute: = [oːa]
    mutter = alt-mda. *['modə
    r] > heute: = ['moda]

Im Unterschied zum gelegentlichen Wechsel von /n/ und /l/ ist kein überzeugendes Beispiel zu finden, wo /r/ mit einem anderen Fließlaut wechselt. Dagegen spricht auch nicht die Sonderentwicklung

  • Jugenheim > ['juːŕəm]

  • Rumpenheim > ['rumbəlum],

da hier /nh/ nicht zu /r/, sondern zum geriebenen /d/ geworden ist.
Die heutige Jugend ist wieder auf das Zäpfchen-r gekommen, wie sich an Schreibfehlern von Grundschülern erkennen lässt:

  • <Pfacha> = pfarrer

  • <Sare> = sache.

[ŕ] wird dagegen ohne a-Vorschlag gesprochen:

  • fahrer = mda. ['fɔːara]

 

baden = mda. ['bɔːrə]

  • lehrer = mda. ['léːara]

 

leder = mda. ['lɝa]

  • vorder = mda. ['fɛara]

 

feder = mda. ['fɝa]

Während also /r/ und /ŕ/ genau unterschieden werden müssen, ist es gleichgültig, ob man ohr = [oːr], [oːr] oder [oːR] sagt. Die Schrift macht daher auch keinen Unterschied. In alten Belegen lässt sich aber manchmal an Hand von Verschreibungen erkennen, wie tatsächlich gesprochen worden ist:

  • mhd. <ar> = [ɔːR]

    • 1174 Tagersberg > 1393 Dars- = *[dɔːRs-] statt richtig *Dahes- = [dɔːħəs-]; zugleich:

  • mhd. <er> = [ɝ] = [ə]

    • 1174 Tagersberg = *['dɔːɣɝs-] statt richtig *Dahes- = [dɔːħəs-]

  • fnhd. <ar> = [a]

    • 1390 Mortat statt richtig 1475 Mordthardt

  • fnhd. <or> = [oR] = [oə]

    • 1200 Fohrstall > *['foːRʃtəl], missdeutet 1428 als Fohenstil und 1464 als Phaenstile, beides = ['foːəʃtəl]

  • nhd. <or> = [oR] > [ɔ]

    • 17. Jh. Nothhausen statt richtig Nordhausen

Schwinglautung [z] > [r]

Zwischen Selbstlauten ist schon im Germanischen /s/ zu stimmhaftem [z] geworden, das dann in verschiedenen Sprachstufen in [r] übergehen konnte:

  • ahd. friusan [z] > frieren, aber: frost.

Auch in Siedlungsnamen lässt sich dieser Wandel schon im Ahd. wahrscheinlich machen und erlaubt damit den Schluss auf ein ahd. zungenlautendes /r/:

  • germ. *bizi = ahd. bisi 'Nordwind' > 770 Bisistat = 767 Bir-

  • germ. *raza, vgl. got. razn 'Haus' > 983 Rara

  • germ. *rauz = got. raus 'Rohr' > 782 Raureheim und Ror-

Der Seitenlaut /l/

/l/ wird in der Mundart wie in der Hochlautung als helles /l/ gesprochen, mit der Zunge etwa in derselben Stellung wie bei /n/. Wie die anderen Fließlaute ist /l/ sehr beständig und hat sich kaum verändert:

 

 

Anlaut

Inlaut

Auslaut

 

ahd.

764

Lauresham

830/50

-Bibeloz

773

Franconodal

 

mhd.

um 1190

Laurissa

1266

Bibeliz

1113

Windmundal

 

fnhd.

1416

Lorsche

1363

-Bibelos

1366

Huttedal

 

nhd.

 

Lorsch

1514

-Bibeloß

1558

Franckenthal

Fnhd. Angleichung /ld/ > /l/

  • um 1400 Velden > 1632 Fehlen

  • 1359 Waldau > 1568 Whalen

Fnhd. Wechsel -el / -en / -er im Bereich der Endung

Im Fnhd. kann im Bereich der Endung /l/ mit anderen Fließlauten wechseln. Das kommt wohl daher, dass die Endungen im Spätmittelalter so verschliffen waren, dass man sie nicht mehr richtig unterscheiden konnte. Das hat sich bei /-el inzwischen wieder geändert - wohl als Folge von Sprecherziehung in der Schule.

  • 1282/3 Messinusen= 1303 Messelhusen = ['mɛsə-]

  • 773 Gaminesbach > 1354 Gam(m)e(l)spach = ['gɔməs-]

  • 1401 Querleburg = 16. Jh. Quirnberg = ['kvɝə-];

  • 1320 Kochelbach = 1391 Cocherbach = ['khoxə-]

Der Nasenlaut /n/

Auch /n/ ist ein beständiger Laut, der im Auslaut allerdings mundartlich teilweise verstummt ist und dabei in manchen Fällen die anderen Selbstlaute nasenlautend verfärbt hat:

 

 

Anlaut

Inlaut

Auslaut

 

ahd.

830/50

Niuuenheim

775

Manolfinger

773

Steinaha

 

mhd

1113

Nuenstat

1113

Winemundal

1225

Steinahe

 

fnhd.

1414

Neuwenstat

1376

Mynnefelt

1439

Steinach

 

nhd.

1614

Newstatt

 

Minnefeld

1654

Steinach

 

mda.

 

 

 

 

 

[ʃtãː > ʃtɔː]

Fnhd. Angleichung /nd/ > /nn/: 1346 Branda = 1303 Brannen

[n] + Lippenlaut > [m] (sehr häufig): 874 Biccumbach = 1130 Bichen-; 1206 Starkimberg = 1567 Starckhen-; 1390 Himbrunne und Hun-; 1339 Kuntebuch > 1602 Kympach

Fortlaufende Schwächung der Endung

Nachdem im Germanischen der ursprünglich freie Wortton auf die erste Silbe gelegt worden war, wurden die teilweise klangvollen und schweren Endungen schon im Ahd. immer mehr abgeschwächt. Von der alten Vielzahl -en, -an, -on, -ōno, -un, -ūn, -ōm, -im, -īm blieb im Mhd. nur noch die dürftige Einheitsendung -en übrig, die im Fnhd. und der Mundart noch weiter zu -e verflüchtigt wurde: 767 Husun > 1139 Husen > mda. ['hausə].

In der Schreibung der Ortsnamen macht sich das manchmal durch eine Unsicherheit im Gebrauch der Endung bemerkbar:

  • 808 Albenesbach > 1398/1400 Albespach > Albersbach: [en] > [ə] = [ɝ] < [ɝ]

  • 1500 Arnheiden = *['arəhaiŕə] > 1604 Arheiden

Ursprünglich sollten allerdings die Endungen die vielfältigen Wortstämme und Fälle unterscheiden:

 

 

Einzahl

Mehrzahl

 

Nennfall

daz hūsa

hūsun

 

Umstandsfall

hūsen

hūsōn

 

Nennfall

diu hūsea > [hüːsːa]

 

 

Umstandsfall

 

hūseōm > ['hüːsːoːn] = Hyson

Ähnlich handelt es sich z. B. bei 770 Bisistat :: 1113 Bisenstat nicht um eine Unsicherheit im Gebrauch der Endung, sondern um verschiedene Möglichkeiten, wie man eine Zusammensetzung bilden kann:

 

fugenlos

bisi 'Nord'

+ stat 'Ort'

= Bisistat 'Nord-Ort'

 

mit Bindefall

 

 

= Bisenstat 'Ort des Nordens'

 

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[1] wohl noch lautgerecht

 

 

 

 

 

 

 

 


 

[2] in den Straßburger Eiden

 

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Übersicht

 

 

 

Datum: 1995 / 2005

Aktuell: 24.09.2019