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Heinrich Tischner

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Zwischen den Jahren

Sprachecke in den Echo-Zeitungen

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zwischen den Jahren

zwölf Nächte

Silvester

Epiphanias

 

 

Dieses Mal sind sowohl Weihnachten als auch der Jahreswechsel am Wochenende. In anderen Jahren fallen die Feiertage auf Werktage, und dann ist zusätzlich "zwischen den Jahren" ein Sonntag und gleich nach Neujahr wieder einer - Grund genug, in dieser Zeit die Arbeit ruhen zu lassen. Der alte Volksglaube hat aus der Erlaubnis ein Verbot gemacht: Man durfte zwischen Weihnachten und Neujahr nicht spinnen, keine Wäsche waschen, ja noch nicht mal sich waschen oder seine Nägel schneiden, weil das Unglück brächte.

Woher kommt dieser seltsame Ausdruck "zwischen den Jahren"? Gemeint ist wohl die Zeit zwischen dem alten und dem neuen Jahr. Heute stoßen die beiden Jahre um Mitternacht nahtlos zusammen. Früher war das anders: Bis etwa 1700 begann das neue Jahr schon in der Weihnachtsnacht. Auf den 24. Dezember 1795 folgte der 25. Dezember 1796. Daneben gab es aber seit römischer Zeit den Jahresanfang am 1. Januar. Die Zeit dazwischen gehörte nicht mehr richtig zum alten und noch nicht richtig zum neuen Jahr.

Ein anderer Ausdruck, "die zwölf Nächte", rechnet die Übergangszeit sogar bis Epiphanias, dem Drei-Königs-Tag (6. Januar). Auch damit waren allerlei Bräuche und abergläubische Vorstellungen verbunden, zum Beispiel, dass in den "zwölf Nächten" die Geister umgingen, ähnlich wie zur "Geisterstunde" um Mitternacht, wo zwei Tage zusammenstoßen.

Der letzte Tag des Jahres heißt Silvester (mit i, Sylvester ist die englische Schreibweise), dem Gedenktag an Papst Silvester I. (314-335). Kurz vor seinem Amtsantritt hatte der römische Staat nach 250 Jahren Verfolgungen das Christentum rechtlich anerkannt, wenig später wurde das Christentum Staatsreligion. Papst Silvester soll die 1600jährige Verbindung von Thron und Altar begründet haben.
Sprachecke 31.12.2013

An Epiphanias (nach dem Griechischen 'das Fest der Erscheinung des Herrn') feierte die alte Kirche den Geburtstag Jesu (heute nur noch in Armenien). Später wurde er auf den 25. Dezember verlegt. Wenn die Russen tatsächlich erst am 7. Januar Weihnachten feiern, so hängt das mit dem julianischen Kalender zusammen, bei dem alle Termine 13 Tage später sind als bei uns.
Der 6. Januar gilt heute als der Tag, an dem die heiligen drei Könige das Jesuskind besuchten, daher Drei-Königs-Tag. Die evangelische Kirche ist wieder auf den griechischen Ausdruck zurückgekommen.
In Italien bringt nicht der Weihnachtsmann die Geschenke, sondern eine Frau namens Befana. Sie beschert am 6. Januar. Ihr Name ist verstümmelt aus Epiphanias. Auch der Namen der bairischen Perchten 'die hell Glänzenden' (zu englisch bright 'hell') scheint damit zusammenzuhängen. Die Perchten sind maskierte Gestalten, die in den Zwölf Nächten ihr Unwesen treiben.

   

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Echo Online | Sprachecke 03.01.2006 | 03.01.2012 | Begriffe: Feiertage

Biblische Geschichte, Text und Auslegung

 

Datum: 28.12.2004

Aktuell: 09.02.2019