Beleg und Diskussion für suffe 'Brandung' 

 

http://www.gutenberg.org/files/10673/10673-8.txt

Hakluyt, Richard, 1552-1616

The Principal Navigations, Voyages, Traffiques and Discoveries of the English Nation —

Volume 09 Asia, Part II

 

The voyage and trauell of M. Cæsar Fredericke, Marchant of Venice, into the

  East India, and beyond the Indies. Wherein are conteined the customes and

  rites of those countries, the merchandises and commodities, as well of

  golde and siluer, as spices, drugges, pearles, and other iewels:

  translated out of Italian by M. Thomas Hickocke.

Original: Cesare Federici, Viaggio nell'India Orientale

 

And when they are thus made, and the owners will embarke any thing in them, 
either men or goods, they lade them on land, and when they are laden, the Barke-men 
thrust the boate with her lading into the streame, and with great speed they make haste 
all that they are able to rowe out against the huge waues of the sea that are on that shore, 
vntill that they carie them to the ships: and in like maner they lade these Masadies at the 
shippes with merchandise and men. When they come neere the shore, the Barke-men leap
 out of the Barke into the Sea to keepe the Barke right that she cast not athwart the shore, 
and being kept right, the Suffe of the Sea setteth her lading dry on land without any hurt 
or danger, and sometimes there are some of them that are ouerthrowen, but there can 
be no great losse, because they lade but a litle at a time. All the marchandize they lade 
outwards, they emball it well with Oxe hides, so that if it take wet, it can haue no great harme.  
= Und wenn das alles so getan ist und die Eigentümer alles einschiffen wollen, Menschen wie 
Güter, dann laden sie an Land, und wenn sie geladen sind, stoßen die Bootsleute die Boote 
mitsamt der Ladung in die Strömung, und rudern, so schnell sie können, gegen die riesigen 
Meereswellen am Strand, bis sie die Ladung zu den Schiffen gebracht haben. Und in gleicher 
Weise laden sie diese "Masadies" an den Schiffen mit Waren und Menschen um. Wenn sie 
in die Nähe des Ufers kommen, springen die Bootsleute aus dem Boot ins Meer, um das Boot 
richtig auf Kurs zu halten, damit es nicht  gegen das Ufer geschleudert wird. Wenn das Boot 
richtig auf Kurs gehalten wird, setzt die Brandung des Meeres die Ladung trocken an Land, 
ohne Schaden oder Gefahr. Manchmal werden einige Boote auch umgeworfen, aber da 
kann nicht viel verloren gehen, weil sie immer nur wenig auf einmal laden. Alle Waren laden 
sie außerhalb und verpacken sie gut mit Ochsenhäuten. Daher kann nicht viel passieren, 
wenn es nass wird."
 

Der Verfasser war nach dem nächsten Abschnitt am "Grab des Apostels Thomas in Mailapur -

heute der Stadtteil Mayilapuram in Madras / Chennai in Indien"

http://www.heiligenlexikon.de/BiographienT/Thomas.html

Demnach spielt die Landungszene an der SO-Küste Indiens (heute Tamil Nadu)

Suffe ist kein Sanskrit, Tamil, Telugu, Venezianisch, wohl auch nicht Italienisch oder Portugiesisch.
Chin. 碎波 suìbō 'Brandung' ist als Ursprung von suffe kaum wahrscheinlich
Nach dem Kontext ist "the Suffe of the Sea" wohl die Wellenbewegung, die das Boot an Land trägt.
 
Datum: 09.02.2010
 

Heinrich Tischner

Fehlheimer Straße 63

64625 Bensheim

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