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Heinrich Tischner

Fehlheimer Straße 63

64625 Bensheim

Sprachecke in den Echo-Zeitungen

Fragen und Antworten

Beunde

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Frage:
Was bedeutet der Flur- und Straßenname Beune?

 

 

 

 

 

[1] Niermeyer, Mediae Latinitatis Lexicon Minus

[2] Graff, Althochdeutscher Sprachschatz 3,342

[3] Lorscher Codex Nr. 140 Zeile 37.

 

   

 

Meine Antwort:

Diesem Wort entspricht althochdeutsch biunda, das schon damals eine Art Grundstück bezeichnet hat und mit clausura 'Verschluss, Umzäunung'[1] ins Lateinische übersetzt wird.[2] Eine Beunde bei Fürth im Odenwald brachte 1095 dem Kloster Lorsch 30 Pfennige ein. Für eine Mühle zahlte derselbe Pächter 5 Unzen = 100 Pfennige.[3]

Zur Zeit der Dreifelderwirtschaft (ab etwa 1000) baute man abwechselnd Winter- und Sommergetreide an (im Herbst bzw. Frühjahr gesät) und ließ im 3. Jahr das Land brach liegen und nutzte es als Weide. Die Beunde war von dieser Regelung ausgenommen und durfte auch nicht beweidet werden. Sie war für Sonderkulturen reserviert wie Rüben, Gemüse, Hanf, Flachs, Obst, Wein oder Gras. Sie lag meist in Ortsnähe und bestand wohl aus kleineren Einheiten, die man zwischendurch mal schnell bearbeiten konnte, ohne dafür lange Wege zurücklegen zu müssen.

Die clausura 'Umzäunung' war notwendig, damit die Weidetiere nicht die Pflanzen abfraßen. Gegend Wild schützte der allgemeine Dorfzaun.

 

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Übersicht

 

Etymologie

 

Datum: 2011

Aktuell: 09.02.2019