Startseite | Religion | Sprachwissenschaft | Geschichte | Humanwissenschaft | Naturwissenschaft | Kulturwissenschaft | Kulturschöpfungen

Heinrich Tischner

Fehlheimer Straße 63

64625 Bensheim

Märchen erklärt

Aschenputtel

Email:

I. Inhalt

II. Versionen

1. Grimm 1812

2. Bechstein

III. Motivgeschichte

1. »Mitbringsel von der Messe«

2. »Der Baum und der Vogel«

3. »Das Mädchen wird  schikaniert.«

4. »Hülsenfrüchte auslesen«

5. »Tiere helfen beim Sortieren«

6. »die Besitzerin der Schuhe heiraten«

IV. Literarische Vorlagen

1. Rhodopis

2. Typ Aschenputtel

V. Parallelen

3. Typ Erdkühlein

4. Typ Allerleirau

V. Deutung

1. Kern des Märchens

2. Ergänzungen

3. Entwicklungs-psychologische Deutung

 

I. Inhalt [1]

Einem reichen Witwer hat aus erster Ehe eine und aus zweiter Ehe zwei Töchter. Die Stieftöchter schicken das Mädchen in die Küche und schikanieren sie mit unsinnigen Arbeiten. Schlafen muss sie in der Asche neben dem Herd und wird daher Aschenputtel genannt.

Der Vater reist zu einer Messe, die Stieftöchter wünschen sich teuren Putz, Aschenputtel ein Reis. Dieses pflanzt sie aufs Grab der Mutter und begießt es mit ihren Tränen. Daraus wächst ein Baum, unter dem Aschenputtel täglich weint und betet. Ein weißer Vogel sitzt darauf und wirft ihr herunter, was sie sich wünscht.

Der König gibt für seinen Sohn ein dreitägiges Fest, auf dem er Brautschau halten soll. Die Stiefschwestern gehen hin und lassen sich von Aschenputtel frisieren und die Kleider richten. Aschenputtel bittet die Stiefmutter um Erlaubnis, auch auf das Fest zu gehen. Sie erlaubt es, wenn das Mädchen binnen zwei Stunden eine Schüssel Linsen aus der Asche gelesen hat. Aschenputtel ruft die Vögel, die die Arbeiten in einer Stunde erledigt haben. Die Stiefmutter gibt immer noch keine Erlaubnis und lässt sie zwei Schüsseln in einer Stunde auslesen. Und wieder helfen die Vögel. Die machen die Arbeit in einer halben Stunde. Wieder lehnt die Stiefmutter ab, weil Aschenputtel nichts zum Anziehen hat.

Aschenputtel wünscht sich vom Baum ein schönes Kleid und geht zum Fest. Keiner erkennt sie. Der Königssohn tanzt mit ihr den ganzen Abend. Dann entwischt sie und flüchtet in das Taubenhaus. Der Prinz folgt ihr und zerstört mit Hilfe von Aschenputtels Vater das Taubenhaus, aber das Mädchen liegt schon wieder in der Asche. Am nächsten Tag geht sie wieder tanzen und flüchtet in einen Birnbaum, den der Vater fällt. Auch hier erwischen sie sie nicht.

Am dritten Abend blieb Aschenputtels linker Pantoffel an der Treppe hängen, die mit Pech bestrichen ist. Am nächsten Tag geht er zum Vater, zeigt den Schuh und sagt, er wolle die heiraten, der der Schuh passt. Die ältere Stiefschwester hackt sich die Zehe ab, zieht den Schuh an und reitet mit dem Prinzen Richtung Schloss. Die Tauben auf dem Bäumchen am Grab machen ihn darauf aufmerksam, dass Blut im Schuh ist. Er bringt die Älteste zurück. Der jüngeren geht es ähnlich, nur dass sie sich die Ferse abgehackt hat. Dem Aschenputtel aber passt der Schuh und die Tauben bestätigen, dass sie die richtige Braut ist. An der Hochzeit nehmen die Stiefschwestern teil. Die Tauben picken ihnen auf dem Hinweg das eine, auf dem Rückweg das andere Auge aus.

II. Versionen

1. Nach Grimm 1812

sagt die sterbende Mutter, dass das Mädchen den Baum pflanzen soll, es fehlen also die Reise zur Messe und die Mitbringsel. Zu dem Fest werden die Stieftöchter ausdrücklich eingeladen. Sie fragen spöttisch, ob Aschenputtel auch hin will, und lehnen ab sie mitzunehmen, weil sie sich nicht mit ihr blamieren wollen. Die Schwestern geben ihr Linsen zum Auslesen, ohne Zeitangaben. Das ist hier keine sinnlose Arbeit, denn die schlechten Linsen müssen ausgelesen werden. Zwei weiße Tauben kommen von selbst und fragen, ob sie helfen dürfen. Sie empfehlen dem Mädchen aufs Taubenhaus zu steigen und dem Fest zuzusehen.

Am nächsten Morgen ärgern sich die Stiefschwestern, dass sie nichts zu schimpfen finden und wollen Aschenputtel neidisch machen, indem sie vom Ball erzählen. Aschenputtel hat ja zugesehen und weiß schon Bescheid. Vor Ärger lassen sie den Taubenstall niederreißen.

Am Abend muss das Mädchen Wicken auslesen. Die Tauben helfen wieder und empfehlen ihr, sich vom Baum auf dem Grab schöne Kleider zu wünschen, damit sie auf den Ball gehen kann. Sie soll aber um Mitternacht wieder daheim sein. Sie kommt mit einer Kutsche, so dass der Prinz meint, sie sei eine fremde Prinzessin. Die Schwestern ärgern sich, dass sie nicht die schönsten sind.

Am nächsten Morgen wollen sie nichts erzählen, aber Aschenputtel zeigt, dass sie alles weiß. Am Abend soll sie Erbsen auslesen. Am Abend geht sie noch prächtiger tanzen, geht zu spät weg, verliert ihren Schuh auf der Treppe und verwandelt sich auf der Straße in das schmutzige Wesen. Wie die Schwestern heimkommen, erzählen sie neidisch von der Prinzessin. Aschenputtel sagt nichts dazu.

Der Prinz lässt bekannt geben, dass er die heiraten wolle, der der Pantoffel passt. Die eine Schwester schneidet sich die Ferse, die andere die Zehe ab, aber die Tauben merken es.

Die Stiefmutter will verhindern, dass Aschenputtel den Schuh anprobiert. Der Prinz besteht darauf und findet die rechte Braut, wie die Tauben bestätigen.

Die Hochzeit und Strafe der bösen Schwestern fehlt.

2. Bechstein

Das Aschenbrödel
(Deutsches Märchenbuch 1857)

Das Mädchen soll in der Bodenkammer schlafen, schläft bisweilen aber lieber in der Asche am Herd und bekommt daher den Spitznamen Aschenbrödelchen. Sie ruft das Vögelchen zu Hilfe, das auf dem Seelenbaum sitzt und die Täubchen. Nach dem dritten Tanz verliert sie zufällig einen Schuh. Die Schwestern verstümmeln sich nicht die Füße, bekommen aber auch beide Augen von dem Vöglein ausgepickt.

Insgesamt ist die Erzählung sehr knapp.

III. Motivgeschichte

1. »Mitbringsel von der Messe«

Das Motiv gehört eigentlich zu den Märchen vom Tierbräutigam ("Das singende und springende Löweneckerchen, Pintosmalto"), findet sich aber schon in Basiles "Aschenkatze". Auch hier bringt der Vater den Zweig des Seelenbaums mit.

2. »Der Baum und der Vogel«

Baum und Vogel repräsentieren die Seele.

"Der goldene Vogel" beginnt damit, dass der Vogel goldene Äpfel aus dem Garten des Vaters stiehlt. Vogel und goldne Äpfel sind hier Symbole des entstehenden neuen Lebend. [2]

a. »Der Baum«

i »Im Baum wohnt eine Seele«

Im Märchen "Von dem Machandelboom" lebt die Seele des toten Bruders in dem Vogel weiter, aber seine Knochen werden unter dem Baum begraben und auf ihm erscheint der Seelenvogel zum  ersten Mal.

In Basiles "Aschenkatze" wohnt im Baum eine Fee. In "Aschenputtel" wächst der Baum auf dem Grab der Mutter.

ii Der Wunderbaum

Auch der Weihnachtsbaum trägt Luxusgüter. Er symbolisiert aber auch den Lebensbaum mit "goldnen Äpfeln" aus dem Paradies.

iii Das Reis

Aschenputtels Wunderbaum ist aus einem Zweig herausgewachsen. Das Motiv stammt aus Jesaja 11,1: "Der Baum des Hauses David ist abgehauen, die Dynastie erloschen. Aber aus dem abgehauenen Stumpf wächst ein neuer Zweig, der den Messias hervorbringt." Das Wunder des neuen Lebens aus dem toten Holz ist mit in die Weihnachtsbräuche eingeflossen: Barbarazweige, Weihnachtsbaum und Lieder zeugen davon: "Es ist ein Ros entsprungen… mitten im kalten Winter" – "O Tannenbaum, … du grünst … auch im Winter…" [3]

b. »Der Vogel, der die Seele verkörpert«

Vgl. "Von dem Machandelboom". Hier sind die beiden Tauben Repräsentanten der toten Mutter.

Der Vogel ist ein uraltes Symbol für die Seele und kommt schon auf den steinzeitlichen Höhlenmalereien vor.

3. »Das Mädchen wird von Stiefmutter schikaniert.«

Ähnlich bei "Frau Holle"

4. »Hülsenfrüchte auslesen als Schikane«

schon bei "Amor und Psyche"

5. »Tiere helfen beim Sortieren«

schon bei "Amor und Psyche"

6. »die Besitzerin der Schuhe heiraten«

schon bei Rhodopis

Rhodopis verliert nicht den Schuh aus Versehen, sondern er wird ihr gestohlen. Das erinnert an die Geschichten, bei denen ein Mann die Kleider eines badenden Mädchens stiehlt. [4] Hier stiehlt der König nicht, sondern ein Göttervogel. [5] Das der Pharao ja selbst göttliche Qualitäten hat, steht der Adler wohl auch für ihn selbst: Er raubt der Rhodopis ein Unterpfand [6] und begehrt sie zur Frau. Der Schuh war wohl auch damals ein individuelles Kleidungsstück, das nicht jedem passte. Und: Man konnte ihn ausziehen, ohne die Regeln des Anstands zu verletzen.

IV. Literarische Vorlagen

1. Rhodopis

Strabon, Geographie 17,1,33 [7] (gest. 23 n. Chr.)

"Man erzählt von Rhodopis folgende Sage: Als sie badete, ergriff ein Adler eine ihrer Sandalen (»Pantoffel)« von ihrem Dienerin und trug sie nach Memphis. Der König hielt gerade Gericht (»gab ein Fest») im Freien. Als der Adler über seinem Kopf ankam, ließ er die Sandale in dessen Schoß fallen. Der König, berührt von der schönen Form der Sandale und durch das merkwürdige Ereignis, sandte Leute in alle Richtungen in das Land, um »nach der Frau zu suchen«, die diese Sandale getragen hatte. Man fand sie in der Stadt Naukratis und brachte sie nach Memphis. Sie wurde die Frau des Königs."

2. Typ Aschenputtel

a. Eschengrüdel

Der Straßburger Prediger Geiler von Kaisersberg (1445-1510) gebraucht Eschengrüdel als Beispiel für eine demütige Frau, die Schmutz nicht scheut, der keine Arbeit zu viel ist und die am Ende dich einen  guten Mann bekommt. [8]

b. Die Aschenkatze

Giambattista Basile, La gatta cennerentola, Pentamerone (1634-36) [9]

Ein Prinz hat eine Tochter Lukrezia, die er abgöttisch liebt. Nach dem Tod ihrer Mutter wird sie von einer Hofmeisterin verwöhnt, aber von der Stiefmutter gehasst. Die Hofmeisterin überredet Lukrezia, die Stiefmutter zu töten, damit sie den König heiraten könne, dann werde es ihr besser gehen. So geschah es auch, aber die neue Stiefmutter bevorzugt ihre eigenen Kinder und Lukrezia wird Aschenkatze. Wie der Vater einmal verreist, bitten ihn die Stieftöchter um verschiedene Mitbringsel. Lukrezia aber bittet, etwas von der Fee von Sardinien mitzubringen. Dies ist ein Dattelzweig mit Zubehör, aus dem schnell ein Baum wird, der Lukrezias Wünsche erfüllt.

Als einmal die Schwestern zu einem Fest gehen, wünscht sich Lukrezia schöne Kleider und bezaubert mit ihrer Schönheit den zufällig anwesenden König. Der schickt ihr einen Diener hinterher, den sie aber abschütteln kann. So geht es auch beim nächsten Abend und beim übernächsten, aber dort verliert sie einen Pantoffel, den der Diener aufhebt.

Der König lädt nun alle Frauen seiner Reichs zur Pantoffelprobe. Lukrezia durfte erst nicht mit, kommt beim zweiten Mal aber auch hin. Der Pantoffel rutscht von selbst an ihre Füße. Der König heiratet sie.

c. Aschenputtel oder das gläserne Pantöffelchen

Charles Perrault, Cendrillon ou La Petite Pantoufle de Verre, Histoires ou Contes du Temp Passé (1697) [10]

Ein Edelmann heiratet eine Frau mit zwei Töchtern, die verwöhnt werden, seine eigene Tochter aber muss Hausarbeit machen. Nach der Arbeit setzt sie sich in die Asche und wird Cucendron 'Aschenarsch' oder Cendrillon 'Ascherle' genannt.

Die beiden Schwestern wollen zum Ball des Königssohns gehen und lassen sich von Cendrillon beraten, die Kleider bügeln und frisieren. Dass auch Cendrillon hingeht, kommt kaum in Frage.

Cendrillon möchte gern gehen und weint. Ihre Patin, ist eine Fee. Die bittet sie einen Kürbis zu holen und verwandelt ihn in eine Kutsche. Aus der Mausefalle holt sie sechs noch lebende Mäuse und verwandelt sie in Pferde, eine Ratte in den Kutscher, sechs Eidechsen in Lakaien. Nun kann Cendrillon losfahren, hat aber keine schönen Kleider. Die Fee macht die Kleider des Mädchens schön und gibt ihr ein paar gläserne Pantoffel. Nun kann sie zum Ball fahren, die Patin ermahnt sie noch, sie solle nicht vor Mitternacht zurückkommen, weil um Mitternacht der Zauber erlischt. Der Königssohn und der ganze Ballsaal betrachten ganz entzückt. Der Prinz tanzt mit ihr, dann gibt's einen sehr schönen Imbiss. Cendrillon gibt ihren Schwestern davon ab.

Kurz vor 12 läuft Sie heim. Als die Schwestern nach Hause kommen, ist sie wieder ganz die Alte. Sie erzählen begeistert von der fremden Prinzessin. Cendrillon tut, als wäre sie auch gern hingegangen und fragt Javotte, ob sie ihr Alltagskleid haben kann: Natürlich nicht.

Am dritten Abend gehen sie wieder auf den Ball, vergisst aber die Zeit, rennt viel zu spät heim und verliert einen Pantoffel. Der Prinz nimmt ihn an sich und fragt die Wachen, ob sie eine Prinzessin gesehen hätten: Nein.

Am nächsten Tag lässt er bekannt geben, dass er die heiraten wolle, deren Fuß in den Pantoffel passt. Die verschiedensten Damen probieren, auch die Schwestern, vergeblich. Nur bei Cendrillon passt es. Sie zeigt den anderen Schuh, den sie noch hatte. Die Fee verwandelt sie wieder in eine Prinzessin, die Schwestern bitten um Verzeihung und erhalten sie. Der Prinz heiratet Cendrillon und die vermittelt zwei große Hofleute für ihre Schwestern.

Moral: 1. Anmut (grâce) ist besser als Schönheit.
2. Natürliche Gaben nützen ohne Paten oder Patin nichts.

V. Parallelen

3. Typ Erdkühlein

a. Die weiße Hirschkuh [11]

Ein verwitweter Holzfäller hat zwei Töchter, das Annele und das Margretle. Die zweite Frau bevorzugt das Annele und kann das Margretle nicht leiden. Sie bespricht sich mit Annele, dass sie die kleine Schwester im Wald aussetzen. Die hört mit und erzählt es ihrer Patin. Die rät ihr, den Weg mit Sägemehl zu markieren. So findet sie wieder heim. Am nächsten Tag aber nimmt sie Haferspreu und die wird von den Vögeln gefressen. Sie findet im Wald eine Höhle, in der ist eine weiße Hirschkuh [12]. Die nimmt sie auf und erlaubt ihr, von ihrer Milch zu trinken, und schenkt ihr feine Kleider. Sie darf aber niemand hereinlassen.

Inzwischen hat Anne bereut, dass sie der Stiefmutter geholfen hat. Sie macht sich auf die Suche nach ihrer Schwester und findet sie. Wider besseres Wissen lässt Margretle sie herein. Anne wird neidisch auf die schönen Kleider und erzählt das der Stiefmutter. Die beschließt, die Kleider zu holen und die Hirschkuh zu schlachten.

Das Tier weiß Bescheid und empfiehlt, das Herz zu begraben, das Geweih aufs Grab zu stellen und den linken Hinterhuf an die Geweihgabel zu hängen. [13] Daraus wächst ein Kirschbaum mit wunderschönen herzförmigen Früchten. [14]

Im Winter kommt der Herzog von Lothringen [15] mit seinem kranken Sohn vorbei und wundert sich, dass der Baum Kirchen trägt. [16] Anne soll Kirschen pflücken, es gelingt ihr aber nicht. Dem Margretle fallen sie von selbst in die Schürze. Der Prinz wird sofort gesund und heiratet Annele. "Die beiden Weiber aber sind vor Neid zersprungen." Der alte Vater und der Baum werden ins Schloss geholt, das Töten von Hirschen verboten und im ganzen Land Kirschbäume gepflanzt. [17]

b. Grimm: Einäuglein, Zweiäuglein und Dreiäuglein [18]

Eine Frau hat ihre Töchter nach der Zahl ihrer Augen Einäuglein, Zweiäuglein und Dreiäuglein genannt. Mutter und Schwestern können Zweiäuglein nicht leiden, das nicht anders als andere Menschen aussieht, und stoßen es herum.

Zweiäuglein kriegt wenig zu essen und muss die Ziege hüten. Eine weise Frau lehrt sie einen Zauberspruch, den sie der Ziege sagen soll und mit dem sie einen gedeckten Tisch herbeirufen kann. Da sie jetzt das dürftige Abendessen stehen lässt, werden die Schwestern misstrauisch. Einäuglein geht mit und soll sie überwachen, schläft aber ein, so dass es nicht merkt, woher Zweiäuglein sein Essen bekommt. Dreiäuglein geht am nächsten Tag mit, schläft nur mit zwei Augen, beobachtet mit dem dritten und berichtet der Mutter. Diese tötet die Ziege, so dass Zweiäuglein jetzt nichts mehr zu essen hat.

Die weise Frau hilft ihr wieder. Zweiäuglein vergräbt die Eingeweide der Ziege vor der Haustür, daraus wächst ein Baum mit silbernen Blättern und goldnen Früchten, die nur Zweiäuglein pflücken kann. Und wieder sind Mutter und Schwestern neidisch.

Ein schöner Ritter kommt. Die Schwestern verstecken das schäbige Zweiäuglein. Der Ritter bittet um einen Zweig. Die Schwestern bemühen sich vergeblich. Schließlich muss Zweiäuglein einen Zweig abbrechen und darf sich etwas wünschen. Sie klagt dem Ritter ihr Leid und bittet, sie zu erlösen. Er nimmt sie mit und heiratet sie. Der Wunderbaum aber verdorrt.

Eines Tages kommen die Schwestern zum Schloss und betteln. Zweiäuglein nimmt sie auf und sie bereuen ihre Bosheit.

4. Typ Allerleirau

a. Allerleirau

Hier flieht die Heldin vor ihrem Vater, der sie zur Frau nehmen will. Sie verkleidet sich mit einem Fell, tanzt dreimal mit dem Königssohn, flieht, versteckt sich und lässt sich doch an einer Kleinigkeit erkennen. Der Koch, bei der sie arbeitet, ist gutmütig und schikaniert sie nicht.

b. Catskin

Englische Märchen: Katzenfell [19]

Ein reicher Edelmann wünscht sich einen Sohn und Erben, er bekommt aber eine Tochter. Sie ist wunderschön, aber der Vater will nichts von ihr wissen und sagt, sie soll der Erstbesten heiraten, der um sie anhält. Das ist ein garstiger, roher alter Mann.

Das Mädchen lässt sich von einer Hexe beraten: Sie nimmt ihn nur, wenn sie ein Kleid aus Silber, aus Gold, aus Federn bekommt. Das bekommt sie alles, schließlich will sie eins aus Katzenfell. Auch das bekommt sie, zieht es an und geht fort.

Eine Schlossherrin stellt sie als Küchenmagd an. Man nennt sie wegen ihrer Kleidung Katzenfell. Die Köchin kann sie nicht leiden.

Aus Anlass der Rückkehr des jungen Herrn soll ein Fest gegeben werden. Katzenfell möchte auch hin, aber die Köchin schüttet ihr Wasser ins Gesicht und zerbricht an ihr einen Schöpf- und Schaumlöffel. Katzenfell geht dreimal in ihren Wunderkleidern auf den Ball und der junge Herr ist ganz verliebt in sie. Sie verrät aber nicht, wo sie her ist. Schließlich erfährt er, dass sie seine Küchenmagd ist. Seine Mutter ist entsetzt, da ihr Sohn aber vor Liebe sehr krank wird, lässt sie schließlich Katzenfell kommen. Die hat das goldne Kleid an. Die Mutter ist begeistert und stimmt der Heirat zu.

Ein Sohn wird geboren. Er darf einer Bettlerin Geld geben, er gibt es aber deren Kind, das küsst ihn und die Köchin vermerkt hämisch, dass es Bettlerkind zu Bettlerkind zieht.

Nun erzählt Katzenfell ihre Geschichte und bittet ihren Mann, nachzusehen, wie es seinen Eltern geht. Sie fahren hin: Die Mutter ist tot, der Vater ist schwermütig. Er bereut, dass er seine Tochter so missachtet hat und würde sich freuen, sie noch einmal sehen zu können. Das geschieht. Sie nehmen den Vater mit ins Schloss.

c. Bechstein, Aschenpüster mit der Wünschelgerte  [20]

(In der Vorlage begehrte der Vater die Tochter zur Frau und sie wünschte sich die Sachen.)

Ein reicher Witwer hat eine Tochter, die er über alles liebt und über die Maßen verwöhnt. Sie wünscht und bekommt ein silbernes, goldenes und diamantenes Kleid und gibt dem Vater dafür Küsse. Dann wünscht sie sich eine Wünschelgerte, die schwer zu bekommen ist. Ein alter Zauberer hat eine und warnt: Wenn der Besitzer die Gerte aus der Hand gibt, muss er binnen drei Tage sterben. Der Vater ist zu allem bereit und hat für diese Reise den Rest seines Vermögens geopfert. Er gibt der Tochter die Rute.

Nach drei Tagen hat sie einen neuen Wunsch: einen weit entfernten Prinzen heiraten. Der Vater kann ihr nicht helfen, weil er kein Geld mehr hat und stirbt.

Die Tochter nimmt ihr Kleider, hängt sich einen Krähenpelz um und wünscht sich zum Schloss dieses Prinzen. Dort verbirgt sie ihre Kleider in einer Eiche, die sie in einen Schrank verwandelt hat, verkleidet sich als Knaben und lässt sich vom Koch als Aschenpüster und Kleiderpfleger anstellen.

Bei Gelegenheit sieht sie den Prinzen und verliebt sich in ihn, wagt aber nicht mit ihm zu sprechen. Im Nachbarschloss ist eine Hochzeit, die drei Tage dauert und zu der der Prinz geladen ist. Der Koch erlaubt dem Aschenpüster, auch hinzugehen. Sie zieht das silberne Kleid an, zaubert sich eine Kutsche und fährt zum Fest. Sie tanzt mit dem Prinzen und verschwindet wieder. Der Prinz fragt nach ihr, aber keiner weiß etwas. Am nächsten Morgen ist er missmutig und lässt sich von Aschenpüster die Stiefel putzen. Sie gibt sich große Mühe, aber der Kater macht einen Fleck drauf. Der Prinz wirft dem Aschenpüster den Stiefel an den Kopf und lässt ihn noch einmal putzen.

Am nächsten Abend fährt sie im goldnen Kleid wieder hin. Der Prinz fragt nach ihrer Herkunft: "aus Stiefelschmeiß". Nach einer Stunde ist sie wieder verschwunden. Der Prinz erkundigt sich bei einem Geheimrat, wo das Schloss Stiefelschmeiß liegt. Da er's nicht weiß, ist der Prinz wieder verstimmt. Am nächsten Morgen lässt er sich den Rock ausbürsten, findet aber ein Stäubchen und wirft dem Aschenpüster die Bürste an den Kopf.

Am dritten Abend tanzt sie mit dem diamantenen Kleid. Der Prinz fragt nach ihrem Namen: Cinerosa Bürstankopf. Er zieht ihr einen Ring an und verlobt sich mit ihr. Und wieder ist sie verschwunden. Der Prinz folgt ihr mit seinem Wagen, kann ihren zwar wegen eines Zaubers nicht sehen, folgt aber dem Geräusch. Inzwischen ist es Morgen und die Arbeit beginnt. Aschenpüster zieht hastig den Krähenpelz übers Kleid. Der Prinz findet sich vor seinem eigenen Schloss und ist wieder verärgert.

Der Koch kocht ihm eine Suppe, in die Aschenpüster den Ring wirft. Der Prinz findet ihn und lässt sich von Aschenpüster kämmen. Durch den durchscheinenden Krähenpelz sieht er das Kleid schimmern und erkennt seine Braut. Vor der Hochzeit wird der wohlwollende Koch zum Erbtruchsess befördert.

V. Deutung

1. Kern des Märchens

Gemeinsame Grundlage für "Aschenputtel", "Das Erdkühlein" und "Allerleirau" ist die Geschichte von dem Mädchen, das herumgestoßen und schikaniert wird und schließlich doch den Prinzen bekommt.

a. Allerleirau

Allerleirau und ihre Leidensgefährtinnen wünschen sich vom Vater schöne Kleider und arbeiten dann als Küchenhilfe im Schloss, d.h. im Haushalt der künftigen Schwiegermutter.

b. Erdkühlein und Aschenputtel

Die anderen Heldinnen werden von Stiefmutter und älteren Schwestern schikaniert. Die tote Mutter hilft ihnen:

i in Gestalt eines Baums

Der Baum gewährt ihnen alle Luxuswünsche.

ii in Gestalt nichtmenschlicher Lebewesen

In Gestalt von Ziege, Erdkühlein und Hirschkuh ernähren sie die Heldin, bis sie getötet wird. Aus den vergrabenen Resten erwächst der Wunderbaum

In Gestalt von Vögeln helfen sie der Heldin bei der Arbeit, werfen die wunderbaren Kleider vom Baum und sorgen für Recht und Ordnung.

2. Ergänzungen

Dieser Kern wurde bei Aschenputtel durch folgende Züge ergänzt:

a. Das Reis

Der Vater bringt von einer Reise einen Zweig mit, aus dem der Wunderbaum wächst.

b. Das Aschenputtel

Die Heldin muss schmutzige Küchenarbeit machen, schläft in der Asche und bekommt damit ihren Spitznamen, ursprünglich "Aschenkatze", weil sie an ihrem Arbeitsplatz wie eine Katze in der warmen Asche schläft – ein Symbol tiefster Erniedrigung.

Vielleicht ist die Symbolik sogar beabsichtigt, die Kaisersberg darin erkennt: Asche erinnert an den Tod ("Asche zu Asche"); die Tochter ruht in der Asche wie die Mutter in der Erde. Asche ist auch ein Symbol der Buße ("in Sack und Asche gehen", Aschenkreuz am Aschermittwoch").

Allerleirau dagegen nimmt die Küchenarbeit freiwillig auf sich.

Dass die jugendliche Heldin von der künftigen Schwiegermutter schikaniert wird, Hülsenfrüchte belesen muss und Hilfe bei nicht menschlichen Wesen findet, geht letztlich auf "Amor und Psyche" zurück.

c. Das dreitägige Fest

Hier entsprechen sich "Aschenputtel" und "Allerleirau" im Unterschied zu "Erdkühlein", wo kein Fest vorkommt. [21]

Grimms Fassung von 1812 bringt eine Steigerung (erst zusehen, dann tanzen gehen, dann den Schuh verlieren). Ursprünglich war nur von immer kostbareren Kleidern die Rede. Nach den Gesetzmäßigkeiten des Erzählens sind Nr. 1 und 2 nur gleichartige erfolglose Versuche [22], erst Nr. 3 bringt den Erfolg. Wenn eine Steigerung erzählt wird, wird damit eine Entwicklung ausgedrückt, hier in der Beziehung zum Prinzen.

Eigentümlich in diesen beiden Märchentypen ist das Wechselspiel von Zuwendung und Flucht. Das Mädchen geht dreimal tanzen, zieht jeden Abend immer noch kostbarere Kleider an, um die Aufmerksamkeit der Prinzen auf sich zu ziehen und ergreift jedes Mal von neuem die Flucht. Zu Hause zieht sie wieder ihre Alltagskleider an, das ist ja im wirklichen Leben genauso. Das Mädchen lässt sich erobern und wirft sich dem Prinzen nichts so einfach um den Hals.

d. Die Pantoffelprobe

Der Schluss, dass der König die Besitzerin des Pantoffels heiraten will, stammt deutlich aus der Geschichte von Rhodopis. Bei "Aschenputtel" ist er ein Unterpfand, das die Heldin unbeabsichtigt hinterlässt – oder wollte sie ihn verlieren? Das passt organisch in den Ablauf der Geschichte: Bei der schnellen Flucht kann man schon mal einen Pantoffel (hinten offener Schuh) verlieren. [23] Das Pech auf der Treppe war eigentlich unnötig. Im wirklichen Leben hat die Dame Taschentuch oder Handschuh fallen lassen.

Anders bei Rhodopis, die ja gar nichts von dem König weiß, und der der Schuh gestohlen wird.

Bei "Allerleirau" wirft das Mädchen den Verlobungsring in die Suppe und gibt sich damit zu erkennen.

3. Entwicklungspsychologische Deutung

a. Das Kind fühlt sich benachteiligt und schikaniert

Dass Kinder von den Geschwistern schikaniert werden, kommt leider auch heute immer noch vor, ebenso dass sie von Mutter oder Stiefmutter keine Liebe erfahren oder als billige Arbeitskräfte missbraucht werden. Das Märchen vom "Aschenputtel" erzählt aber nicht von solchen Sonderfällen, sondern von einem ganz gewöhnlichen Mädchen, und zwar aus der egozentrischen Sicht eines Kindes:

Als Säugling durfte es die ungeteilte Aufmerksamkeit der Mutter erfahren. Diese paradiesische Zeit hat aber einmal ein Ende. Die Mutter muss sich auch um andere Angelegenheiten kümmern. Das kann ein Kind als Zurücksetzung erfahren, besonders wenn es merkt, dass es die Zuwendung der Mutter mit seinen Geschwistern teilen muss. Es bekommt dann leicht den Eindruck: Die Mutter hat die Geschwister lieber als mich.

Selbstverständlich mussten die Kinder früher im Haushalt mithelfen, die Mädchen vor allem in der Küche. Die Hilfsdienste am Küchenherd mit Ruß und Asche sind keine Beschäftigungen für eine "Prinzessin" in schönen Kleidern, dazu zieht man grobe Arbeitskleidung an oder abgelegte Sachen, die auch mal schmutzig werden dürfen. Den Sinn einer Arbeit versteht ein Kind noch nicht. Erbsenauslesen war notwendig, weil diese Hülsenfrüchte von unterschiedlicher Qualität und außerdem vermengt mit Resten der Schoten und anderen Abfällen waren. Ein Kind tut das nicht, weil es die Notwendigkeit einsieht, sondern weil es muss. Es empfindet diese Arbeit als sinnlose Schikane, wieder mal ein Beweis für den Hass der anderen Frauen im Haus.

Auch heutige Kinder wissen, wie das ist, wenn sie sich mit ihren Freunden treffen oder zu einer Party gehen wollen, und die Eltern erlauben das nur, wenn vorher dies oder jenes gemacht ist: "Erst die Arbeit, dann das Spiel". Oder sie wissen, wie das ist, wenn die älteren Geschwister zu einem Vergnügen gehen dürfen, für das sie noch zu jung sind. Wie oft erwacht der Neid, wenn die Älteren am nächsten Morgen erzählen, was sie erlebt haben.

Das alles muss keine vorsätzliche Bosheit sein, kann aber aus der egozentrischen Sicht eines Kindes so verstanden werden.

b. Ein Prinz in Sicht

Die Fortsetzung mit dem dreitägigen Ball setzt eigentlich voraus, dass Aschenputtel schon im heiratsfähigem Alter, nach der Pubertät ist. Dies ist offensichtlich bei "Allerleirau" schon am Beginn der Geschichte der Fall: Sie sucht sich selbst eine Tätigkeit in der Schlossküche und empfindet die Arbeit am Herd nicht als Zumutung oder Demütigung.

Das Besondere im zweiten Teil des Märchens ist, dass sich das schmutzige, verachtete Aschenputtel in eine bezaubernde Schönheit verwandelt, in die sich der Prinz verliebt. Natürlich zieht man sich zu einem Ball besonders schön an und kommt nicht in Arbeitskleidung. Dass und wie Aschenputtel auf wunderbare Weise zu den kostbarsten Kleidern kommt, ist gar nicht so wichtig. Entscheidend ist, dass die junge Dame selbst einen Wandel erfährt, der sie schön und begehrenswert macht. Die schönen Kleider unterstreichen nur den Charme, den sie selbst ausstrahlt.

Sie findet bei dem Ball auch einen Tänzer, der sich gleich so heftig in sie verliebt, dass er sich den drei Abenden nur um sie kümmert. Dass der junge Mann ein "Prinz" ist, ist nur die übliche Redeweise des Märchens. Er muss gar nicht der Mittelpunkt des Balles sein, wie der Prinzentitel suggeriert, aber er ist der Mittepunkt im Erleben des Mädchens. Auch hier also wieder die egozentrische Sicht.

In den verschiedenen Versionen des Märchens wird immer wieder betont, wie aufgewühlt der junge Mann von dieser Begegnung ist, wie bekümmert durch die plötzliche Flucht, und wie er alles versucht, um sie näher kennenzulernen. Ein verlorener Pantoffel wird zu einer Art Fetisch, den er an sich nimmt, und letztlich auch zu einer Art Schlüssel für einen dauerhaften Kontakt.

Auch der schönste Ball hat einmal ein Ende und ein anständiges Mädchen geht beizeiten nach Hause oder muss sogar zu einer bestimmten Uhrzeit zurück sein. Dass es daheim die schönen Kleider auszieht und Alltagsklamotten an, ist normal. Dass der "Prinz" auch am dritten Abend noch keine dauerhafte Verbindung knüpfen oder sogar ein Verlöbnis herstellen kann, versteht sich von selbst.

Nach den Gepflogenheiten des wirklichen Lebens muss er die Angebetete jetzt zu Hause besuchen. Dort findet er aber keine Märchenprinzessin in schönen Kleidern, sondern eine junge Frau in ihrem Alltag, in Arbeitskleidung.

Der Prinz stört sich nicht daran. Er will nicht wissen, wie die Braut zu Hause lebt. Er weiß ja noch nicht, wer sie ist, und versucht die Unbekannte ausfindig zu machen, mit der er getanzt hatte.

In den älteren Vorlagen des Märchens lässt der Prinz alle Frauen seines Reichs oder wenigstens seiner Umgebung die Pantoffel anprobieren. Davon ist bei Grimm keine Rede. Der Prinz geht zielstrebig zu Aschenputtels Vater, die Frage ist nur, welcher der drei Töchter der Schuh passt. Das ist zwar eine erzählerische Verkürzung der ursprünglichen Darstellung, klingt aber viel realistischer: Der junge Mann weiß genau, wo er seine Braut suchen muss, Vielleicht benutzt er den Schuh ja nur als Vorwand für einen Besuch im Haus: Er will den Pantoffel wieder zurückbringen und bei dieser Gelegenheit seine Geliebte sehen.

c. Die rechte Braut

In der Praxis würden die Familienglieder problemlos Aschenputtels Schuh erkennen. Damit ist der junge Mann zwar im Haus, aber noch nicht bei seiner Braut. Deshalb ist es ganz geschickt, dass er darauf besteht, dass sie das kostbare Stück selbst anprobiert.

Das Märchen gibt sich mit der bestandenen Schuhprobe nicht zufrieden. Dass noch andere Frauen in den "Prinzen" verliebt sind und versuchen, einander auszustechen, kommt oft genug vor. Dass sie sich selbst Gewalt antun, um die Probe zu bestehen, vielleicht auch, wenn auch nicht so, dass sie sich ihre Füße verstümmeln. Dass die Betrügerinnen von den Tauben entlarvt und am Ende bestraft werden, gehört zur Dramaturgie des Märchens, geschieht aber im wirklichen Leben eher selten.

 

[1] Grimm Nr. 12

[2] Apfelbaum und Vogel kamen im Traum einer Schwangeren vor, die von ihrer Schwangerschaft noch nichts wusste.

[3] Dazu gehört auch der Baum in den lothringischen Märchen, der mitten im Winter Kirschen trägt.

[4] z.B. Hagen die Hemden der Schwanenmädchen, die er damit in seine Gewalt bringt.

[5] Adler als Bote des Zeus

[6] Steht der Schuh symbolisch für die Vagina? Sicher ist er auch ein erotischer Fetisch.

[7] (nach einer englischen Übersetzung)

8] Grimm, Deutsches Wörterbuch 1, Sp. 583

[9] Italienische Märchen, Insel-Verlag 84-95

[10] Charles Perrault, Le Chat Botté…, dtv zweisprachig 76 ff

[11] Märchen aus Elsaß & Lothringen, hrsg Marlies Hörger 110 ff. Das lothringische Märchen wurde 1990 aufgezeichnet und entspricht ziemlich genau dem elsässischen "Erdkühlein", das schon 1559 von Martin Montanus veröffentlicht wurde.

[12] Sie hat ein silbernes Geweih, ein Widerspruch, den der Erzähler merkt. Ursprünglich war es eine Kuh.

[13] ursprünglich wurden der Schwanz, ein Horn und ein Hof begraben. Das Geweih lässt schon den späteren Baum ahnen.

[14] ursprünglich ein Apfelbaum, eine Verkörperung des Lebensbaums. Kirschbäume sind offenbar eine Lothringer Spezialität und werden in diesem Buch mehrfach erwähnt.

[15] ursprünglich "ein gewaltiger Herr".

[16] Die wunderbaren Kirschen im Winter auch in "Hansel, der Holzschuhschnitzer", wo der König sie für seine kranke Tochter braucht (ebd. 90). Eigentlich ein Weihnachtsmotiv.

[17] Lokalkolorit. Das ursprüngliche Märchen endet damit, dass der Herr Margretlein und ihren Vater mitnimmt.

[18] Nr. 130

[19] Englische Märchen (dtv zweisprachig) 58 ff

[20] Neues Deutsches Märchenbuch 1856 Nr. 1

[21] Im "Erdkühlein" ist die Heldin jünger, sie wird weiterhin von der toten Mutter mit Milch ernährt ("gestillt"), bis der Prinz die Sorge für sie übernimmt.

[22] Auch bei den Märchen vom Dummling, der sich geschickter anstellt als die großen Brüder

[23] so bei Basile und Perrault

nach oben

Übersicht

 

Sprachecke 02.01.2013 | 05.02.2013

 

Datum: 2006

Aktuell: 09.02.2019