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Heinrich Tischner

Fehlheimer Straße 63

64625 Bensheim

Märchen erklärt: Motive

Zwerge

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Zwerge sind Wesen aus der Anderwelt. Man stellt sie sich kleinwüchsig vor, das heißt sie haben keine Masse, sind gewichtlose Geister. Man stellt sie sich auch hässlich vor. Sie gehören also nicht zur menschlichen Rasse, die sich selbst als schön empfindet. Die Hässlichkeit teilen sie mit den Dämonen und ist Ausdruck ihrer Andersartigkeit. Ihre Welt ist unter der Erde. Das haben sie mit den Toten gemein. Sie leben in Höhlen und graben nach Schätzen und sind hervorragende Handwerker und Künstler.

Merkwürdig, dass es keine weiblichen Zwerge gibt, so wenig wie weibliche Engel. Beide sind eigentlich geschlechtlose Geister. Bis ins 15er-Jahrhundert war das Wort Zwerg eher neutral als maskulin, meist gebrauchte man das Kollektivum Gezwerg. Man sah also in den Zwergen keine Individuen.

Den Menschen sind sie manchmal freundlich, manchmal feindlich gesinnt, auf jeden Fall launisch und unberechenbar. Manchmal bitten sie Menschen um Hilfe oder laden sie zu Besuch ein. Die Gäste glauben manchmal nur wenige Stunden dort gewesen zu sein, aber inzwischen ist draußen eine lange Zeit vergangen (eigenes Motiv vom Zeitsprung). Zwerge stehlen auch hübsche Menschenkinder und legen einen hässlichen Wechselbalg in die Wiege. [1]

 

[1] So soll ein Ehepaar zu einem behinderten Kind gekommen sein.

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Übersicht

 

Sprachecke 23.02.2010

Begriffe: Geister

 

Datum: 2006

Aktuell: 09.02.2019