Startseite | Religion | Sprachwissenschaft | Geschichte | Humanwissenschaft | Naturwissenschaft | Kulturwissenschaft | Kulturschöpfungen

Heinrich Tischner

Fehlheimer Straße 63

64625 Bensheim

Die Wahrheit über die Nibelungen, Stoffgeschichte

Die Tarnkappe

Email:

   

Nur das Nibelungenlied erwähnt die Tarnkappe, unter der Siegfried unerkannt Gunther beim sportlichen Wettstreit auf dem Isenstein und später im Brautbett helfen kann. In der Edda dagegen tauscht Sigurd mit Gunnar die Gestalt, ein sehr altertümlich anmutendes Motiv, das im Märchen vom vertauschten Bräutigam seine Fortsetzung findet.

Die Tarnkappe [1] oder die Tarnhaut [2] ist ein Umhang, der den Körper vollständig bedeckt und allein schon damit unsichtbar macht. Sie gehört zu den Wunderdingen wie die Siebenmeilenstiefel, der Wunschring, der Goldesel, das Tischlein deck dich oder der unerschöpfliche Geldbeutel, die der Held im Märchen erwirbt und damit sein Glück macht. Es handelt sich also um ein Märchenmotiv, das in die Sage eingeflossen ist.

In Grimms Märchen 92 "Der König vom goldenen Berg" und 93 "Die Rabe" erlangt der Held u. a. einen Mantel, mit dem er sich unsichtbar machen kann, indem er in einen Streit ums Teilen eingreift und die Wunderdinge durch einen Trick an sich bringt.

Das Motiv von dem unsichtbar machenden Kleidungsstück ist uralt. Schon vom griechische Heroen Perseus wird erzählt, dass er einen Helm aus Hundefell besaß, der ihn unsichtbar machte.

   

 

 

[1] Nibelungenlied 97,3

[2]  Nibelungenlied 338,1 tarnhût

 

nach oben

Übersicht

 

 

 

Datum: 1994 /2006

Aktuell: 09.02.2019